21. Dezember 2018, 08:00 Uhr

Lichterzauber

Ob der Weihnachtsmann in Wäldershausen wohnt?

Prächtig illuminiert zeigt sich in diesen Tagen das Gestüt Wäldershausen bei Homberg. Bis Mitte Januar brennen dort tausende Lichtlein.
21. Dezember 2018, 08:00 Uhr
KOA
Das sogenannte Herrenhaus am Hofgut scheint in diesen Tagen wie aus einem Märchenbuch entsprungen. (Fotos: Koob)

Fast könnte man meinen, man wäre in der Heimat des Weihnachtsmanns gelandet, wenn man am Hofgut vorbeifährt oder geht. Es ist beeindruckend, wenn in der Dunkelheit die alten Gemäuer in einem märchenhaften Licht strahlen. Die Temperatur ist an diesem Abend auf den Nullpunkt gesunken und Peter Deichner zieht die Mütze fest über den Kopf und die Schultern hoch, als er am Straßenrand inne hält und das altehrwürdige Gestüt Wäldershausen, welches schweigend in der waldumarmenden Dämmerung steht, betrachtet.

Leise wiehert eines der Pferde, ein anderes antwortet. Dann braust ein Mitmensch herbei, scheint den Fuß vom Gaspedal zu nehmen. »Ich habe den Eindruck, dass es wirkt«, meint Deichner, »und die Autos hier langsamer werden.« Nicht wegen der Geschwindigkeitsbegrenzung vor seinem Gehöft, sondern ob der vielen tausend Lichter, die in der Dunkelheit schimmern und bei deren Anblick sicher vielen gleich ganz weihnachtlich-warm ums Herz wird. Wie viele Lichter es ganz genau sind, das weiß der Eigentümer des Gestütes nicht. Doch die Wirkung, die findet er kolossal. »Einfach faszinierend«, flüstert er, als ob es den Zauber kosten könnte, hier und in diesem Moment laut von der Leidenschaft für dieses Stückchen Heimat zu sprechen. »Es ist ein herrliches Fleckchen Erde«, schwärmt der Mann, der zuletzt in Rheinland-Pfalz gelebt hat und nun mit Ehefrau Ulrike Finck-Deichner hier Dressur- und Springpferde züchtet.

Er zeigt in Richtung des großen Gutshauses. »Die Idee, eine Weihnachtsbeleuchtung anzubringen, stammt von Katharina Geller-Herr. Wir haben diese Tradition fortgeführt, als wir 2015 hierhergekommen sind«, erläutert Deichner.

Der einstigen Hausherrin am Gestüt war es nach seiner Auskunft wichtig, dass die Illuminierung in jedem Jahr fortgesetzt werden würde. Ein Versprechen, welches er gerne gegeben hat, »denn es ist auch mir wichtig, in dieser besinnlichen Zeit einen Ort zu erhalten und etwas Wohliges zu zaubern.« So würden sich mittlerweile nicht nur das Ehepaar, sondern alle Bewohner des über 350 Jahre alten Hofes über dieses Licht, das in die Dunkelheit hinaus scheint, freuen.

»Es vermittelt Positivität und Wärme«, weiß Peter Deichner aus ihren Aussagen zu berichten, »so kommen alle zur Ruhe und das ist es, um was es sich doch in diesen Tagen besonders drehen sollte.«

Er kann sich noch an das erste Mal vor drei Jahren erinnern, als er die Lichter entlang der Dächer und Fenster des Gestüts sah. »Wir hatten bis dahin gearbeitet. Als die Lichter dann angingen, war das ungemein beeindruckend.« Und dann fällt ihm noch diese ganz besondere Geschichte ein, von der er gehört hat: »Die Kinder aus Homberg erzählen sich, dass hier der Weihnachtsmann wohnt.«

Ob das stimmt? Das verrät er nicht. Aber wenn die ersten Fünf-Watt-Birnchen ihr warmes Weiß verbreiten, dann könnte da draußen fast alles möglich sein.

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