Drei Monate Zeit für Neuwahl

31. Oktober 2017, 19:14 Uhr
Gut 130 Gäste der Bürgerversammlung hören den Anmerkungen von Robert Belouschek zu. (Foto: jol)

Die Bürgermeisterfrage bewegt die Feldataler – und sie scheuen nicht vor klaren Worten zurück, wie sich in der Bürgerversammlung am Montagabend in der Feldahalle zeigte. Da gab es harsche Kritik an CDU, SPD und AUF, die reine Blockadepolitik gegen den erkrankten Dietmar Schlosser betrieben hätten. Unterschiedliche Einschätzungen gab es zu den Vorteilen eines ehrenamtlichen Bürgermeisters. Manche sahen Einsparmöglichkeiten, andere verwiesen auf die vielen Aufgaben im Amt und votierten für einen Hauptamtlichen. Klar ist nur, dass bis Ende Januar ein neuer Rathauschef gewählt sein muss, ob ehrenamtlich oder hauptamtlich.

1. Beigeordneter Daniel Wolf erinnerte in der Versammlung daran, dass Bürgermeister Dietmar Schlosser seit 5. Oktober 2016 krank war und vor vier Wochen vom Amt zurücktrat. Laut Gesetz habe die Gemeindevertretung vier Monate Zeit, die Bürgermeisterwahl umzusetzen. Vorsitzender Michael Schneider ergänzte, die Fraktionsvorsitzenden im Gemeindeparlament seien seit Monaten im Gespräch, am 9. November berate die Gemeindevertretung zu dem Thema.

Hans-Werner Völzing (SPD) rechnete vor, dass ein hauptamtlicher Bürgermeister mit Arbeitsplatzkosten 147 000 Euro jährlich kostet, ein ehrenamtlicher werde mit 40 000 Euro gerechnet. Eine Besucherin schlug vor, die drei anderen Bürgermeister des Gemeindeverwaltungsverbands könnten die Aufgaben abdecken.

Das sieht Daniel Wolf anders, ein Bürgermeister habe eine 70-Stunden-Woche und müsse viele Arbeitsbereiche mit abdecken. Eine Fusion sei erst in 5 Jahren geschafft. Robert Belouschek meinte, »wir brauchen eine hauptamtlichen Bürgermeister, damit sich endlich wieder etwas bewegt«. Arno Stumpf (FWG) bezweifelte, dass man etwas spart, denn die Arbeit des Bürgermeister muss ja irgendwie abgedeckt werden.

Scharf ging Hans-Joachim Gelhar mit »bestimmten Fraktionen« – CDU, SPD und AUF – ins Gebet. Nach der verlorenen Bürgermeisterwahl hätten sie reine Blockadepolitik gegen Schlosser betrieben. Zuletzt hätten sie mit einem Akteneinsichtsausschuss »ihr Mütchen an Dietmar Schlosser gekühlt«. Dabei sei nichts herausgekommen, außer, dass sich die Gemeinde im Umland lächerlich gemacht hat. Ein Besucher forderte die Fraktionen dazu auf, sich auf einen Kandidaten zu einigen, zum Wohl der Gemeinde. Finanziell habe die ehrenamtliche Lösung keinen Vorteil.

Vorschlag: Straßen selbst ausbauen

Ein Thema, das die Feldataler bewegt, sind Straßenschäden. So beklagte Robert Belouschek, dass die »Pfingstweide« wie eine Straße einst in der DDR aussieht, »da muss etwas geschehen«. Wolf sagte zu, dass das Thema behandelt werde. Matthias Rahmann regte an, zu prüfen, ob man nicht Straßen wie die Pfingstweide ohne Zuschüsse ausbaut. Dann könne man die Straßenbreite selbst bestimmen. Ein Besucher kritisierte den schlechten Ausbau der Klein Feldaer Straße, »meine Ausfahrt ist eine Sprungschanze, der Gehweg ist nun Parkplatz«. Eine Besucherin mahnte eine Geschwindigkeitsbegrenzung in der schmalen Straße an. Wolf erläuterte, dass man die Bauarbeiten wegen gravierender Mängel nicht abgenommen habe. Die Baufirma müsse nachbessern.

Viele Feldwege seien in schlechtem Zustand, so ein Besucher. Wolf sagte, diese Arbeiten müssten im Haushalt 2018 aufgenommen werden. Zur Hessenkasse erläuterte er, dass die Gemeinde ihre Kassenkredite von rund 2 Millionen über das Landesprogramm beseitigen kann. Besucher regten weitere Verbesserungen an, so müsse mehr für Spielplätze getan werden. Und es soll mehr Radarkontrollen an Straßen geben, weil Fahrer zu schnell unterwegs sind. Zum Windpark Eckmannshain hatte Wolf nichts Neues.

Besonderen Dank gab es vom Podium an Daniel Wolf, der ein Jahr lang mit hohem Einsatz den Bürgermeister vertrat. Versöhnlich endete die Diskussion, als ein Imagefilm über die Schönheit des Feldatals gezeigt wurde. Typisch Feldatal: Das Geld hierfür kam beim Schmiedefest zusammen.

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