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Wirbelt jede Menge Schnee auf: der Taycan 4S bei Testfahrten in Lappland.

E-Auto im Test

Extrem-Testfahrt bei Eis und Schnee: Der Porsche Taycan, der kann!

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Kann ein E-Auto auch Winter? Wie gut ist der Elektro-Porsche Taycan auf Schnee und Eis? Wir haben es bei einer Testfahrt am Polarkreis ausprobiert.

Nach Taycan Turbo und Turbo S bringt Porsche nun das Einstiegsmodell des Elektroflitzers auf den Markt. Der Taycan 4S kostet ab 105.600 und ist im Vergleich zu seinen großen, aber weitaus teureren, Brüdern mit deutlich weniger PS ausgestattet. Wobei 435 Pferdestärken nicht wirklich wenig sind. Gerade bei härtesten Winterbedingungen, auf Schnee und Eis im finnischen Teil Lapplands.

Testfahrt auf dem Gelände der Porsche Experience in Finnland

Die Tage sind kurz hier im Dezember: Sonnenaufgang 11.41 Uhr, Sonnenuntergang 12.30 Uhr. Dazwischen herrscht so etwas wie freundliches Zwielicht. Hier in der nordfinnischen Stadt Levi findet nicht nur ein Weltcup-Rennen statt. Allerdings nur ein Slalom, weil die 400-Meter-Piste für eine Abfahrt nicht reichen würde. Hier liegt auch das Testgelände der Porsche Experience. Schon im Dezember ist die Moorlandschaft so beinhart gefroren, dass man sich mit den Testwagen nicht mehr nur auf dünnem Eis bewegt. Das Gelände dient den Zuffenhausener zur Erprobung von Prototypen aber auch für Kundenfahrten, die erleben wollen, was ihr Porsche wirklich kann.

Test unter härtesten Bedingungen: Das Porsche-Testgelände liegt im Polarkreis. Schon im Dezember herrscht hier Dauerfrost.

Elektroautos bei winterlichen Bedingungen: Porsches Taycan 4S soll Leistungsstärke beweisen

Mitten im Schneegestöber, bei minus sechs Grad stehen sie da in Reih und Glied: die jüngsten Sprösslinge der Taycan-Familie. Winterliche Bedingungen sind Gift für Elektroautos, weil die Batterie unter der Kälte leistungstechnisch leidet. Normalerweise. Aber genau das will Porsche beweisen. Der Taycan 4S kommt überall zurecht. Ob auf brettlebenen und schnurgeraden Straßen in Kalifornien oder im hohen Norden Europas. Der Unterschied zu den bereits vorgestellten Performance-Boliden Turbo und Turbo S ist beim neuen Einstiegsmodell zumindest optisch nur marginal. Da gibt es neue 19-Zoll-Räder, das Bugunterteil ist leicht überarbeitet und zur besseren Unterscheidung wurden Seitenschweller und Heckdiffusor in schwarz lackiert, die Bremssättel sind rot. Nur unter der Motorhaube - pardon so etwas gibt es ja im Taycan nicht - also nur beim Elektroantrieb gibt es einen kleinen, aber feinen Unterschied. Eine von den beiden E-Maschinen, die auf Vorder- und Hinterachse montiert sind, ist kleiner ausgefallen. Und zwar die hintere. Damit liegt das Leistungsniveau wahlweise bei 435 oder 490 PS (mit Performance-Batterie Plus). Kurzfristig stehen im Overboost-Modus mit Launch-Control sogar 530 respektive 571 PS zur Verfügung. Macht 4,0 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Immer noch ein atemberaubender Wert auch wenn Turbo (680 PS) und Turbo S (761 PS) das in 3,2 oder 2,8 Sekunden schaffen.

In vier Sekunden auf Tempo 100 - in Lappland können wir das freilich nicht ausprobieren. Erstens liegt das Tempolimit in aller Regel bei 80 Stundenkilometern und der örtliche Polizist lauert mit seinem Motorschlitten und Radar im Unterholz. Zweitens sind die Straßen durchgehend verschneit oder es liegt dicker Firnis. Und drittens laufen hier überall Rentiere herum, die sich wenig an Autos, noch weniger an den wesentlich leiseren E-Autos, stören.

Vorsicht ist geboten auf lappländischen Straßen, überall gibt es Rentiere, die gemütlich auf der Straße traben.

Gemütlich laufen die Tiere vor uns her, rutschen gelegentlich mit den Hinterhufen aus und verschwinden dann doch im Wald. Eine Kollision mit einem freundlichen Rentier wäre doch wirklich zu schade, außerdem wiegt so ein Hirsch immerhin bis zu 300 Kilogramm.

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So sieht der Porsche Taycan 4S von innen aus

Vorgewärmt auf angenehme 20 Grad wartet der Taycan auf die Testfahrt. Zündschlüssel gibt es natürlich keinen, dafür einen Startknopf, der wie im Elfer, links vom Lenkrad sitzt. Das Cockpit ist futuristisch, minimalistisch und wer einen Beifahrer hat, der zu viel redet und beschäftigt werden muss: Es gibt einen eigenen zweiten Bildschirm für Navi, Klima, Radio und auch sonst noch alles, was im Auto zu bedienen ist. Das Interieur kann von Leder bis extrem nachhaltig bestellt werden. Auf Wunsch wird der Innenraum sogar nur mit modernen und recycelten Materialen bestückt. Der Taycan ist dabei ein echter Viersitzer. Im Gegensatz zum 911er handelt es sich hinten nicht um Notsitze. Alles was unter 1,80 Metern groß ist, passt hier gut rein. Aber Langstrecke muss nicht unbedingt sein.

Nüchtern und futuristisch sieht es im Innenraum des Taycan aus. Für den Beifahrer gibt es einen eigenen Bildschirm.

Unsere Ausfahrt gerät wegen der winterlichen Bedingungen mehr zu einem gemütlichen Gleiten in einer modernen Limousine, die sich wie ein Sportwagen anfühlt. Liegt auch am tiefen Schwerpunkt, der sogar noch zwei Zentimeter niedriger ist als etwa beim 911er. Zusammen mit der Wankstabilisierung fährt der Taycan damit wie in einer tief gespurten Loipe. Und auch der Vierradantrieb sorgt für ein jederzeit sicheres Fahrgefühl trotz des eher rutschigen Untergrunds. Denn das Eis lauert tückisch unter dem Firnis!

Ein bisschen 911er, ein bisschen Panamera: Der Taycan macht einen bulligen Eindruck von hinten.

Electric Sport Sound: Der Porsche Taycan 4S kann auch laut

Wie es sich für ein Elektroauto gehört, sind wir leise unterwegs. Aber der Taycan - der kann! Auch ganz anders. Mit der Taste Sport plus, die Gasansprechverhalten, Fahrwerk und Lenkung scharf stellt, wird auch der Electric Sport Sound aktiviert. Klingt schwer nach Star Wars und ist auch ganz und gar nicht künstlich. Denn die Grundlage für den Sound ist das echte Geräusch der E-Motoren, das nach entsprechend digitaler Nachbearbeitung jetzt wieder im Auto eingespielt wird. Nicht nur ein Gimmick für die Ohren! Denn der sich je nach Lastentwicklung ansteigende Klang ist für den aufmerksamen Pkw-Lenker, der unter Extrembedingungen fährt, eine nicht gerade unwichtige Information.

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Driften mit dem Porsche Taycan 4S

Extrem wird es jetzt nämlich auf dem Porsche-Testgelände. Auf Eisflächen so blank wie ein Eishockeyfeld nach der Pause sollen wir kontrolliert driften. Wie soll das gehen - mit einem technisch besonders stabilen Vierradantrieb? Aber es funktioniert tatsächlich, man muss nur wissen wie. Also erst mal rein in den linksdrehenden Kreisel, Gas geben, extrem einlenken in der Kurve. Und hui - schon geht es dahin! Zuerst ganz wunderbar quer, doch dann kommen die Schneehaufen am Rand immer näher. Gegenlenken, bremsen. Rutschen. Stillstand.

Gottseidank haben wir den Taycan nicht im kalten Weiß versenkt. Sonst hätten wir - peinlich, peinlich - über Funk Unterstützung anfordern müssen, in Form eines Porsche Cayenne nebst Abschleppseil.

Kontrolliertes Driften: Auf Schnee und Eis fühlt sich der Taycan 4S pudelwohl.

Wir aber üben ein paar Runden lang mit wechselndem Erfolg. Aber irgendwann klappt es dann doch. Das Geheimnis liegt im Gasgeben. Mit exaktem Gegenlenken schlägt man zwar den richtigen Kurs ein, aber erst wenn man mit dem Gaspedal und der variablen Drehmomentverteilung zwischen den Achsen spielt, kriegt man die Kontrolle zurück. Und so gelingt es, den langen Kreis tatsächlich und hauptsächlich im Querzustand zu bewältigen. Jason Statham, Action-Star beim auch für seine Auto-Stunts berühmten Streifen "Der Transporter", wäre stolz auf uns.

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Taycan 4S: Reichweite, Laden und Verbrauch

Natürlich kann man - und üblicherweise tut man das ja auch - den Taycan ganz normal bewegen. Vor allem im Alltagsbetrieb. Denn die Vorurteile gegenüber Elektroautos dürften endgültig der Geschichte angehören. Der Taycan 4S beispielsweise hat mit seiner Reichweite von über 400 Kilometern schon fast Langstreckencharakter. Aufgeladen wird an einer High-Power-Charging-Station in 22,5 Minuten (bis 80 Prozent Kapazität). Und auch der Verbrauch liegt mit rund 25 kWh auf 100 Kilometer im erschwinglichen Bereich. Welches 400 PS starkes Sportauto lässt sich schon mit 7,50 Euro Energiekosten auf 100 Kilometer bewegen?

Das kostet der Porsche Taycan 4S

Billig ist das Vergnügen aber trotzdem nicht - wegen der hohen Anschaffungskosten. Der Grundpreis von knapp über 105.000 Euro lässt sich nämlich locker steigern. Unser Testauto mit bester Ausstattung kostete auf den Cent genau 164,387,05 Euro. Aber dafür bekommt man, wenn man es sich leisten kann, auch die Speerspitze in Sachen Elektromobilität. Wer spricht da noch von Tesla?

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Rudolf Bögel

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Grün gilt als sicher, leicht und naturfroh. Es ist eine echte Sommerfarbe, denn im Winter kann hellgrün auch giftig wirken.  © Auto-Medienportal.Net
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