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Französisches Kompakt-SUV: Was kann Renaults neuer Austral?

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Renault Austral
Als Nachfolger des Renault Kadjar soll sich nun der Austral in der Klasse der kompakten SUVs behaupten. © Renault Deutschland AG/dpa-mag

Mit dem Kadjar hatte Renault nur mäßig Erfolg. Deshalb stampfen die Franzosen den kompakten SUV nach nur einer Generation wieder ein - und nehmen mit dem Austral den nächsten Anlauf. Bleibt es nur bei einem neuen Namen?

Berlin - Renault will erneut einen Kandidaten gegen den VW Tiguan ins Rennen schicken. Denn nachdem die Franzosen mit dem Kadjar gegen das meistverkaufte SUV in der europäischen Kompaktklasse wenig ausrichten konnten, soll es nun der Austral mit der Konkurrenz aufnehmen. Dieser kommt noch im November zu Preisen ab 29.900 Euro in den Handel.

Kaum Unterschiede bei Maßen und Design

Zwar soll der Austral, dessen Name übrigens Süden bedeutet, für einen Neuanfang stehen. Jedoch nutzt Renault für das Kompakt-SUV die bereits etablierte Konzernplattform CMF-CD, die etwa auch für Nissans Qashqai verwendet wird. Der Austral erhält dabei einen Radstand von 2,67 Metern und eine Länge von 4,51 Metern. Auch wenn er damit kaum größer ist als der Kadjar, dürfte der Platz selbst auf der Rückbank in den meisten Fällen ausreichen. Erst recht in den gehobenen Ausstattungsvarianten, in denen sich die drei Teile der Rückbank individuell um bis 16 Zentimeter verschieben lassen. Allerdings geht der Zugewinn an Kniefreiheit dann zu Lasten des Kofferraums, der 575 bis 1525 Liter fasst.

Auch beim Design gibt es nur wenig Unterschied zum Kadjar. Ausnahme sind die Sicheln des Tagfahrlichts in den LED-Scheinwerfern und die durchgehende Chromspange im Grill. Außerdem sind die Konturen jetzt noch ausgeprägter.

Deutlich mehr Innovationsfreude beweist Renault beim Innenraum. Denn dort gibt es neben dem großen Touchscreen, der senkrecht vor dem Armaturenbrett prangt, einige weitere digitale Instrumente. Und damit der Touchscreen gut zu erreichen ist, befindet sich eine breite Handauflage auf der Mittelkonsole. Während das alles sehr aufgeräumt aussieht und leicht zu bedienen ist, haben Ergonomen und Designer rund ums Lenkrad einen schlechten Job gemacht. Gleich vier Hebel ragen dahinter hervor und stiften beim Fahrer reichlich Verwirrung.

Neue Ausrichtung bei den Motoren

Einiges getan hat sich ebenso unter der Haube. Nein, es gibt keine Akkuversion und auch keinen Plug-in-Hybrid. Denn wer elektrisch fahren will, der soll schließlich den Mégane E-Tech kaufen, mit dem Renault etwa gegen den VW ID4 antritt. Doch die Franzosen verzichten diesmal auf einen Dieselmotor und bieten nur noch einen Benziner an. Zudem ist dieser von ganz neuem Schlag: Schon das Basismodell fährt mit einem Mild-Hybrid und kommt bei 1,3 Litern Hubraum auf 103 kW/140 PS. Und als Ersatz für einen sparsamen, aber kräftigen Diesel gibt es einen Vollhybrid, für den Renault einen 1,2 Liter großen Turbo-Benziner mit 96 kW/131 PS mit zwei E-Motoren von zusammen 50 kW/68 PS kombiniert.

Weil der Akku nur 1,7 kWh fasst, fährt der Austral zwar nur wenige hundert Meter am Stück rein elektrisch. Doch dank der Elektrifizierung hat der Austral so viel Durchzug und so wenig Durst wie ein Diesel. Während er in 8,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt, verbraucht er im Mittel nur 4,6 Liter und kommt so auf einen CO2-Ausstoß von 105 g/km.

Renault Austral
Der Austral fährt zwar nur wenige hundert Meter am Stück rein elektrisch. Doch weil die beiden E-Motoren den Benziner oft in die Pause schicken, liegt sein Durchschnittsverbrauch lediglich bei 4,6 Liter/100 km. © Renault Deutschland AG/dpa-mag

Doch anders als der Diesel ist der Hybrid extrem leise - erst recht, wenn er trotz seiner bescheidenen Batteriekapazität den Benziner überraschend oft in die Pause schickt. Das passiert vor allem im Stadtverkehr, wo der Austral eine weitere Stärke ausspielt: Als einziger in dieser Klasse kommt er mit einer Allrad-Lenkung, die den Wendekreis spürbar verkleinert. Vor allem beim Rangieren fühlt sich der Wagen deshalb wie geschrumpft an.

Fazit: Neuer Name, altes Konzept

Mit dem Austral schreitet Renault zwar voran, geht dabei aber nicht unbedingt neue Wege. Zuschnitt, Ausstattung, Antrieb und Abstimmung machen einen ordentlichen Eindruck. Und auch das unaufgeregte, dafür aber elegante Design ist gelungen. Doch es bleiben zwei Kritikpunkte, die ihm zumindest in Deutschland das Leben schwer machen dürften. Erstens fährt keine Modellvariante schneller als 174 km/h. Und zweitens gibt es ihn nicht mit Allrad. Zu einer gefährlichen Konkurrenz für den Tiguan wird er daher wohl nicht.

Renault Austral
Gerade von hinten wirkt der Austral etwas mächtiger als der Kadjar. © Renault Deutschland AG/dpa-mag

Datenblatt: Renault Austral E-Tech Fullhybrid 200

Motor und AntriebVierzylinder-Benziner und zwei E-Motoren
Hubraum:1119 ccm
Max. Leistung:147 kW/200 PS
Max. Drehmoment:205 Nm
Antrieb:Frontantrieb
Getriebe:Stufenlose Automatik
Maße und Gewichte
Länge:4510 mm
Breite:1825 mm
Höhe:1618 mm
Radstand:2667 mm
Leergewicht:1517 kg
Zuladung:584 kg
Kofferraumvolumen:575-1525 Liter
Fahrdaten:
Höchstgeschwindigkeit:174 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h:8,4 s
Durchschnittsverbrauch:4,6 Liter/100 km
Reichweite:1170 km
CO2-Emission:105 g/km
Kraftstoff:Super
Schadstoffklasse:EU6
Energieeffizienzklasse:A+
Kosten:
Basispreis des Renault Austral:29.000 Euro
Grundpreis des E-Tech Fullhybrid 200:40.400 Euro
Typklassen:k.A.
Kfz-Steuer:44 Euro/Jahr
Wichtige Serienausstattung:
Sicherheit:Sieben Airbags, Abstands-Tempomat, Rückfahrkamera
Komfort:Klimaanlage, Allrad-Lenkung, LED-Scheinwerfer
Spritspartechnik:Hybrid-Antrieb

Alle Angaben laut Hersteller dpa

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