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Macht Bluthochdruck neurotisch? Studie liefert neue Ergebnisse

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Von: Judith Braun

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Bluthochdruck kann nicht nur das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt steigern: Laut Ergebnissen einer aktuellen Studie beeinflusst das Leiden auch unsere Persönlichkeit.

In Deutschland leiden etwa 20 bis 30 Millionen Bürger – und damit jeder dritte Erwachsene – laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) unter Bluthochdruck. Dabei bleibt das Leiden, ähnlich wie andere klassische Krankheiten, zum Beispiel Diabetes, oftmals lange Zeit unbemerkt. Gemeinhin ist bekannt, dass dauerhaft hoher Blutdruck das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt steigern kann. Allerdings kann er sich wohl auch auf die Persönlichkeit auswirken und diese beeinflussen. Das legen Ergebnisse einer aktuellen Studie nahe.

Bluthochdruck: Kann laut Forschern Persönlichkeit beeinflussen

Psychologe berührt Arm von Patientin
Laut einer aktuellen Studie besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und dem Persönlichkeitsfaktor Neurotizismus. © CSP_Bialasiewicz/IMAGO

Für ihre im Fachmagazin General Psychiatry veröffentlichte Studie fokussierten sich Forscher der Shanghai Jiao Tong University auf Gene, die neben Ernährungsgewohnheiten sowie Alkohol- und Tabakkonsum für Bluthochdruck verantwortlich sind. Sie untersuchten dafür den Zusammenhang von Kreislauf und Psyche ohne verzerrende Faktoren. Dabei betrachteten sie bestimmte genetische Varianten, die für die folgenden vier Merkmale des Blutdrucks verantwortlich sind:

Für ihre Analyse standen den Wissenschaftlern Genomdaten von 736.650 Menschen, die überwiegend von europäischer Abstammung waren, zur Verfügung. Sie untersuchten die Daten auch im Hinblick auf genetische Anzeichen für verschiedene psychologische Phänomene, darunter subjektives Wohlbefinden, depressive Symptome, Angst sowie das Persönlichkeitsmerkmal Neurotizismus. Dabei handelt es sich neben Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion und Verträglichkeit um einen der Big Five Persönlichkeitsfaktoren. Mithilfe von Persönlichkeitstests kann der Grad von Neurotizismus (Neigung zu emotionaler Labilität, Ängstlichkeit und Traurigkeit) laut dem Online-Wissenschaftsportal spektrum.de Aussagen über eine Disposition für neurotische Tendenzen und Störungen ermöglichen.

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Bluthochdruck steht in Verbindung mit Neurotizismus

Mit 90 Prozent Übereinstimmung zeigte sich der deutlichste Zusammenhang zwischen einem zu hohen diastolischen Blutdruck und Neurotizismus. „Personen mit Neurotizismus können empfindlich auf die Kritik anderer reagieren, sind oft selbstkritisch und entwickeln leicht Angst, Wut, Sorge, Feindseligkeit, Selbstbewusstsein und Depressionen. Daraus können langfristig Angststörungen entstehen“, sagt Studienleiter Lei Cai. Zudem kann laut seinen Angaben der dadurch erlebte psychische Stress wiederum zu erhöhtem Blutdruck bis zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. So entsteht ein Teufelskreis, aus dem die Betroffenen laut den Forschern durch eine angemessene Überwachung und Beeinflussung des Blutdrucks wieder herauskommen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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