06. Februar 2019, 15:24 Uhr

Bremsspuren

Bremsspur an Bremsspur – Polizei sucht nach den »Streifenziehern« von Hungen und Laubach

Rund um Hungen und Laubach sind sie auf viele Straßen zu finden: Bremsspuren in Schlangenlinien über teils hundert Meter Länge. Die Polizei kennt bereits einige Verursacher.
06. Februar 2019, 15:24 Uhr

Von Patrick Dehnhardt , 1 Kommentar

Die schwarzen Streifen auf der Fahrbahn sehen zunächst so aus, als hätte hier jemand eine heftige Vollbremsung mit blockierenden Reifen hinlegen müssen. Doch die Spur hört gar nicht mehr auf. Und noch seltsamer: Sie geht in Schlangenlinien quer über die gesamte Breite der Straße zwischen Hungen und Villingen, dies über bald 100 Meter. Nur wenige hundert Meter entfernt findet sich erneut solch ein »Kunstwerk«. Und es ist kein Einzelfall: Überall auf den Straßen rund um Hungen und Laubach lassen sich diese übertriebenen Bremsspuren finden.

 

Bremsspuren aus der Poserszene

Bei der Polizei Grünberg versucht man derzeit, die Verursacher zu ermitteln. Es wird vermutet, dass die Fahrer absichtlich mit angezogener Handbremse ihre Reifenbeläge auf der Straße abnutzen. »Ob das eine Poser-Szene ist, lässt sich noch nicht sagen«, sagte der Pressesprecher der Polizei auf Anfrage der Gießener Allgemeinen Zeitung.

Derzeit laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Einige Kennzeichen sind der Polizei bereits bekannt. Es wird aber vermutet, dass es sich um eine größere Gruppe handelt. Die Beamten bitten darum, dass sich Zeugen melden, die solche Fahrer beim »Streifenziehen« beobachtet haben (Telefonnummer Polizei Grünberg 06401/91430).

 

Bei Unfall drohen harte Konsequenzen

Das Ganze ist übrigens nicht nur ein Kavaliersdelikt. Zwar droht zunächst nur ein Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen »übermäßiger Straßennutzung«. Werden jedoch bei solch einem Manöver der Gegenverkehr oder andere Unbeteiligte gefährdet, ermittelt die Polizei wegen einer Straftat. Diese Ermittlungen drohen übrigens auch dann, wenn sich der Beifahrer bei einem Unfall verletzt. »Eine Gefährdung kann man bei solch einem Fahrmanöver nie ausschließen«, teilt der Polizeisprecher mit. Die Konsequenzen können dann weit über ein Fahrverbot hinausgehen.

Wer übrigens einen Unfall bei solch einem Manöver baut, der dürfte auch bei seiner Versicherung wohl nur ein Schulterzucken erwarten dürfen. Denn bei grober Fahrlässigkeit – und diese liegt bei solch einem Manöver vor – kann die Versicherung die Zahlung verweigern.

Generell stellt sich die Frage, ob diese Fahrer (oder Fahrerinnen) generell zuviel Geld haben. Schließlich ist ein Reifen bei solch einem Fahrstil wesentlich schneller hinüber. Jedenfalls könnten sie das Geld in etwas sinnvolleres investieren – und wenn es nur ein lustiger Abend mit Freunden oder auch Felgenglanzspray wäre.

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