20. Februar 2018, 13:05 Uhr

Outlet-Center

Schlichtung im Pohlheimer Outlet-Center-Zoff

Nach den "Lokalegoismus"-Vorwürfen aus Gießen hat sich Pohlheims Bürgermeister mit den Gießener Verantwortlichen getroffen. Verhärtete Fronten sieht er nun nicht mehr.
20. Februar 2018, 13:05 Uhr
Ein solches Outlet-Center (wie hier in Roppenheim) will die Bürgerinitiative Garbenteich verhindern und strebt deshalb ein Bürgerbegehren an. (Foto: Hill+Knowlton Strategies GmbH)

Nach der heftigen Kritik aus Gießen an den Pohlheimer Outlet-Center-Plänen scheinen sich nun die Wogen ein wenig zu glätten. Die Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft haben sich am Montag zu einem klärenden Gespräch getroffen. »Mit dem Wissen von Montagabend würde Frau Grabe-Bolz das so bestimmt nicht mehr sagen«, bilanzierte Pohlheims Bürgermeister Udo Schöffmann das Treffen.

Gießens Stadtchefin Garbe-Bolz hatte am Wochenende den Pohlheimern »Lokalegosimus« vorgeworfen, da sie mehrheitlich für einen Aufstellungsbeschluss zu einem Factory-Outlet-Center gestimmt hatten. Am Montag nun saßen Grabe-Bolz und Schöffmann gemeinsam mit Gießens Stadtrat Peter Neidel, Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich und den am Projekt beteiligten Firmenverantwortlichen zusammen.

Es hilft nur, miteinander zu reden und nicht, markante Worte der Presse zu sagen. Wir in Pohlheim sind immer offen für Gespräche

Udo Schöffmann

»Frau Grabe-Bolz weiß jetzt, was ein Outlet-Center bedeutet und weiß, dass wir jetzt erst feststellen werden, welche Auswirkungen es auf die Region haben könnte«, sagte Schöffmann. Sie sei zwar immer noch nicht erfreut, aber sie habe erkannt, dass die Faktenlage abgewartet werden muss.

»Es hilft nur, miteinander zu reden und nicht, markante Worte der Presse zu sagen. Wir in Pohlheim sind immer offen für Gespräche«, sagte Schöffmann.

 

BI kündigt Aktionen an

 

Widerstand gegen die Outlet-Center-Pläne aber gibt es auch in Pohlheim. Am Wochenende erst hat die Bürgerinitiative Garbenteich ein Helfertreffen zum eingeleiteten Bürgerbegehren gegen das Outlet-Center initiiert. »Es ist das erste Mal in der Historie von Pohlheim, dass die Bürger die Möglichkeit haben über ein solches gigantisches Projekt mitzubestimmen. Sie sollten die Chance nutzen und die Entscheidung nicht den Politikern alleine überlassen«, sagte Olaf Bappert, Vorsitzender der BI.

Bei dem Begehren handelt es sich noch um keine Meinungsäußerung. Diese folgt erst, wenn das Bürgerbegehren gültig ist. »Ziel ist es, mindestens 2000 Unterschriften zu sammeln, damit die uns nicht positiv gegenüber aufgestellte Pohlheimer Verwaltung das Begehren nicht wegen Formfehler kippen kann«, sagte Bappert. Zu den ersten Unterzeichnern zählten Eckhart Hafemann, Fraktionsvorsitzender der Grünen und Peter Alexander, der SPD-Fraktionsvorsitzende in Pohlheim.

Schöffmann: BI verbreite lediglich Halbwissen

»Ich hatte alle Fraktionsvorsitzenden der Pohlheimer Parteien und den Bürgermeister persönlich eingeladen, als eine der Ersten zu unterschreiben und dadurch ihr Demokratieverständnis zum Ausdruck zu bringen. Sehr schade, dass einige Politiker in Pohlheim wohl für Demokratie nicht offen sind«, sagte Bappert. Bürgermeister Schöffmann sah das ein wenig anders: "Wo kommen wir denn dahin, wenn wir für alles einen Bürgerentscheid durchführen würden." Die Leute müssten aufgeklärt werden, sagte Schöffmann noch. Die BI verbreite lediglich Halbwissen.

Die Bürgerinitiative aber gibt sich durchaus kampfeslustig und plant bereits weiteren Widerstand. "Wir sind mittlerweile finanziell so gut aufgestellt, dass wir noch viele weitere Aktionen in den nächsten acht Wochen durchführen können. Und ich bin mir sicher, dass wir die notwendige Anzahl an Unterschriften erzielen«, sagte Bernd Smarsly.

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