Nur wenige wissen vermutlich, dass es sich hierbei um den streng geschützten Juchtenkäfer handelt. 	FOTO: DPA
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Nur wenige wissen vermutlich, dass es sich hierbei um den streng geschützten Juchtenkäfer handelt. FOTO: DPA

Artenkenner - eine bedrohte Art

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Schmetterlingsorchideen sind sehr beliebte Dekorationen fürs Zimmer. Und doch ärgern sie ihre Besitzer, denn die zuverlässige und lange Blüte stockt schon mal. Experten verraten ihre Pflegetricks.

Vielleicht erinnern Sie sich noch, wie Sie früher mal einen Frosch mit einem Einmachglas gefangen haben, um ihn zu beobachten. Eventuell hatten Ihre Eltern ja auch einmal eine eingerahmte Schmetterlingssammlung an der Wand, gefüllt mit Exemplaren, die sie zuvor gesammelt, bestimmt und dokumentiert hatten. Heute untersagt das Artenschutzgesetz solche Ausflüge zur Erforschung der Natur.

Das könnte allerdings nach Ansicht mancher Wissenschaftler mit ein Grund sein, warum immer weniger Menschen Ahnung haben von der Artenvielfalt und einen Distelfalter von einem Bläuling unterscheiden können.

Was klingen mag wie eine Lappalie, ist zumindest nach Ansicht des baden-württembergischen Landesnaturschutzverbandes (LNV) ein gewaltiges Problem. »Die Lehre der Arten ist das Einmaleins der gesamten Biologie«, erklärt der Dachverband von 33 Umwelt- und Naturschutzgruppen. Der Zustand der Natur könne ohne fundierte Artenkenntnis nicht beurteilt werden. »Nur was man kennt, kann man wertschätzen und schützen«, mahnt der LNV.

Doch detailliertes Wissen um Vögel und Amphibien, Insekten und Pflanzen haben nur noch wenige. »Artenkenner stehen heute auf der »Roten Liste« aussterbender Berufe«, beklagt Albert Reif, ehemaliger Experte für Standort- und Vegetationskunde der Universität Freiburg.

Bei Kindern und Jugendlichen werde eine frühe Begeisterung oft im Keim erstickt, es gebe viel zu wenige Förderer und Angebote, bemängelt der Karlsruher Schmetterlingsforscher Robert Trusch. Außerdem fehlten Räume zum Entdecken. In den Schulen und Universitäten werde der speziellen Kenntnis von Pflanzen und Tieren immer weniger Bedeutung beigemessen.

Der Mangel an Menschen, die sich mit den Arten gut auskennen, hat Folgen - selbst für die Wirtschaft: Bei großen Bauprojekten wie »Stuttgart 21« und bei der Entwicklung von Schutzgebieten sind Fachleute mit Artenkenntnis wichtig. »Behörden und Gutachterbüros suchen händeringend nach Spezialisten, die in der Lage sind, artenreiche Tiergruppen zum Beispiel für ein Insekten-Monitoring zu bearbeiten«, sagt der Stuttgarter Insektenkundler Lars Krogmann. Er nennt den Verlust an Artenkenntnis »eine normale gesellschaftliche Entwicklung, die man als Entfernung oder Entfremdung von der Natur bezeichnen kann«. Es gebe nicht zuletzt auch wegen des Internets immer weniger Menschen, die sich in der Freizeit in der Natur aufhielten, es würden auch immer weniger Bestimmungskurse angeboten, Kindergärten verzichteten aus Personalnot auf Exkursionen. »Wenn sich die Gesellschaft so weit von diesen Themen entfernt, wird es ihr schwerfallen, Probleme wie die Klimakrise und das Artensterben zu lösen«, ist Krogmann überzeugt. Mit dem Wissen um die Arten verschwinde auch die Sensibilisierung dafür.

Besser fördern

Lehrer müssten besser fortgebildet und es müssten mehr Angebote geschaffen werden, um Artenkenner zu fördern, heißt es vom Deutschen Naturschutzring. Ein Förderprojekt des LNV will mit Schulgärten und Exkursionen, Fortbildungen und im Dialog mit Hochschulen wollen die Naturschützer das Wissen um die Artenvielfalt verbessern. dpa

Die Orchidee Phalaenopsis und Schmetterlinge haben eine besondere Beziehung: Die Blüten der beliebten Zimmerpflanze sehen wie Falter aus, und die Tiere übernehmen auch die Bestäubung. Daher lautet der landläufige Name der Pflanze auch Schmetterlingsorchidee. Vier Pflegetricks von Experten.

Tipp 1: Die Blüte durch kühle Nachttemperaturen fördern - Erblüht die Orchidee, erhält sich die Einzelblüte je nach Sorte und bei guter Pflege zweieinhalb bis vier Monate, erklärt Jörg Frehsonke, Orchideengärtner aus Neukirchen-Vluyn (Nordrhein-Westfalen). In der Regel erblüht die Pflanze zweimal im Jahr, manche Sorten blühen auch durch. Viele Hobbygärtner haben aber ein Problem: Die Neubildung von Blüten gerät leicht ins Stocken. »Gleichmäßig warme Temperaturen garantieren das gute Wachstum und die gesunde Blattbildung, aber die Blütenbildung bleibt aus«, erläutert Frehsonke das Phänomen.

Den Orchideen fehlt dann eine etwas verringerte Nachttemperatur, die als Impuls für die Blütenbildung dient. Frehsonke rät: »Man stellt die Pflanzen für sechs bis acht Wochen nachts bei 15 bis 16 Grad auf - und wird sehen, dass bald ein neuer Blütentrieb erscheint.«

Ein zweiter Trick: Sind alle Blüten von einem Blütenstiel abgefallen, schneidet man ihn auf das zweite oder dritte Auge zurück, das man an der Verdickung und einem eng anliegenden Deckblättchen erkennt. Seitlich treibt dann ein neuer Blütenstiel aus.

Tipp 2: Substrat aus grober Rinde verwenden - Die Phalaenopsis gehört in Deutschland zu den beliebtesten Zimmerpflanzen. Sie stammt aus dem süd- und südostasiatischen Raum mit Indien, Indonesien, Thailand, den Philippinen und Taiwan sowie aus Nordaustralien und gedeiht dort im Freien.

»Am Naturstandort wachsen die Phalaenopsis nicht im gewachsenen Boden, sondern besiedeln das Astgerüst großer Bäume«, erklärt Thomas Koch, Gartenbau-Ingenieur aus Lennestadt (Nordrhein-Westfalen). Deshalb sollte man die Zimmerpflanzen auch hierzulande in ein lockeres und luftiges Substrat aus grober Rinde setzen.

Frehsonke verwendet eine Mischung aus Pinienrinde und Torfmoos. »Die Pinienrinde hält lange die Struktur, und durch das Moos trocknet die Erde nicht so schnell aus«, erläutert der Orchideengärtner.

Koch rät, die Pflanze beim Umtopfen nicht allzu fest in den Topf zu drücken. »In den ersten sechs bis acht Wochen nach dem Umsetzen in frisches Substrat lässt man die Schmetterlingsorchideen eher trocken stehen.« Das verhindert, dass die Wurzeln faulen, und fördert die Bildung neuer Wurzeln. Wachsen die ersten neuen Wurzelspitzen, kann man den normalen Rhythmus der Bewässerung wieder aufnehmen.

Tipp 3: Eher weniger gießen - »Je mehr man macht, desto mehr macht man falsch bei der Pflege von Schmetterlingsorchideen«, betont Frehsonke. Ganz konkret heißt das: Wenn man zu viel gießt, ersäuft man die Pflanzen. Den besten Zeitpunkt zum Gießen erkennt man an den Wurzeln der Orchideen: Schimmern sie silbrig, kann man die Pflanzen wieder mit Wasser versorgen. Danach haben sie wieder eine frischgrüne Farbe.

Der Fachmann setzt auf Regen- statt auf Leitungswasser oder verwendet abgestandenes Leitungswasser. Und statt aus der Kanne zu gießen, taucht man den Ballen zum Beispiel in einen Eimer. »Idealerweise hält man die Finger flach oben auf der Erde, damit das Substrat nicht aufschwimmt«, rät Frehsonke. Anschließend sollte überschüssiges Wasser abtropfen, sonst faulen die Wurzeln leicht. Ist dies bereits der Fall, sollte die Pflanze rasch umgetopft werden, egal welche Jahreszeit herrscht. »Alles Faulige wird weggeschnitten«, rät der Gärtner. Manchmal entwickeln die Blätter tiefe Furchen - das ist ein Anzeichen für ein anderes Problem. Dann leiden die Pflanzen unter Wassermangel.

Tipp 4: Die Luftwurzeln nicht stutzen - Aus dem natürlichen Umfeld erklärt sich auch die Bildung der langen Luftwurzeln, die aus dem Topf herauswachsen. »Es handelt sich dabei um Wurzeln, mit denen sich die Orchideen an den Bäumen festhalten«, beschreibt Koch. Sie nehmen aber auch Wasser- und Nährstoffe auf.

Deshalb sollte man diese nicht einfach abschneiden, sondern sie beim Umtopfen mit in den Topf geben. »Man kann die Länge einkürzen, damit sie nicht abbrechen«, sagt der Gartenbau-Ingenieur. Grundsätzlich werden die Pflanzen etwa alle zwei Jahre nach der Blüte umgetopft. Ideal ist die Zeit von Frühling bis Sommer, weil dann die Bedingungen für das Wachstum gut sind.

Die Deutschen haben sich im vergangenen Jahr Schnittblumen, Topfpflanzen und andere Gewächse für Haus und Garten 8,9 Milliarden Euro kosten lassen. Das ist ein Plus von 2,7 Prozent, wie der Zentralverband Gartenbau (ZVG) aus Anlass der Internationalen Pflanzenmesse in Essen mitteilte. Die jährlichen Pro-Kopf-Ausgaben seien den vorläufigen Ergebnissen zufolge von 105 Euro 2018 auf 108 Euro im vergangenen Jahr gestiegen.

Besonders zufrieden sind die Floristen mit dem Absatz von Schnittblumen, der ein gutes Drittel des Gesamtmarktes ausmacht. dpa

Nachdem die grüne Tanne die letzten Monate in den Wohnzimmern dominiert hat, kommt nun langsam wieder frische Farbe ins Haus. Rote, gelbe, pinke und orange Tulpen bringen Frühlingsgefühle in die Stube. Doch die Liliengewächse durch den andauernden Winter zu bringen, ist gar nicht so einfach, sagt die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Denn sie mögen weder Zugluft noch Heizungshitze.

Um lange Freude an den Tulpen zu haben, sollte man sie in sauberes, lauwarmes Wasser stellen. Das sollte man wechseln, sobald es trübt wird. Da Schnittblumen sehr durstig sind, sollte der Wasserstand außerdem regelmäßig kontrolliert werden.

Bevor die Tulpen in die Vase kommen, werden sie mit einem scharfen Messer angeschnitten. Aber Vorsicht: Eine Schere ist keine Alternative, da deren Schnitt die Tulpe verletzt. dpa

Viele Pflanzen haben mindestens einen üblichen deutschen Namen und zusätzlich einen botanischen Namen. Letzterer lautet weltweit gleich und hilft bei der genauen Bestimmung.

Viele Pflanzen haben sogar mehrere deutsche Bezeichnungen. Die Besenheide zum Beispiel heißt oft auch Sommerheide, die Schneerose wird auch Christrose genannt.

Zugleich kann es sein, dass ein einziger Name für eine ganze Gruppe verschiedener Pflanzen steht, wie bei der Butterblume. Zur genaueren Bestimmung gibt es daher botanische Pflanzennamen. Sie haben meist lateinische Bezeichnungen oder Bezüge und setzen sich aus bis zu drei Worten zusammen. Die weltweit standardisierte Benennung gibt es bereits seit dem 18. Jahrhundert, als Carl von Linné das System der binären Nomenklatur einführte, also der Doppelnamen. dpa

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