10. November 2008, 19:52 Uhr

Intensiv mit NS-Zeit in der Schule befasst

Alsfeld (ml). Noch nie gezeigte Dokumente sind seit Sonntag Teil einer Ausstellung im Regionalmuseum. Im Anschluss an die Gedenkstunde zur Pogromnacht wurde dort eine Ausstellung über die Familie Wallach und das 150-jährige Bestehen der Alsfelder Brauerei eröffnet.
10. November 2008, 19:52 Uhr

Alsfeld (ml). Noch nie gezeigte Dokumente sind seit Sonntag Teil einer Ausstellung im Regionalmuseum. Im Anschluss an die Gedenkstunde zur Pogromnacht wurde dort eine Ausstellung über die Familie Wallach und das 150-jährige Bestehen der Alsfelder Brauerei eröffnet. Dabei hatten die Organisatoren des Geschichts- und Museumsvereins nur drei Tage Zeit, die Ausstellung auf die Beine zu stellen. Daher dankte zweiter Vorsitzender Jochen Weppler Museumsleiter Andreas Ruhl sowie seinen Vorstandskollegen Bodo Runte und Michael Rudolf. Die Ausstellung zeigt neben altern Bildern, Zeitungsausschnitten auch historische Dokumente und ein bewegendes Interview mit einer Nachfahrin der Familie Wallach.

In seiner Begrüßung freute sich Weppler besonders über die Vielzahl jugendlicher Teilnehmer. Es sei möglich, Jugendliche für dieses Thema zu sensibilisieren. Passend zum Gedenktag habe auch diese Ausstellung eine symbolische Bedeutung. Denn in der Nazizeit sei das Eigentum der Familie Wallach im Rahmen der »Arisierung« in eine Genossenschaft überführt worden. Dabei habe alles, was an den Namen Wallach hätte erinnern können, ausgelöscht werden sollen. 1858 war die Brauerei eröffnet worden. Zunächst war sie am Schnepfenhain, später dann am heutigen Bahnhof, und zu Beginn des 20. Jahrhundert siedelte die Brauerei an den heutigen Standort in der Grünberger Straße um. Die Ausstellung werde noch bis zum 30. November im Regionalmuseum zu sehen sein, informierte Weppler.

Danach stellten die beiden Lehrer der Max-Eyth-Schule Stefan Hanisch und Susanne Woitag ein Schulprojekt vor. Die MES ist deutschlandweit die einzige Schule, die das Unterrichtsfach »Soziales und Kultur« anbietet. Dort habe man sich mit der Thematik Drittes Reich beschäftigt, so die Pädagogen. Die intensive Beschäftigung in der Schule sei wichtig, denn die meisten Jugendliche hätten in ihren Familien keinen direkten Bezug mehr zu diesem Abschnitt der Geschichte. Und auch die Demokratie sei nichts Gottgegebenes. Denn das Gedankengut wachse immer weiter in die Mitte der Gesellschaft.

Im Zunftsaal können Interessierte noch bis Ende November die Ausstellung sehen. Besonderes Augenmerk verdient dabei ein Interview, das Susanne Woitag per E-Mail mit Doris Paula Wallach geführt hat, die während des Nationalsozialismus' geflohen ist und heute in Argentinien lebt. Sie ist eine direkte Nachfahrin der Familie Wallach, und ihre Eltern waren Opfer des Holocaust. In dem Interview geht es um persönliche Erinnerungen aber auch um Fragen nach Schuld und Verantwortung.

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