08. April 2010, 17:54 Uhr

Was Vornamen über das Liebesleben verraten können

Reiskirchen (siw). »Namen sind nur Schall und Rauch.« Diesen Ausspruch aus Goethes Faust kann Clemens Beöthy nicht bestätigen. Er hält es lieber mit dem römischen Komödiendichter Plautus (um 200 v. Chr.), der in seinem Stück »Der Perser« die Formulierung »nomen atque omen« verwendet.
08. April 2010, 17:54 Uhr
Clemens Beöthy mit seinem Buch über Vornamen. (Foto: siw)

Reiskirchen (siw). »Namen sind nur Schall und Rauch.« Diesen Ausspruch aus Goethes Faust kann Clemens Beöthy nicht bestätigen. Er hält es lieber mit dem römischen Komödiendichter Plautus (um 200 v. Chr.), der in seinem Stück »Der Perser« die Formulierung »nomen atque omen« verwendet. Die lateinische Redensart »Nomen est omen« bedeutet »der Name ist ein Zeichen« und wird meist scherzhaft gebraucht, um auszudrücken, dass der Name eine Person oder Sache sehr treffend kennzeichnet. »Liebe ist keine Frage der Chemie. Das Geheimnis einer glücklichen Beziehung sind die passenden Vornamen«, behauptet Beöthy und stützt seine These auf einen reichen Erfahrungsschatz, den er als Therapeut bei seiner täglichen Arbeit mit Singles und Paaren sammeln konnte.

Anschaulich, ein wenig ironisch, auf jeden Fall, aber amüsant erläutert der Autor in seinem kürzlich erschienenen Taschenbuch, wer mit wem gut kann und welche Namensträger einander lieber aus dem Weg gehen sollten. »Heirate niemals einen Udo - Was Vornamen über unser Liebesleben verraten«, so lautet der provokante Titel des vom Knaur-Verlag herausgegebenen Taschenbuches, in dem je 25 weibliche und männliche Vornamen beschrieben werden.

Nicht nur die männlichen Geschöpfe mit dem Vornamen Udo weisen nach Beöthy etliche ehe-untaugliche »Merkmale« auf, da gibt es noch einige Geschlechtsgenossen mehr, von denen »Frau« lieber die Finger lassen sollte. Für die Herrenwelt, die Ausschau nach »Miss Perfect« hält, gilt umgekehrt das gleiche. Aber wie immer im Leben, bestätigen bekanntermaßen Ausnahmen die Regel. »Und gegen die Liebe ist ohnehin kein Kraut gewachsen; dort, wo sie hinfällt, interessiert auch nicht der vermeintlich falsche Vorname des Herzblatts in spe«, sagt Beöthy.

Weiter führt der Autor aus, jeder Vorname zeige sein ihm eigenes Balz- und Liebesverhalten. Er verrate zudem Wissenswertes über sexuelle Vorlieben, das äußere Erscheinungsbild und das Verhalten während der gemeinsamen Zeit und bei einer Trennung. »Und es kann ja kein Fehler sein, besonders in der Anfangszeit, wenn die Liebe blind macht, darüber Bescheid zu wissen«, meint der Beziehungscoach und Autor. Auch die Namensträger selbst seien erstaunt, wie viele Übereinstimmungen sie beim Lesen entdeckten.

Als Heilpraktiker für Psychotherapie berät der Hattenröder in Einzel- und Gruppensitzungen Partnersuchende, begleitet Paare auf den ersten Schritten in die Zweisamkeit und bei Bedarf auch darüber hinaus. Im Laufe der Jahre fand Beöthy heraus, dass der Vorname Auswirkungen auf das Liebesleben habe. Den Entschluss, lieber Singles glücklich, als Schüler unglücklich zu machen, fasste der 44-jährige glückliche Vater von zwei Kindern nach einem eher lustlosen Lehramtsstudium in den Fächern Deutsch und Religion bereits vor mehr als 13 Jahren.

Bei diversen Radio- und Fernsehsendern ist Beöthy derzeit gefragter Interviewpartner. Das freut ihn sehr und steigert die Motivation zur weiteren »Namensforschung«. Der Anfang für den zweiten Band mit weiteren Vornamen sei bereits gemacht.

8 »Heirate niemals einen Udo - Was Vornamen über unser Liebesleben verraten« ist als Taschenbuch (ISBN 978-3-426-78335-1) für 9,95 Euro im Handel erhältlich.

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