25. Juli 2010, 18:50 Uhr

Jazz in stilvollem Ambiente

Laubach (tie). Einen sommerlichen Tag in stilvollem Ambiente und dazu Jazz-Standards in höchster Perfektion bekamen die rund 100 Gäste am Sonntag beim ersten »Open-Air Jazzbrunch« im großen Hof des Schlosses geboten.
25. Juli 2010, 18:50 Uhr
(Foto: tie)

Dabei unterhielt Olaf Kübler - »Vaterfigur des deutschen Jazz«, »Bunter Vogel und Saxofon-Gigant« - mit seinem Quartett auch, indem er Anekdoten aus seiner Zeit in Gießen und Marburg zum Besten gab.

Kübler, der 1937 in Berlin-Spandau geboren wurde, kam nach dem Zweiten Weltkrieg mit seiner Familie nach Gießen, dem »Schanghai an der Lahn«, wie Kübler meinte. Damals waren rund 20 000 US-amerikanische Soldaten in der Universitätsstadt stationiert - und der 17-jährige Kübler »brannte« für die neue Musik, den Jazz; er besorgte sich sein erstes Altsaxofon.

»Das muss 1955, ‘56 gewesen sein. Da habe ich bei Benno Walldorf gelernt, wie das mit den Blättchen beim Saxofon funktioniert«, erinnerte sich der Musiker. In den Offiziersklubs der Amerikaner habe er von befreundeten - meist schwarzen - Soldaten Platten von Jazz-Größen jener Zeit wie Miles Davis, John Coltrane und Oscar Peterson bekommen, dann wollte er auch diese Musik spielen. Mit Ernie Butler, einem schwarzen US-Soldaten, der auch in Gießen Basketball spielte und sogar für eine deutsche Meisterschaft der Lahnstädter sorgte, fuhr Kübler oft in dessen »Opel Admiral« nach Frankfurt, um dort Jazz in den Klubs der US-Streitkräfte zu spielen und zu hören. »Von der Musik von Dizzie Gillespies war ich richtig geplättet, da lief einem ein Schauer über den Rücken, über das, was die so draufhaben«, so Kübler über die eindrucksvollen Auftritte der Jazz-Weltspitze.

Weitere Anekdoten folgten. Etwa die Szene, als Kübler von Axel Meyer-Wölden aufgefordert wurde, einen Vertrag bei einer großen Plattenfirma zu unterschreiben: Der junge Kübler wollte schon damals »lieber Jazz spielen und frei sein« und verschwand durchs Toilettenfenster.

Mit Stücken wie Summertime«, dem »Blues for nothing«, den er für seine Mutter spielte, »Macky Messer« und einer ausgezeichneten und stimmige Auswahl an weiteren Standards sorgte Kübler mit seinem Tenor-Saxofon und mit Unterstützung seiner Mitstreiter Jan Hammer (Piano, Hammondorgel), George Mraz (Bass) und Michael Dennert (Drums) für einen stimmungsvollen Tag in passendem Ambiente.

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