08. November 2018, 21:38 Uhr

Ein Abend der Erinnerungskultur

08. November 2018, 21:38 Uhr
David Safier

Die Erinnerung wachhalten, den Überlebenden eine Stimme geben: Seit zwei Jahrzehnten setzen die Arbeitsstelle Holocaustliteratur der Justus-Liebig-Universität und die Ernst-Ludwig-Chambré-Stiftung zu Lich alles daran, Zeitzeugen des Holocaust zu Wort kommen zu lassen – direkt und indirekt im Rahmen von Veranstaltungen, in der Literatur und Kunst. Gemeinsam feiern beide am Donnerstag, 22. November, ab 19 Uhr im Vorlesungssaal in der Alten Universitätsbibliothek (Bismarckstraße 37) ihr 20-jähriges Bestehen.

Neben Grußworten von Prof. Verena Dolle, Erste Vizepräsidentin der JLU, und Staatsminister a. D. Karl Starzacher, Vorsitzender der Chambré-Stiftung und Vorsitzender des JLU-Hochschulrats, werden die Journalistin und Publizistin Dr. Franziska Augstein, Prof. Sascha Feuchert, Leiter der Arbeitsstelle Holocaustliteratur an der JLU, der Schriftsteller David Safier und Prof. Sybille Steinbacher, Leiterin des Fritz Bauer Instituts, Goethe-Universität Frankfurt, in einem Podiumsgespräch die aktuelle Erinnerungskultur erörtern. Antje Tiné (Stadttheater) wird zudem Auszüge aus Ruth Klügers autobiografischem Werk »weiter leben« lesen.

Die Arbeitsstelle Holocaustliteratur wurde im Wintersemester 1998/99 am damaligen Institut für Germanistik der JLU gegründet. Die Ernst-Ludwig-Chambré-Stiftung zu Lich war wenige Monate vorher von Ernst-Ludwig Chambré, einem aus Lich stammenden Holocaust-Überlebenden, ins Leben gerufen worden. Seitdem verbindet beide Einrichtungen eine enge Kooperation, die seit 1. Juni 2017 auch in der neu eingerichteten »Ernst-Ludwig-Chambré-Stiftungsprofessur für Neuere Deutsche Literatur mit dem Schwerpunkt Holocaust- und Lagerliteratur sowie ihre Didaktik« sichtbar ist. Die Professur, die Sascha Feuchert bekleidet, wird von der Chambré-Stiftung wesentlich gefördert. Gleichzeitig unterstützt das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) seit Anfang 2016 den Ausbau der Arbeitsstelle Holocaustliteratur an der JLU bis Anfang 2021.

Die AHL setzt sich als interdisziplinäre Einrichtung vor allem mit Texten der Holocaust- und Lagerliteratur literaturwissenschaftlich und -didaktisch auseinander. Einen Schwerpunkt bilden dabei die Texte von Überlebenden. Zentrales Anliegen der Arbeitsstelle ist es, dafür zu sorgen, dass diese Texte der Nachwelt erhalten bleiben.

Die Chambré-Stiftung unterstützt neben der Förderung der Arbeitsstelle Holocaustliteratur unter anderem Jugendarbeit zur Erinnerung an den Holocaust und fördert Projekte zur Erinnerung an das oberhessische Judentum. (Fotos: Autorenhomepage und Karlheinz Schindler / Picture Alliance.

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