14. Dezember 2018, 09:05 Uhr

Dirtpark

Dirtpark: Darum üben die jugendlichen Biker an publikumsträchtigem Ort

Als ein Standort für den Dirtpark in Staufenberg gesucht wurde, war zunächst der Aktivpark im Gespräch. Das war den Jugendlichen jedoch zu abseits.
14. Dezember 2018, 09:05 Uhr
Dirtbiken, das Fahren und Springen mit einem Spezialrad über modellierte Erdhügel, im Dirtpark Staufenberg. (Foto: vh)

Da staunt der Laie und wundert sich, dass eine Handvoll Erdhügel ausreichen, um helle Begeisterung bei pubertierenden Jugendlichen auszulösen, mehr noch, dass ein bisschen Erde sogar sozialpädagogisch wertvoll sein kann.

Neuerdings stehen paar solcher unterschiedlich große Erdhaufen auf einer abschüssigen Wiese unterhalb der Einmündung der Großgasse auf den Kreisel beim Tegut.

Es handelt sich um den ersten Bauabschnitt des künftigen »Dirtpark Staufenberg«. Der ist zwar offiziell eröffnet, aber eigentlich schon wieder geschlossen, da Nässe und Schnee den unbefestigten Boden aufweicht und die Federung der Fahrradgabel weitgehend wirkungslos bleibt. Das wäre dann Dirten ohne Spaß-Faktor.

An einem Tag, an dem der Regen pausierte, stellten Bürgermeister Peter Gefeller, Jugendpfleger Sven Iffland und einige Biker das Projekt der Presse vor.

 

Erde verdichtet durch Befahren

Was für den Laien aussieht wie hingekleckste Erdhaufen, ist ein ausgeklügeltes Bodenprofil, das Jugendliche modelliert haben.

Gefeller sagte, ein Bagger habe das Material an ausgeguckten Standorten zu 45-Grad-Hügeln geschichtet, ein Grundgerüst gebaut. Der Erdaushub stamme von der aktuellen Baustelle der Kindertagesstätte am Buchenberg in Daubringen.

Sven Iffland ergänzte, die Jungs hätten in Eigenarbeit dann sogenannte Shapes (Profile der Rampen) gestaltet. Durch stetiges Befahren der Rampen verdichte sich die Erde von alleine.

Der Dirtpark habe zunächst dem entstehenden Aktivpark Lumdatal des TV Mainzlar an der Hachborner Straße eingegliedert werden sollen, berichtete Gefeller. Dieser Standort sei jedoch ziemlich abgelegen, uncool für Jungs, die ihre Sprünge gerne vor Publikum zeigten.

 

Rampen modelliert

Der Bürgermeister hatte erfahren, dass im Zuge der Flurbereinigung als Folge des Baus der Mainzlarer Ortsumfahrung die betreffende Wiesenfläche zwischen dem Kreisel und Radweg nach Daubringen der Stadt zufallen würde. Dieser Vorgang ist unterdes in trockenen Tüchern.

Daraufhin machte der städtische Bauhof zusammen mit Iffland und Jugendlichen eine Besichtigungstour zum Dirtpark Schanzenfeld des Radfahrerverein Germania Hungen.

Mit Tipps und einer beratenden Hilfezusage im Gepäck fuhr man zurück. Erde wurde geordert, Hügel aufgeschichtet und Rampen modelliert.

Seit vierzehn Tagen steht ein Schild mit Benutzungsregeln am Wiesenrand. Somit sind die Erdhügel offiziell freigegeben. Fußgänger wundern sich, wie man mit ein paar Erdhaufen Jugendliche offenbar stark begeistern kann. Der Jugendpfleger hat hinzu gelernt.

 

Jugendliche packen an

Wenn Jugendliche selber anpacken und verantwortlich gestalten, profitiere das soziale Miteinander. Sportarten mit Wettbewerbsdominanz, gerade Fußball, litten häufig unter Nachwuchsmangel.

Beim Dirtbiken unterstützten sich die Jungs, wie man am besten Kniffe und Fahrtechniken erlernt. Und sie achteten auf ihre Strecke, dass niemand Unfug mit dem Profil treibt.

Nächstes Jahr wird der Dirtpark erweitert. Auf der Wunschliste steht ein Pump-Track-Rundkurs: viele aufeinander folgende kleine Wellenhügel mit Steilkurven dazwischen.

Das lieben Geschwindigkeits-Macher und Freunde moderater Sprünge. Gefeller informierte zudem, am Kreisel solle eine Leitplanke installiert werden, damit Autofahrer nicht irritiert würden.

Info

Dirtbiken

Beim Dirtbiken werden Erdhügel überquert. Der Hügel als Rampe dient zum Springen. Mehrere Meter sind dabei möglich. Im Schwebezustand machen Profis zusätzliche Tricks. Dirtbikes haben meistens nur eine Bremse, nämlich am Hinterrad und keine Schaltung, sind die kleine Variante des Mountainbikes (24 bis 26 Zoll). Räder bestehen aus Chrom-Molybdän-Stahl oder Aluminium-Legierungen. Ihre Breitreifen (2,1 bis 2,5 Zoll) haben ein grobes Profil aber wenig Rollwiderstand. Die Federgabel ist das zentrale Bauteil. Der Federweg zwischen 80 und 140 Millimeter reduziert die Stöße auf ein Minimum. Zur Schutzausrüstung gehören ein Halbschalenhelm, Knie- und Schienbeinschoner sowie Ellbogenschoner. (bf)

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