Dem Schimmel keine Chance

31. Oktober 2017, 18:14 Uhr
Gutes Lüften ist wichtig. Doch gerade in der kalten Jahreszeit ist der Luftaustausch durch das geöffnete Fenster mit einem großen Wärmeverlust und damit einem erhöhten Energieverbrauch verbunden. (Foto: se)

Es ist doch so einfach: Ist in der Wohnung bzw. in einem Raum (Wohnzimmer, Küche, Bad, Kinderzimmer) die Luft verbraucht, wird das Fenster geöffnet. Die verbrauchte Luft kann entweichen, frische Luft füllt den Raum, alles ist in bester Ordnung. Weit gefehlt. Das wird den heutigen Gegebenheiten nicht mehr gerecht. Die »Luftdichtheit« der Gebäude nimmt weiter zu, sodass der Wohnraumbelüftung eine immer größere Bedeutung zukommt. Dieses und vieles mehr erfuhren die rund 45 Zuhörer, die kürzlich am Vortragsabend des Heuchelheimer Energieeffizienz-Forums (Henef) zum Thema »Kontrollierte Wohnraumlüftung im Bestand und Neubau« im Sitzungssaal der Gemeindeverwaltung teilnahmen.

Gastreferent war Diplom-Ingenier Norbert Kroker aus Hüttenberg, seit über 20 Jahren selbstständiger Fachmann für Neue Energie-Konzepte (NEK). Henef-Sprecher Diplom-Ingenieur Jürgen Engelhardt nannte in seiner kurzen Begrüßungsrede drei Aspekte des Lüftens: Frischluftzufuhr, Schimmelvermeidung und Behaglichkeit.

Von Bedeutung für Allergiker

Kroker gab einen Überblick über Möglichkeiten zur zeitgemäßen Wohnraumlüftung. Da ist einmal die zentrale Lüftungsanlage bei Neubauten bzw. Altbauten (»Bestand«). Im letzten Fall müsste der bestehende Bau entkernt werden, um eine solche Anlage einzubauen. Bei bestehenden und durchgängig bewohnten Häusern bietet sich alternativ eine bzw. mehrere dezentrale Anlage(n) an.

Der Vorteil beider Anlagen ist, dass permanent saubere Frischluft den Räumen zugeführt wird und dass der Feuchtigkeitsgehalt der Raumluft so gesteuert werden kann, dass die Behaglichkeit optimiert wird und außerdem kein Schimmel entsteht. Die Kosten einer zentralen Anlage liegen bei mindestens 6000 bis 8000 Euro – plus Mehrwertsteuer. Hat man sich für eine dezentrale Anlage entschieden, d. h. eine Anlage pro Raum, dürfte man etwa 600 bis 800 Euro pro Einheit (plus Einbau) zahlen. Bei dieser Anlage wird in der Abluftphase die warme, verbrauchte Luft nach außen befördert und die Wärme (Energie) dieser Luft in einem Speicher aufbewahrt. Ist die maximale Speicherkapazität nach etwas mehr als einer Minute erreicht, wechselt der in dieser Anlage befindliche Ventilator seine Drehrichtung. Die frische Außenluft wird in den Wohnraum befördert und dabei durch den Speicher erwärmt. Sobald die gespeicherte Wärme vollständig abgegeben wurde, wechselt der Ventilator erneut die Drehrichtung, und es beginnt wieder die Abluftphase. Diese Lüftung ist mit einem Filter versehen, der bis zu 90 Prozent alle Pollen auffängt. Das dürfte auch für Allergiker von Interesse sein.

Da in der Regel die Lüftungsverluste zwischen 25 und 50 Prozent der Wärmemenge eines Hauses betragen, ergibt sich eine erhebliche Energieeinsparung über eine Wärme-Rückgewinnung. Auch bei einer zentralen Lüftung wird ein Wärmetauscher eingesetzt, durch den die Abluftwärme zurückgewonnen wird. Aber auch bei einer Lüftungsanlage könne man die Fenster zum Lüften ruhig öffnen: »Das macht der Lüftungsanlage nichts, sondern Ihrem Geldbeutel«, teilte Kroker den Zuhörern mit. Der Referent stellte sich im Anschluss an seinen Vortrag den Fragen der Besucher. In diesem Zusammenhang wies er auf die Gefahr hin, dass vor allem im Winter die Raumluft zu trocken werden könne. Darunter leide nicht nur die Behaglichkeit, sondern es bestehe die Gefahr, dass z. B. ältere Möbel oder Parkettböden Schaden dadurch nehmen. Dieser Gefahr könnten Enthalpietauscher (EWT) entgegenwirken, die für die benötigte Luftfeuchtigkeit sorgen. Es entwickelte sich ein reges Frage- und Antwortspiel sowie eine angeregte Diskussion. Ein Indiz dafür, dass das Thema Wohnraumlüftung für Hausbesitzer, Bauherren und solche, die es werden wollen, einen immer größeren Stellenwert besitzt.

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