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Ukraine-Konflikt: Putins Plan enthüllt? TV-Sender zeigt Karte

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Von: Max Schäfer

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Russland führt einen Angriffskrieg in der Ukraine. Aber was genau sind Wladimir Putins Ziele? Eine Karte lässt Schlimmes erahnen.

Moskau – Russland* führt einen Angriffskrieg in der Ukraine. Seit Donnerstag (24.02.2022) greifen russische Soldaten Städte und Militärstützpunkte in der gesamten Ukraine* an. Dadurch solle ein Genozid an Russinnen und Russen im Nachbarland, dort vor allem in den Separatistengebieten Donezk und Luhansk verhindert werden, erklärt Wladimir Putin*. Die „Entnazifizierung“ und Entmilitarisierung der Ukraine nannte der russische Präsident ebenfalls als ein Ziel.

NameWladimir Wladimirowitsch Putin
Politische PositionPräsident der Russischen Föderation
Geburtsdatum, -ort01.10.1952, Sankt Petersburg (Russland)

Putin rechtfertigt die militärische Eskalation des Ukraine-Konflikts* auch mit einem Rückgriff auf die Geschichte des Landes. In seiner Argumentation stellte er auch die Existenzberechtigung der Ukraine in Frage. Die moderne Ukraine sei vollständig von Russland geschaffen worden, erklärte Putin in einer Ansprache am Montag (21.02.2022). Das Land müsse den Namen Lenin tragen, denn er sei der Architekt des Landes. Weite Teile des Gebietes verdanke das Land außerdem den sowjetischen Machthabern Stalin und Chruschtschow.

Ukraine-Konflikt: Karte lässt Rückschlüssen auf Russlands Pläne zu

Der russische Staatsfernsehsender Rossija 24 griff Putins Ausführungen zur Ukraine auf und stellte sie in einer Karte der Ukraine dar. Darin sind die Bestandteile von Putins Argumentation farblich markiert. Unterschieden wird dabei zwischen Gebieten, welche die Ukraine im Zeitraum von 1917 bis 1954 von Russland erhalten haben soll.

Ein großer Teil des ukrainischen Nordens seien „Schenkungen der russischen Zaren“. Diese umfassen auch Kiew, berichtet Merkur.de. Die Karte des russischen Staatssenders bezeichnet den Westen der Ukraine als „Geschenk Stalins“, während die bereits 2014 annektierte Halbinsel Krim an der Küste des Schwarzen Meers im Süden als „Geschenk Chruchtschows“ dargestellt wird.

Der russische Staatssender hat Putins Ausführungen visualisiert.
Der russische Staatssender hat Putins Ausführungen visualisiert. (Screenshot) © Rossiya 24

Von der Ukraine bleibt nach der russischen Darstellung nur noch ein kleines, in der Karte gelb markiertes Gebiet im Zentrum des eigentlichen Staatsgebietes übrig. Russland erhebt keine Ansprüche auf das Gebiet und erkennt die Ukraine laut Merkur.de Bericht in diesem Bereich als Land an.

Russlands Angriff auf die Ukraine: Fachleute kritisieren Geschichtsverständnis Putins

Historikerinnen und Historiker kritisieren Putins historisch falsche Auslegung der russischen Geschichte in Bezug zur Ukraine. „Die Instrumentalisierung von Geschichte spielt in Putins Kriegsrhetorik, die den Angriff begleitet, eine hervorgehobene Rolle. Es ist ungeheuerlich und stellt die Geschichte auf den Kopf, dass Putins sich bei seinem Krieg auf ein Ziel wie ‚Denazifizierung beruft“, zitiert Merkur.de aus einer Erklärung der Deutsch-Ukrainischen Historikerkommission vom Donnerstag (24.02.2022).

Die verwobene europäische Geschichte könne nicht für aktuelle Gebietsansprüche herangezogen werden. „Putins historische Argumentation ist dilettantisch und hält wissenschaftlicher Kritik nicht stand. Wie auch immer man diese beurteilt, in keinem Fall darf die Vergangenheit herangezogen werden, um heute eine Politik der militärischen Aggression zu betreiben“, erklären die Historikerinnen und Historiker als Reaktion auf den russischen Angriff auf die Ukraine.

Ukraine-Konflikt: Welche Ziele hat Russland in der Ukraine?

Ob Wladimir Putins Geschichtsverständnis und die daraus abgeleiteten Gebietsansprüche tatsächlich Rückschlüsse auf den Verlauf des russischen Angriffskrieges in der Ukraine zulassen, ist jedoch noch unklar. Neben der Einnahme aller Gebiete, welche die Ukraine im Laufe der Zeit von Russland erhalten haben soll, gibt es weitere mögliche Ziele, so eine Analyse der Frankfurter Rundschau zum russischen Angriff auf die Ukraine*.

In einer Sitzung des Sicherheitsrates am Montag (21.02.2022) spricht Russlands Präsident Wladimir Putin der Ukraine das Existenzrecht ab.
In einer Sitzung des Sicherheitsrates am Montag (21.02.2022) spricht Russlands Präsident Wladimir Putin der Ukraine das Existenzrecht ab. (Archivbild) © Alexei Nikolsky/dpa

So könnte Putin die von ihm anerkannten Separatistengebiete im Donbass mit den russlandnahen Gebiete Transnistrien und Gagausien in Moldawien verbinden, sodass die Ukraine vom Meer getrennt würde. Die Eroberung der Ostukraine bis zum Dnjepr und des landwirtschaftlich geprägten Südens ist eine Option. (ms)*fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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