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Selenskyj fragt die Nato: „Wie viele Tote braucht ihr noch?“

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Von: Katja Thorwarth, Erik Scharf

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Selenskyj, Präsident der Ukraine, spricht zu den Menschen in der Ukraine.
Selenskyj, Präsident der Ukraine, spricht zu den Menschen in der Ukraine. © dpa/Ukrainian Presidential Press Office

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fürchtet die Bombardierung von Odessa durch die russische Armee - und fordert Verzicht auf Öl und Gas. Der News-Ticker.

Dieser News-Ticker ist beendet: Die neuesten Entwicklungen rund um den Ukraine-Krieg lesen Sie im neuen Ticker.

+++ 12.30 Uhr: Selenskyj richtete abermals eine Ansprache an die Nato, wie ihn The Kyiv Independent zitiert: „Wie viele Tote braucht ihr noch, um unseren Himmel zu sichern?“ Und weiter: „Wir warten auf diese Entscheidung, entweder (damit Sie es tun) mit der Kraft, die Sie haben. Oder stellen Sie uns Flugzeuge und Flugabwehrsysteme zur Verfügung, die uns die Kraft dafür geben.“

+++ 11.30 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selesnkyj hat wegen der fortgesetzten russischen Angriffe auf sein Land weitere und schärfere Sanktionen gegen Russland gefordert. Nötig sei ein Boykott russischer Exporte und damit auch der Verzicht auf Erdöl und Erdgas aus Russland, sagte Selenskyj in einem am Montag veröffentlichten Video..

„Man kann es Embargo nennen oder auch einfach Moral, wenn man sich weigert, den Terroristen Geld zu geben“, sagte Selenskyj. „Wenn sie sich nicht an die zivilisatorischen Regeln halten wollen, dann sollen sie auch keine Waren und Dienstleistungen der Zivilisation erhalten.“ Selenskyj unterstrich den Friedenswillen der Ukraine. „Wir haben niemals andere Staaten überfallen. Wir haben niemals fremdes Land erobert. Wir haben niemals friedliche Leute anderer Völker getötet“, sagte der Präsident. „Daher ist auf unserer Flagge kein Blut.“ Die Ukraine wirft Russland schwere Kriegsverbrechen vor. Moskau wiederum beharrt darauf, russische Truppen griffen nur militärische Ziele an.

Ukraine-Krieg: „Hero City“ - Selenskyj verleiht Ehrentitel nach russischem Vorbild

Update vom Montag, 07.03.2022, 06.30 Uhr: Der ukrainische Präsident Selenskyj hat den Städten Charkiw, Tschernihiw, Mariupol, Cherson, Hostomel und Volnovakha den Ehrentitel „Hero City“ verliehen. Das berichtet das Nachrichtenprotal The Kyiv Independent. Demnach soll es eine Anspielung auf eine sowjetische Tradition sein: Zwölf Städte der Sowjetunion erhielten diesen Titel nach dem Zweiten Weltkrieg.

Weiter wird Selenskyj mit den Worten zitiert: „Wir werden jeden bestrafen, der in diesem Krieg Gräueltaten begangen hat. Wir werden jeden Abschaum finden, der unsere Städte bombardiert hat, unsere Leute. Jeden, der die Raketen abgeschossen hat, der Befehle gegeben hat. Du wirst keinen ruhigen Ort auf dieser Erde haben – außer einem Grab.“

Ukraine-Krieg: Selenskyj appelliert ans russische Volk und befürchtet Bombardierung Odessas

+++ 16.10 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj beschuldigt in einem Video auf seinem Telegram-Kanal russische Truppen, einen Flughafen im westukrainischen Gebiet Winnyzja zerstört zu haben. „Ich wurde gerade über einen Raketenangriff auf Winnyzja informiert: acht Raketen“, sagte Selenskyj in dem Video, das am Sonntag (06.03.2022) veröffentlicht wurde. „Unser friedliches Winnyzja hat Russland nie in irgendeiner Weise bedroht.“ Der Raketenangriff sei „hart, zynisch, der Flughafen ist vollständig zerstört“, so Selenskyj weiter. Von russischer Seite gibt es dafür bisher keine Bestätigung.

In seinem Video fordert Selenskyj außerdem erneut eine Flugverbotszone über der Ukraine – was die Nato bereits zurückgewiesen hat.

Ukraine-Krieg: Wolodymyr Selenskyj warnt vor Bombardierung von Odessa

Erstmeldung vom Sonntag, 06.03.2022, 12.45 Uhr: Kiew – Es ist ein erneuter Aufruf von Wolodymyr Selenskyj an seine Verbündeten. „Die Welt hat die Macht, unseren Himmel für russische Raketen und Flugzeuge zu schließen“, sagte der Präsident der Ukraine dem „Kyiv Independent“. Unterdessen rechnet Selenskyj mit einem Angriff auf die Hafenstadt Odessa.

Am Sonntag (06.03.2022) verkündete der Staatschef in einer Videobotschaft, dass Russland die Bombardierung von Odessa, der historischen Hafenstadt am schwarzen Meer, vorbereiten würde. „Das wird ein Kriegsverbrechen, das wird ein historisches Verbrechen“, sagte Wolodymyr Selenskyj. Bislang war die Stadt mit rund einer Million Einwohner:innen von den Kämpfen weitgehend ausgenommen.

Ukraine-Krieg: Weiterhin erbitterter Kampf um Kiew

Seit der Invasion der Ukraine durch russischer Truppen am 24.02.2022 hat die Armee des russischen Präsidenten Wladimir Putin* im Süden des Landes einige Gebiete erobert. Unter anderem nahmen sie die Hafenstädte Cherson und Berdjansk ein. Zudem investierten die russischen Truppen zuletzt die Angriffe auf das strategisch wichtige Mariupol.

Derweil wird um die ukrainische Hauptstadt Kiew* weiterhin erbittert gekämpft. Noch immer ist es den russischen Kämpfern nicht gelungen, die Stadt unter ihre Kontrolle zu bringen. In der Nacht zum Sonntag hinterließen die russischen Angriffe in der Region um Kiew eine Spur der Verwüstung.

Ukraine-Krieg - Wolodymyr Selenskyj appelliert an russische Bürger

In einem nördlich von Kiew gelegenen Krankenhaus berichtete der durch Granatsplitter verwundete ukrainische Soldat Mykola, wie seine Einheit während einer Aufklärungsfahrt auf eine „feindliche Kolonne“ gestoßen sei. „Sie überschütteten uns mit Mörserfeuer“, sagte der 29-Jährige zu AFP-Reportern.

In der Nacht zum Sonntag telefonierte Selenskyj auch mit dem Präsident der Vereinigten Staaten, Joe Biden. Laut Selenskyj ging es bei dem Gespräch um die Themen Sicherheit, finanzielle Unterstützung der Ukraine sowie die Fortsetzung der Sanktionen gegen Russland, wie der Präsident in der Nacht zu Sonntag auf Twitter schrieb.

Wolodymyr Selenskyj an russische Bevölkerung: „Diese Woche könnt ihr das Böse noch bekämpfen“

Wolodymyr Selenskyj wird unterdessen nicht müde, auch an die Bevölkerung in Russland zu appellieren. Wohl wissend, dass seine Worte dort wohl nie ankommen werden. „Die Einwohner von Russland haben jetzt die Wahl zwischen Freiheit und Sklaverei. Heute, morgen und diese Woche könnt ihr das Böse noch bekämpfen. Verpasst diese Chance nicht“, sagte Selensyji dem „Kyiv Independent“

Auch der ehemalige Schach-Weltmeister und Kreml-Kritiker Garri Kasparow aus Russland appellierte an die Nato* und die EU*. Aus der Sicht von Kasparow befinde man sich schon im dritten Weltkrieg. Er kritisierte, dass die „mächtigste Allianz der Geschichte“ bei dem „Völkermord“, den Putin in der Ukraine begeht, nur zusehe. (esa/ktho) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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