Wie gut schützt eine Impfung vor einer Corona-Infektion?

Positiver Corona-Test trotz Impfung: Wie kann das sein?

  • Lisa Klein
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Manche Menschen werden trotz Impfung positiv auf das Coronavirus getestet. Wieso ist es möglich, sich trotz Impfung mit dem Virus zu infizieren?

Immer wieder gibt es Corona-Ausbrüche trotz Impfung. Erst in der vergangenen Woche gab es trotz Impfung in gleich mehreren Stuttgarter Pflegeheimen Corona-Ausbrüche, wie *echo24.de berichtet. In der Landeshauptstadt* wurden 13 Ausbrüche in Pflegeheimen und Generationszentren gezählt. Demnach wurden dort bislang 41 Menschen positiv getestet, darunter 28 Bewohner sowie 13 Beschäftigte. Zumindest die Bewohner seien ausnahmslos alle bereits zweifach geimpft gewesen. Einer der Betroffenen sei im Rahmen einer Infektion sogar gestorben – sein Gesundheitszustand sei jedoch schon vorher kritisch gewesen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Doch wie ist das möglich?

Eine Corona-Impfung wird fälschlicherweise oftmals mit einer umfassenden Immunität gleichgesetzt. Doch so einfach ist das nicht. Eine Immunität ist entweder angeboren, kann durch eine Impfung erworben werden oder besteht für eine gewisse Zeit nach einer Infektion. Doch auch eine vollständige Impfung und eine gewisse Immunität schließt eine mögliche Infektion mit dem Coronavirus* nicht aus – die Ausmaße der Infektion werden lediglich verringert, vor allem aber die Wahrscheinlichkeit, aufgrund einer Infektion in ein Krankenhaus zu müssen oder gar auf der Intensivstation* zu landen, sinkt enorm. Die Corona-Infektionen verlaufen bei Geimpften symptomlos bis mild.

Positiver Corona-Test trotz Impfung: Wie geht das? Die möglichen Gründe

Die meisten Fälle an positiv Getesteten trotz Corona-Impfung treten dadurch auf, dass sich der Geimpfte bereits vor der Impfung infiziert hat. Zwischen Ansteckung und dem Auftreten von Symptomen bei einer Corona-Infektion vergehen im Schnitt fünf bis sechs Tage – solange ist die Inkubationszeit. Manche Infizierte entwickeln auch gar keine Symptome. Es kann also sein, dass der Geimpfte sich bereits vor der Impfung mit dem Virus infiziert hat. Dazu kommt, dass ein vollständiger Schutz gegen das Coronavirus erst bis zu 14 Tage nach der Zweitimpfung gegeben ist.

Das bedeutet, es gibt eine große Zeitspanne zwischen erster und zweiter Corona-Impfung sowie vollem Schutz. In diesem Zeitraum sind Infektionen durchaus nach wie vor möglich – deshalb sollte sich auf keinen Fall in falscher Sicherheit gewogen werden. Übrigens gibt es laut einer Studie aus Dänemark Hinweise darauf, dass eine Impfung besser vor einer Ansteckung schützt als eine durchgemachte Infektion. Darum sollten sich auch Genese impfen lassen, das ist in Deutschland momentan sechs Monate nach der Infektion möglich.

Es kann zudem natürlich auch nicht ausgeschlossen werden, dass es sich bei dem positiven Testergebnis selbst um einen Fehler handelt. Deshalb sollte ein positiver Schnelltest, etwa aus dem Supermarkt*, immer durch einen PCR-Test aus dem Labor bestätigt werden.

Corona-Infektion trotz Impfung: Grundimmunität kann geschaffen werden, doch das Virus bleibt

Die Bewohner der Pflegeheime in Baden-Württemberg sind nach Angaben eines Sprechers des Sozialministeriums inzwischen „größtenteils durchgeimpft“. Es gebe immer mal wieder trotz Impfung Corona-Fälle. Die Impfung sei dennoch sinnvoll: „Das Wichtigste ist, dass schwere Verläufe verhindert werden. Das erreichen Sie durch Impfungen“, sagte der Ministeriumssprecher auf Nachfrage. Man werde aufmerksam die weitere Entwicklung beobachten. Die Ausbrüche in den Heimen zeigten: „Man muss nach wie vor vorsichtig sein.“ Dies gelte auch vor dem Hintergrund neuer Mutationen.

RKI-Präsident Lothar Wieler bei einer Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage in Deutschland. (Symbolbild)

Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, betonte am Donnerstag in Berlin: „Auch durch Impfungen wird das Virus übrigens nicht verschwinden. Wir wissen, dass die Impfungen uns eine Grundimmunität geben. Das bedeutet, dass unser Körper das Virus effizient bekämpfen kann und wir gar nicht oder weniger krank werden. Aber sie verhindern nicht immer, dass eine Infektion mit dem Sars-CoV-2 geschieht. Das heißt, auch bei Geimpften besteht ein Restrisiko, dass sie sich infizieren und andere anstecken können.“ *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Zacharie Scheurer/dpa

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