24. Mai 2018, 21:52 Uhr

Lehrstuhl für Religionsfreiheit

24. Mai 2018, 21:52 Uhr
C. Sauer

Prof. Christof Sauer ist als Inhaber des ersten deutschen Lehrstuhls für Religionsfreiheit und Erforschung der Christenverfolgung an der Freien Theologischen Hochschule (FTH) in Gießen eingeführt worden. FTH-Rektor Prof. Stefan Holthaus sagte, er freue sich, dass seine Hochschule Sauer für diese Arbeit gewinnen konnte. Unter den 80 Besuchern der Feier waren Vertreter der Bundes- und Landespolitik sowie aus verschiedenen Kirchen. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Hermann Gröhe, zugleich auch Beauftragter für Religionsgemeinschaften, beglückwünschte die FTH, dass sie als 1974 gegründete noch junge Hochschule die erste sei, die einen solchen Lehrstuhl einrichte. »Heute sind die Christen die größte um ihres Glaubens willen verfolgte Gruppe«, sagte Gröhe. Darum sollten Christen sich für ihre Glaubensgeschwister einsetzen, auch im politischen Umfeld. Der ehemalige Bundesgesundheitsminister rief Sauer zu, er solle an diesem Thema arbeiten, damit die Rufe der Verfolgten nicht mehr so ungehört bleiben.

Auch der neue Beauftragte der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit, Markus Grübel (CDU), nahm an der Feier teil. Er wies darauf hin, dass er an einem Bericht über die Situation der Christen weltweit arbeite, den er der Bundesregierung vorlegen werde. Der Einsatz für Religionsfreiheit und gegen Christenverfolgung sei ein Einsatz für Menschenrechte, sagte Grübel.

Grußworte sprachen auch der in Gießen aufgewachsene stellvertretende Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz und Direktor des Internationalen Instituts der Religionsfreiheit, Prof. Thomas Schirrmacher, sowie der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für das Martyrologium des 20. Jahrhunderts, Prof. Helmut Moll. Für die Landesregierung kam Staatssekretär Manuel Lösel aus dem Kultusministerium.

Als Festredner wies Prof. Heiner Bielfeldt vom Lehrstuhl für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik der Universität Erlangen-Nürnberg auf weltweite versteckte Unterdrückung von Religion hin. »Religionsfreiheit braucht die Menschenrechte. Das gilt auch umgekehrt.«

Christenverfolgung in der eigenen Familie hat Susanne Geske aus Malatya in der Türkei erlebt. Dort wurde im April 2007 ihr Ehemann Tilmann Geske wegen seiner Zugehörigkeit zu einer christlichen Gemeinschaft ermordet. Zudem wies die FTH auf die Situation von Christen in Nordkorea mit einer Ausstellung hin. Sauer gilt als internationaler Experte auf dem Gebiet. Er habilitierte sich 2013 mit einer Arbeit über »Martyrium und Mission« an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel. Der württembergische Pfarrer ist Mitbegründer des 2006 entstandenen Internationalen Instituts für Religionsfreiheit und fungiert dort als Vize-Direktor. Außerdem lehrt er weltweit an Universitäten und Hochschulen zu Fragen der Religionsfreiheit und Christenverfolgung. (Foto: ür)

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