06. Juni 2011, 09:15 Uhr

Amüsant, unterhaltsam, ideenreich

Bad Vilbel (wz). Pure Unterhaltung wollte sie bieten, und diesem Anspruch ist Regisseurin Adelheid Müther voll und ganz gerecht geworden. Mit ihrer Inszenierung der »Feuerzangenbowle« begannen am Samstagabend die 25. Burgfestspiele in der Wasserburg - amüsant, unterhaltsam, ideenreich und vielversprechend.
06. Juni 2011, 09:15 Uhr
Direktor Knauer (Volker K. Bauer, r.) und der Oberprimaner Pfeiffer (Tilmar Kuhn).

Dabei war die Aufgabe für Müther, Heinrich Spoerls Komödie auf die Bühne zu bringen, eine anspruchsvolle. Denn längst ist »Die Feuerzangenbowle« Kult, die Erwartungen des Publikums sind dementsprechend hoch. Geschickt kombinierte die Regisseurin Liebgewonnenes mit Neuem und drückte dem Stück so ihren ganz eigenen Stempel auf.

Dabei konnte sie auf ein Ensemble zählen, das lebhaft und ausdrucksstark spielte. Und ohne ihn ging dabei gar nichts: Schriftsteller Dr. Johannes Pfeiffer alias Tilmar Kuhn, der sich incognito als Oberprimaner aufs Gymnasium der Kleinstadt Babenberg einschleicht und so wunderbar verschmitzt lächeln kann. Denn für die arrivierten Herren der Berliner Gesellschaft, in der der einstige Privatschüler verkehrt, steht fest: »Wenn Sie nie auf einem Pennal waren, dann sind Sie überhaupt kein Mensch, Pfeifferchen. Ein trauriges Schicksal.« Also wird eine »elefantöse Schnapsidee«, der nachträgliche Schulbesuch, umgesetzt. Pfeiffer legt Jackett, Hut und Bart ab, zieht die Hosenträger hoch, und los geht's ins Abenteuer Gymnasium.

Müthers Klassenzimmer besteht erwartungsgemäß aus engen Bänken, Tafel und Lehrerpult finden sich aber auf einer grünen Kunstwiese wieder. Eine Eule schaut von der Burgmauer, Nistkästen sind aufgehängt. Idyllisch soll es sein, eine »goldene Schulzeit« will die Regisseurin aufleben lassen. Ob's die Zuschauer verstanden haben, bleibt fraglich. Pfeiffer aber erlebt genau die bei seinem Ausflug in die Zeit von Lausbubenstreichen, verquerer Pädagogik und schwärmerischer Liebe. Ins Schwärmen geraten etwa Rudi Knebel (Arne Obermeyer), Husemann (Martin Brücker), Rosen (Martin Küpper), Melworm (Daniel Kuschewski), Ackermann (Dennis Pfuhl) und Streber Luck (Alexander Weikmann), wenn Referendarin Eva (Alexandra Finder), die Tochter des Direktors, im Klassenzimmer erscheint. Die Blicke der Pullunder- und Knickerbockerträger verklären sich. Herrlich übertrieben schmachten sie das »engelsgleiche Wesen« im Blümchenkleid an, das für den Musikunterricht zuständig ist, und laufen beim mehrstimmigen Gesang zu Hochtouren auf. »Liebling, mein Herz lässt dich grüßen« singt das Quintett und verzückt Referendarin und Publikum gleichermaßen. Auf der Bühne kommt es schließlich, wie es kommen muss: Ausgerechnet, als Pfeiffer verkleidet als Professor Crey Unterricht hält, besucht der Oberschulrat (Harald Heinz) die Lehranstalt. Auch das weitere Geschehen um den Herrn Pfeiffer mit drei »F« ist bekannt. Fazit: Ein Vergnügen für die gut gelaunten Zuschauer auf den Rängen.

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