31. August 2018, 22:13 Uhr

Erfrischend berufsjugendlich

31. August 2018, 22:13 Uhr
Familienabend auf dem Schiffenberg: Nena und ihr Sohn Sakias begeistern das Publikum.

Und zum Schluss gibt es ein »Happy Birthday« aus fast 5000 Kehlen. »Meine Mami hat morgen Geburtstag«, verrät Nena am Ende des Konzerts auf dem Schiffenberg. Dass die Zuschauer das Ständchen aus vollem Halse mitsingen, hat sich die Sängerin in den knapp zwei Stunden zuvor redlich verdient. Als sie um 20.50 Uhr in weißer Fransenjacke die Bühne betritt, wird sie vom Publikum mit Jubel begrüßt. Für »Indianer« gibt es noch höflichen Beifall, doch spätestens beim zweiten Lied des Abends geht die Post ab. Mit »Nur geträumt« singt Nena nicht nur den Hit, der ihr 1982 den kommerziellen Durchbruch gebracht hat, sie gibt auch das Motto des Abends vor: »Wir hauen euch die 80er-Jahre-Songs ein bisschen um die Ohren – ist das okay für euch?«, fragt die 58-Jährige und erntet begeisterten Beifall von den Fans im Klosterhof, von denen die meisten ebenfalls im Alter der Sängerin sind.

»Rette mich«, »Fragezeichen« und das »Kino«, in dem sie um Mitternacht sitzt, bringen das Publikum an einem kühlen Sommerabend auf Touren. »Schön, dass ihr da seid«, ruft die Frontfrau und fordert immer wieder zum Mitsingen auf. Die Besucher erweisen sich bei Songs wie »Leuchtturm« und »99 Luftballons« nicht nur als textsicher, sie werden im Laufe des Abends auch immer wieder mit neuen optischen Perspektiven überrascht. Plötzlich steht Nena samt Gitarre auf einer Minibühne mitten im Publikum, an ihrer Seite nur Schlagzeuger und Gitarrist. Sie interpretiert »Berufsjugendlich« in der Version von Samy Deluxe und beweist, dass sie sich auch selbst auf die Schippe nehmen kann. Selbstironie lässt sie auch bei »Oldschool« aufblitzen.

Nicht zweimal auffordern lässt sich das Publikum, als sie darum bittet, zu Markus’ »Kleine Taschenlampe brenn« die »Taschenlampe in euren Handys« zu benutzen. Bei »Wunder gescheh’n« bedarf es dieser Aufforderung gar nicht – der Platz vor der Bühne wird zum Lichtermeer.

Und immer wieder zeigt sie am Donnerstagabend, dass sie auch anderen in ihrer Band das Rampenlicht gönnt. Mehrfach ertönt das Kommando »Spot auf Johnny« zum Gitarrensolo. Nenas Sohn Sakias interpretiert den Song »Weißes Schiff« und erinnert mit seiner Stimme etliche Besucher an Xavier Naidoo. Später präsentiert er gemeinsam mit seiner Mutter eine Reggae-Version von »Irgendwie, irgendwo, irgendwann«. Überhaupt zeigt sich die gesamte Band spielfreudig – mit Lust auf Improvisation. Ob bei »Hey Jude« von den Beatles oder dem kurzen Anspiel des Stones-Hits »Jumpin’ Jack Flash«, die Musiker auf der Bühne haben die Klosterruine gerockt.

»Nichts versäumt« heißt die aktuelle Tour der Pop-Ikone. Wer am Donnerstag nicht auf dem Schiffenberg war, hat ganz sicher etwas versäumt: Nena in Topform. (Foto: Schütz)

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