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Maskenpflicht im Flugzeug: Bei welchen Airlines sie nicht mehr gilt und wer noch daran festhält

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Von: Franziska Kaindl

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20.07.2021, Reisen und Fliegen in Zeiten der Corona-Pandemie, eine FFP2-Maske hängt an der Lehne eines Passagier-Flugzeu
Einige Airlines schreiben mittlerweile keine Maskenpflicht mehr vor. © MiS/Imago

Im Flugzeug ohne Maske sitzen – das klingt für viele ungewohnt. Bei einigen Airlines in Europa ist die Maskenpflicht aber bereits entfallen.

Der Mundschutz ist seit fast zwei Jahren unser ständiger Begleiter. Umso ungewohnter ist es, wenn die Maskenpflicht in manchen Bereichen plötzlich entfällt. So sieht das Infektionsschutzgesetz der Bundesregierung eine Maskenpflicht nur noch im öffentlichen Nahverkehr und in Gesundheitseinrichtungen vor. Aber wie sieht es in Flugzeugen aus?

Lufthansa, Eurowings & Co.: Was gilt bezüglich der Maskenpflicht bei deutschen Airlines?

Die Europäische Luftsicherheitsagentur EASA und die EU-Gesundheitsbehörde ECDC haben mittlerweile die Empfehlung zum Tragen von Masken in Flugzeugen und Flughäfen zurückgenommen. Allerdings haben nationale Bestimmungen weiterhin Vorrang – weshalb auf allen innerdeutschen Strecken und auf Flügen, die in Deutschland starten oder landen, die Maskenpflicht gilt.

„Im neuen Infektionsschutzgesetz bleibt die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsträgern und damit auch im Luftverkehr bestehen“, sagt eine Eurowings-Sprecherin bereits Ende März laut dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „An Bord unserer Flüge müssen damit auch weiterhin medizinische oder FFP2-Masken getragen werden.“ Letztere muss zum Beispiel bei Flügen nach Österreich getragen werden, wie es auf der Webseite der Airline heißt. Eine OP-Maske ist hier nicht ausreichend. Die Fluggesellschaft Tuifly setzt es ebenfalls so um. Nur wer an Bord Mahlzeiten zu sich nehme oder etwas trinken wolle, dürfe die Maske für einen kurzen Zeitraum abnehmen, wie Tuifly dem RND mitteilte. Solange es keine neuen Vorgaben durch die Behörden gäbe, „werden die geltenden Regeln an Bord weiter umgesetzt“, so die Airline vor einigen Wochen.

Bisher wurde das deutsche Infektionsschutzgesetz aber noch nicht dahingehend angepasst. Dort ist die bundesweite Maskenpflicht noch bis zum 23. September festgelegt. Regierungssprecher Steffen Hebestreit sagte am Freitag (13. Mai) in Berlin, dass es vorerst auch keinen Plan zur Abschaffung der Maskenpflicht gäbe. Verkehrsminister Volker Wissing hatte sich zuvor noch dafür ausgesprochen, diese in Bussen, Bahnen und Flugzeugen zu beenden. Eine Absage dazu erteile jedoch das Gesundheitsministerium unter Karl Lauterbach. Mit bis zu 150 Corona-Toten pro Tag „fehlt der Spielraum, auf Masken im öffentlichen Verkehr zu verzichten“, so der Minister auf Twitter.

Bei Lufthansa schlägt man aber dennoch einen anderen Weg ein: Fluggäste hätten immer weniger Verständnis für die Maskenpflicht in Flugzeugen – es käme gar zu Eskalationen zwischen Passagieren und Crews –, weil die Regel in vielen anderen Ländern abgeschafft worden sei. Daher ist der Konzern bei einer internen Risikobewertung zu dem Schluss gekommen, dass die Durchsetzung der Maskenpflicht ein größeres Sicherheitsrisiko sei, als Passagiere ohne Maske zu gestatten, heißt es in einem Bericht des Spiegels. „Da Sicherheit höchste Priorität für Lufthansa hat, passt das Unternehmen seine Prozesse an“, sagte ein Sprecher. Es soll daher weiterhin auf die Maskenpflicht hingewiesen werden, doch die Crew muss diese nicht länger in aller Strenge durchsetzen.

Viele europäische Airlines lockern Maskenpflicht

Für die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln ist in Deutschland aktuell noch kein Ende in Sicht. Anders sieht es aber in vielen anderen europäischen Ländern aus. Zahlreiche britische Fluggesellschaften haben ihre Maskenpflicht für Flüge innerhalb Großbritanniens und Nordirland aufgehoben: „Vom 16. März an ändern sich unsere Maskenregeln“, informierte British Airways auf Twitter. Wenn im Zielland keine Maskenpflicht herrsche, sei sie an Bord optional, heißt es. Allerdings sollen Reisende es respektieren, wenn andere Passagiere weiterhin einen Mundschutz tragen wollen. Ähnlich wird es bei den Airlines Jet2, Virgin Atlantic und der britischen Tui Airways gehandhabt.

Easyjet hat ebenfalls zum 27. März die Maskenpflicht auf manchen Routen gekippt– mittlerweile gehören dazu Flüge zwischen Albanien, Belgien, Bulgarien, Dänemark, England, Finnland, Frankreich, Gibraltar, Niederlande, Nordirland, Isle of Man, Island und Polen, Israel, Jersey, Kroatien, den Maltesischen Inseln, Schottland, Slowenien, Schweden, Schweiz, der Tschechischen Republik und Ungarn. Auf Routen von, nach oder innerhalb Deutschlands, Italiens und Österreichs müssen Passagiere ab sechs Jahren eine FFP2-Maske tragen. Ryanair verkündete Ähnliches: Während des Fluges und im Flughafen müsse eine chirurgische Maske getragen werden – bei Routen ab, nach oder innerhalb von Deutschland, Italien oder Österreich gelte eine FFP2-Maskenpflicht.

Vorreiter beim Abschaffen der Maskenpflicht waren allerdings die skandinavischen Airlines SAS, Norwegian, Flyr und Widerøe: Hier müssen Passagiere bereits seit Herbst letzten Jahres keinen Mundschutz mehr tragen – zumindest innerhalb skandinavischer Routen. Auch in den USA gilt aktuell landesweit keine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln. Nachdem eine Bundesrichterin die Corona-Regelung für ungültig erklärt hatte, setzen US-Fluggesellschaften die Anwendung der Maskenpflicht an Bord ihrer Flugzeuge für Passagiere und Mitarbeiter aus, wie das Portal aero.de berichtet. (fk)

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