07. Januar 2019, 17:42 Uhr

Ägypten

Gießener Schüler in Ägypten vermisst: Vater spricht über seine Befürchtungen

Ein 18-Jähriger Gießener wird seit drei Wochen in Ägypten vermisst. Möglicherweise wurde er von den Behörden festgenommen. Nun äußert sich sein Vater zu dem Fall.
07. Januar 2019, 17:42 Uhr
(Foto: dpa/Symbolbild)

Bange Wochen für einen Vater aus Gießen: Sein Sohn wird seit Mitte Dezember in Ägypten vermisst. Der 18-Jährige, der in Gießen zur Schule geht und hier vor dem Abitur steht, habe seinen erkrankten Großvater in Kairo besuchen wollen. Dafür sei er von Frankfurt zunächst nach Luxor geflogen, um von dort noch am selben Abend in die Hauptstadt Ägyptens weiterzureisen. In Kairo ist der Junge nach Informationen des Vaters aber bis heute nicht angekommen. »Mein Bruder in Ägypten sagt, dass er festgenommen wurde«, erklärte der Vater gegenüber dieser Zeitung bereits im Dezember. Auf dem Handy könne er ihn nicht erreichen.

Nun, drei Wochen später, sind die Sorgen beim Vater noch größer geworden. »Ich schlafe nicht und habe viel geweint«, verrät er. Über die Hintergründe der mutmaßlichen Verhaftung könne er weiterhin nur spekulieren. »Vielleicht war die Reiseroute für die Behörden verdächtig, weil mein Sohn nicht direkt nach Kairo geflogen ist.« Den Umweg über Luxor habe der Schüler aber schlicht aus Kostengründen gewählt. Auch eine Namensverwechslung hält er für denkbar.

 

Onkel des 18-Jährigen von Staatsanwaltschaft einbestellt

In den nächsten Tagen besteht zumindest etwas Hoffnung auf weitere Informationen: »Mein Bruder, der in Ägypten lebt, wurde für kommende Woche von der Staatsanwaltschaft Luxor einbestellt. Mehr wissen wir aber auch noch nicht.« Der Vater, der ebenfalls in Gießen lebt, habe selbst überlegt nach Ägypten zu fliegen. Seine Familie habe ihm jedoch abgeraten. Die Sorgen um den 18-Jährigen seien riesig: »Ich habe Angst, dass mein Sohn irgendwann einfach erschossen wird, ich meinen Sohn nie wiedersehe.« Auf mindestens 60.000 schätzt Human Rights Watch die Zahl der politischen Häftlinge in Ägypten. Der Schüler aus Gießen habe sich aber nichts zu Schulden kommen lassen, ist sich sein Vater sicher.

+++ Lesen Sie auch: 45.000 unterzeichnen Petition für vermissten Gießener

Im Auswärtigen Amt hieß es am Sonntag, das Ministerium nehme den Vorfall »sehr ernst«. Die deutsche Botschaft in Kairo stehe in Kontakt mit den zuständigen Behörden und den Angehörigen und bemühe sich »mit Nachdruck um Aufklärung«. Den Angaben zufolge wird in Ägypten ein zweiter Mann auch aus Göttingen vermisst. Weitere Informationen zu dem Göttingen Fall gibt die Hessische-Niedersächsische Allgemeine (HNA) hier.

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