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Opel Astra 1.5 Diesel im Test: Darum muss es nicht immer elektrisch sein

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Von: Marcus Efler

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1.000 Kilometer Reichweite – in einem Kompaktwagen: Der Opel Astra beweist, dass der Dieselmotor noch immer seine Daseinsberechtigung hat.

Rüsselsheim – Noch vor wenigen Jahren beherrschten solche Autos das Straßenbild: handliche Kompaktwagen mit vier Türen und einer Kofferraumklappe im Schrägheck, vorne der Antrieb und der Verbrennungsmotor, oftmals als Diesel. So gesehen müsste der Opel Astra 1.5 Diesel eigentlich als ganz gewöhnliches Auto durchgehen. Dass dieses nicht mehr unbedingt gilt, liegt an den einschneidenden Veränderungen der vergangenen Zeit.

Opel Astra 1.5 Diesel im Test: Darum muss es nicht immer elektrisch sein

Da wäre natürlich erst mal die Karosserieform. Die lange Zeit dominanten kompakten, irgendwo zwischen 4,30 und 4,50 Meter langen Kompakt-Komplettlösungen für alle, vom Single bis zur Familie, weichen zunehmend dem SUV: Nicht umsonst hat der VW T-Roc den Golf als meistverkauftes Auto Deutschlands abgelöst. Und dann der Antrieb. Dem Elektromotor gehört die Zukunft, mindestens ein Plug-in-Hybrid muss es heute schon sein. Diesel? Verbrannt durch den Betrugsskandal, verbannt als Käufers Lieblingskind.

Der neue Opel Astra
Mit schicker „Vizor“-Front: Der neue Opel Astra. © Opel

Opel Astra 1.5 Diesel im Test: Unschlagbar niedrige Kosten

Da scheint es fast in Vergessenheit zu geraten, dass genau diese Autos auch als neue Modelle noch immer ins Programm genommen – und auch gern gekauft werden: So wird der nächste VW Passat aufgrund des Drucks von Kunden eben nicht nur als Hybrid-Benziner, sondern auch wieder mit Selbstzünder angeboten. Vor allem für Flottenbetreiber ist dieser Antrieb in seinen Gesamtkosten, den sogenannten TCO (Total Costs of Ownership) eben noch immer der günstigste.

Der Opel Astra 1.5 Diesel dürfte da keine Ausnahme machen. Die Stellantis-Tochter verspricht einen Verbrauch von 4,5 bis 4.7 Liter auf 100 Kilometer, und tatsächlich bestätigte die Testfahrt einen Wert von unter fünf Litern. Da kann der Plug-in-Hybrid im Alltag nicht mithalten, dessen offizieller Verbrauch von 1,1 Litern benötigt einen stets gut gefüllten Akku.

Der neue Opel Astra ist auch als Diesel flott unterwegs.
Der neue Opel Astra ist auch als Diesel flott unterwegs. © Opel

Opel Astra 1.5 Diesel im Test: Locker auf Tempo 200

Wer aber öfter mal auf längerer Strecke unterwegs ist, für den bleibt der Diesel (selbst beim hohen Literpreis) eine hervorragende Wahl: Gut 1.000 Kilometer reale Reichweite erlauben, die Pausen nach persönlichem Bedürfnis einzulegen, und nicht nach der Tankuhr. Dazu summt der 130 PS starke Vierzylinder bei Autobahn-Tempo 120 bis 130 entspannt vor sich hin und erreicht, wenn es mal eilig ist, locker 200 km/h.

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Interieur des Opel Astra
Die breite Display-Einheit dominiert das Interieur. © Opel

Nur direkt nach dem Starten und im Stadtverkehr kommt etwas Diesel-Feeling auf, aber Geräusch und Vibrationen werden nie unangenehm. Das maximale Drehmoment von 300 Newtonmetern liegt bei gut fahrbaren 1.750 Umdrehungen, die unbedingt empfehlenswerte Achtgang-Automatik schaltet sanft und kaum spürbar.

Opel Astra 1.5 Diesel
Motor/Getriebe/Antrieb1,5l-Vierzyl.-Turbodiesel/manuell 6-Gang oder 8-Gang-Automatik/Front
Leistung/Drehmoment96 kW (130 PS) / 300 Nm bei 1.750 U/min
Länge/Breite/Höhe4,37/2,06 /1,47 m
Ladevolumen352 – 1.268 l
Vmax/0–100 km/h209 km/h / 10,6 s
Normverbrauch/CO2-Ausstoss4,7 – 4,5 l/100 km / 124 – 117 g/km
Preisab 33.45 Euro

Opel Astra 1.5 Diesel im Test: Innen wie ein Stromer

Die übrigen Qualitäten des Opel Astra (hier geht’s zum umfassenden Test der Hybrid-Version) runden das positive Bild dieses klassischen Verbrenner-Autos ab. Dass man in einem top modernen Pkw sitzt, merken die Insassen nicht zuletzt am Cockpit, das Fahrer-Instrument und Navi-Infotainment-Screen (mit Apple CarPlay und Android Auto) in einem breiten Rahmen zusammenfasst. Das wirkt ein wenig so wie in reinen Elektroautos wie dem Hyundai Ioniq 5 – obwohl ein reiner Akku-Astra erst im nächsten Jahr erwartet wird.

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