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Neue Studie zu Corona: Wie Bananen gegen das Virus helfen sollen

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Von: Judith Braun

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Im Kampf gegen das Coronavirus konnten Forscher ein aus Bananen stammendes Protein wirksam einsetzen. Es hilft wohl auch gegen andere Viren.

Seit Beginn der Corona-Pandemie beschäftigen sich Wissenschaftler mit Sars-CoV-2. Im Kampf gegen das Virus wurden bereits unterschiedliche Corona-Maßnahmen eingesetzt. Außerdem gilt die Corona-Impfung noch immer als probates Mittel, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. In einer aktuellen Studie gelang Forschern nun möglicherweise ein weiterer Schritt: Sie entdeckten, dass ein ursprünglich aus Bananen stammendes Protein abgewandelt als eine Art Universalwirkstoff gegen Coronaviren wirken könnte – und nicht nur dafür.

Corona-Studie: Protein aus Bananen als möglicher Wirkstoff gegen Viren

Bananen in der Auslage im Lebensmittelgeschäft
Abgewandelt kann ein ursprünglich aus Bananen stammendes Protein als möglicher Universalwirkstoff gegen Viren wirken. © mix1 Photos/IMAGO

Das Team um Wissenschaftler u.a. aus China und den USA veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in dem Fachmagazin Cell Reports Medicine. Anhand von Tiermodellen untersuchten sie dafür das Lektin H84T-BanLec. Dieses stammt aus Bananen und wurde von den Forschern für die Untersuchung gezielt durch punktgenaues molekulares Anpassen verändert. Damit wurde verhindert, dass es wie üblich das Immunsystem auf ungünstige Art stimuliert. Normalerweise würden die T-Zellen dadurch in eine ungerichtete Alarmbereitschaft versetzt werden. Dies hätte wiederum eine überschießende Antwort des Abwehrsystems und damit unerwünschte Entzündungen zur Folge.

Bei Lektinen wie H84T-BanLec handelt es sich um Proteine, die sich an spezielle Strukturen, die zum Beispiel auf Grippeviren vorkommen, anheften können. Mit Vorliebe binden sie sich an Kohlenhydrate. Auf gesunden Körperzellen findet man sie hingegen nicht. Auch Coronaviren tragen auf ihrer Oberfläche komplexe Zucker (vulgo Kohlenhydratverbindungen), die mannosereiche Glykane genannt werden. Beim Spike-Protein des SARS-CoV-2-Erregers ist dies ebenfalls der Fall. In der Studie kamen nun durch die Veränderung der Lektine vor allem ihre erwünschte Eigenschaft zum Tragen: Sie lagerten sich hauptsächlich an den Glykanen auf der Oberfläche des Virus an. Indem sie diese „verkleben“, kann SARS-CoV-2 mit seinem Spike-Protein nicht mehr an den menschlichen Zellen andocken und in der Folge in sie eindringen.

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Studie zeigt: Bananenprotein nicht nur bei Corona wirksam

Mithilfe von hochauflösenden Rasterkraftmikroskopen konnten die Wissenschaftler die Stellen auf dem Spike-Protein, an denen H84T-BanLec andockt, identifizieren. Zudem zeigten die Forscher, dass diese Verbindungen nicht nur sehr stark, sondern auch sehr vielfältig sind. Dies erschwert dem SARS-CoV-2-Erreger sich durch Veränderungen und Mutationen vor dem Anlagern der Lektine zu schützen.

Darin sehen die Wissenschaftler ein positives Ergebnis, das Hoffnung macht: H84T-BanLec kann sich demnach an alle Erreger anheften, die mannosereiche Glykane ausbilden. Dabei handelt es sich neben saisonalen und epidemischen Coronaviren auch Influenzaviren, Hepatitis-C-, HIV-, Ebola- sowie Herpesviren. Das Forscherteam erkennt darin „eine hervorragende Möglichkeit für den Einsatz bei künftigen saisonalen Epidemien und globalen Pandemien“.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteuren und Redakteurinnen leider nicht beantwortet werden.

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