Bürgerversammlung

Windkraft überschattet alles

Es gibt viele Themen, die den Ulrichsteinern unter den Nägel brennen: Trinkwasser, Abwasser und Straßenbau. Aber Windenergie überlagerte einmal mehr die Diskussion mit 100 Bürgern.
06. Oktober 2017, 05:00 Uhr
Bürgermeister Edwin Schneider stellt sind in der Stadthalle den Fragen von rund 100 Bürgern bei der Bürgerversammlung. (Foto: au)

Vier feste und ein freies Thema waren am Mittwochabend bei der Bürgerversammlung der Stadt im Innovationszentrum vorgeben. Straffe Spielregeln gab Stadtverodnetenvorsteher Karl Weisensee zu Beginn für die Veranstaltung bekannt. So erhielt Bürgermeister Edwin Schneider jeweils fünf Minuten Zeit, um das jeweilige Sachgebiet vorzustellen, und anschließend hatten die etwa 100 Besucher Gelegenheit spezielle Fragen dazu zu stellen. Als Themen waren vorgeben: Wasserversorgung der Kernstadt, Sanierung der Kläranlagen Ulrichstein und Ober-Seibertenrod, Straßeninfrastruktur und Windkraft sowie ein freies Thema, das dann auf die Informationspolitik der Stadt zulief.

Weg von Schürfquellen

Zur Wasserversorgung informierte Schneider, dass die Stadt seit über 100 Jahren aus Schürfquellen versorgt werde. Seit 1990 erfolge eine Chlorung wegen Keime und Bakterien. Bei Trockenperioden reiche außerdem das Wasser nicht mehr aus.Ziel sei es, weg zu kommen von den Schürfquellen. Seit 2014 wurde die Forschungsbohrung vom Land untersucht, es gab eine Brunnenbohrung im Oberwald bis 120 Meter tief mit Kosten von rund 150 000 Euro, und der Anschluss an die Brunnen Ober-Seibertenrod/Unter-Seibertenrod wurde überprüft. Ergebnis: Das Trinkwasser reicht für Ulrichstein nicht aus. Weitere Optionen seien die Bohrung von Flachbrunnen im Oberwald (Bereich Riedesel) und der Anschluss an den Hochbehälter Helpershain. Bohrpunkte seien auch von einem Wünschelrutengänger vorgeschlagen worden.

Verunreinigt Fundament Wasser?

Bereits an dieser Stelle zeigte sich bei den Fragen der Bürger, dass das Thema »Windkraft« zu einem »Roten Faden« durch alle Themen werden würde. Heidi Hühnergarth, Rüdiger und Dr. Dietmar von dem Borne schnitten erneut den Bau einer Windkraftanlage am Ulrichsteiner Kreuz an, die mit einem nicht genehmigten Fundament angeblich für die Wasserverunreinigungen verantwortlich sei. Bürgermeister Schneider wies dies zurück und auf Gutachten und Stellungnahmen des Regierungspräsidiums Gießen hin, die feststellten dass dies nicht der Fall sei. Einen Anschluss an die Brunnen Ober- und Unter-Seibertenrod wünschte sich Albert Appel, obwohl Schneider vorher betont hatte, dass diese zu wenig Wasser lieferten. Kritik gab es beim Thema Straßeninfrastruktur an den langen Bauzeiten bei den Maßnahmen. Im Vogelsberg gebe es fast nur noch Umleitungen, und man müsse zu viele Kilometer zurücklegen, um das Ziel zu erreichen.

Kein Ende bei Windkraftanlagen

Hauptfragesteller beim Thema Windkraft waren dann erneut Heidi Hühnergarth, Rüdiger und Dr. Dietmar von dem Borne sowie Harald Keil und Albert Appel. Nach den vorgelegten Zahlen sei kein Ende abzusehen beim Bau neuer Windenergieanlagen, und 53 seien bereits vorhanden. Harald Keil verwies dabei auf die zu vielen Standorte im Stadtgebiet und bat um Verständnis für die Menschen, die dagegen seien. Derzeit habe dies nichts mehr mit Energiewende zu tun. Der Wunsch der Bürger sei, dass sich die Stadt für sie einsetze und nicht selbst noch Anlagen baue.

Abschlussthema war dann die Informationspolitik der Stadt. Dazu wünschte sich Wolfgang Jung, dass man schneller über Ereignisse wie zum Beispiel die Wasserverunreinigungen informiert werde. Bürgermeister Schneider entgegnete, dass dies mittels Lautsprecherdurchsagen, Handzetteln, Mitteilungsblatt, Zeitung und sogar durch den Rundfunk geschehen sei. Jung wünschte, dass die Stadt sich auch mit Facebook und WhatsApp anfreunde, was jedoch vom Bürgermeister abgelehnt wurde. Die Bürger hätten bereits Gelegenheit sich über die Homepage der Stadt zu informieren.

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