+
Um sich für eine Meisterschule zu entscheiden, kann ein Besuch vor Ort hilfreich sein. Denn auch die Ausstattung der Werkstätten spielt eine Rolle.

Beste Meisterschule finden

  • schließen

Für die Suche nach einer Hochschule gibt es Rankings. Doch wie finden Gesellen die beste Meisterschule? Die individuellen Ziele spielen ebenso eine Rolle wie die eigenen Ressourcen.

Den Meisterbrief im eigenen Betrieb an die Wand hängen - für viele Handwerker ein großer Traum. Auf dem Weg dorthin gilt es aber zunächst, die Meisterprüfung zu bestehen. Wer die vier Teile Fachpraxis, Fachtheorie, Betriebswirtschaft und Recht sowie Berufs- und Arbeitspädagogik erfolgreich absolviert, hat eine Qualifikation, die dem Bachelor-Abschluss an der Uni entspricht.

Doch anders als die Prüfung an sich, ist die Vorbereitung darauf nicht gesetzlich geregelt, erklärt der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH). Dafür gibt es bei verschiedenen Bildungseinrichtungen Meisterschulen oder Meisterkurse. Doch wie finden Gesellen die passende Fortbildung?

Individuelle Ziele

Der ZDH empfiehlt, zunächst zu prüfen, ob die Schule zu den individuellen Zielen passt. Für einen Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik können die betriebswirtschaftlichen Inhalte zum Beispiel besonders wichtig sein - etwa weil er den elterlichen Betrieb übernehmen möchte.

Dagegen legt ein Konditorgeselle womöglich Wert darauf, bestimmte handwerkliche Techniken zu vertiefen. Da es keine festen Qualitätskriterien für die Meistervorbereitungskurse gibt, ist es nicht einfach, gute Angebote zu erkennen. "Man sollte sich die Kurse ganz genau ansehen", empfiehlt Julia Kuhnt, Weiterbildungsberaterin bei der Handwerkskammer Potsdam. "Die Lehrzeit und die Inhalte sollten in vernünftiger Relation zueinander stehen." Wo die Handwerkskammern zum Beispiel für bestimmte Teile der Vorbereitungskurse drei Monate einplanen, werben andere Anbieter mit Kursen, die nur wenige Tage oder Wochen dauern.

Seinen Meister in möglichst kurzer Zeit abzuschließen, ist aber nicht alles. Viel wichtiger sei es ihrer Meinung nach, "dass die Teilnahme auf das Leben als Meister vorbereitet und man selbstbewusst in die Karriere geht". Daher gilt: Nicht nur auf prüfungsrelevante Aspekte achten, sondern auch auf Inhalte, die später im Beruf wichtig sind. Letztendlich ist entscheidend, ob die Schule zu den individuellen Rahmenbedingungen und Ressourcen passt. Der ZDH empfiehlt, vorab zu klären, ob eine Weiterbildung in Voll- oder Teilzeit besser zu den Familien- und Arbeitsbedingungen passt. Und wie viel Zeit jemand insgesamt in die Fortbildung investieren muss. Auch die Frage, ob sich die Vorbereitung über das Aufstiegs-BAföG finanzieren lässt, kann die Entscheidung beeinflussen. Außerdem wichtig sind die Ausstattung der Werkstätten, die Erreichbarkeit der Bildungseinrichtung sowie die fachliche und pädagogische Qualifikation der Dozenten.

Wer die Wahl hat, sollte sich die Schulen vor Ort einfach mal ansehen, empfiehlt Knut Diekmann, Weiterbildungsexperte des Deutschen Industrie- und Handelskammertags in Berlin. Und gegebenenfalls mit dem Geschäftsführer oder einem der Dozenten sprechen. "Ein Blick in die Unterrichtsräume und Werkstätten kann helfen, ein besseres Bild von der Ausstattung der Einrichtung zu bekommen."

Damit ein Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit zum Erfolg wird, können Jugendliche sich vorbereiten. Sie können sich zum Beispiel im "Berufe-Universum" der Bundesagentur für Arbeit eine Liste mit Berufen ausgeben lassen, die ihren Interessen entsprechen. Darauf weist die Bundesagentur für Arbeit auf ihrer Seite "planet-beruf.de" hin.

Im Beratungsgespräch bekommen die angehenden Berufstätigen dann Informationen zu passenden Ausbildungsangeboten in ihrer Nähe. Wer sich bereits beworben hat, aber noch keinen Erfolg hatte, kann auch seine Bewerbungsunterlagen mit zum Beratungsgespräch bringen.

Die Berufsberater prüfen dann, ob sich an der Bewerbung noch etwas verbessern lässt - oder ob vielleicht sogar ein anderer Beruf besser passen würde.

Einen Termin zum Beratungs- gespräch können Jugendliche zum Beispiel über die Telefonnummer 0800/4 555 500 oder das Online- Kontaktformular der Agentur für Arbeit vereinbaren. Die Berufsberater kommen auch an Schulen und bieten dort Sprechstunden an. (dpa)

Quelle: Gießener Allgemeine

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare