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Ukraine-Krieg: Zahl der Todesopfer auf russischer Seite wird zum Problem für Putin

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Von: Tanja Koch

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Offenbar hatten russische Soldaten erwartet, dass die Ukraine sie mit offenen Armen empfängt. Stattdessen erfuhren sie starken Widerstand. (Symbolbild)
Offenbar hatten russische Soldaten erwartet, dass die Ukraine sie mit offenen Armen empfängt. Stattdessen erfuhren sie starken Widerstand. (Symbolbild) © DANIEL LEAL/AFP

Russland versucht zu vertuschen, wie viele Soldaten im Ukraine-Krieg tatsächlich fallen. Doch es gelangen immer mehr Informationen an Angehörige. 

Moskau/Kiew – 498 russische Soldaten sind nach Angaben von Russlands Verteidigungsministerium in Moskau beim Ukraine-Krieg bisher getötet worden. 1597 Soldaten seien verletzt worden, wie das Ministerium am Mittwoch (02.03.2022) erklärte. Seit Kriegsbeginn am Donnerstag (24.02.2022) der vergangenen Woche sind dies die ersten offiziellen Zahlen aus Russland*. 

Am Sonntag (27.02.2022) hatte der Sprecher des Ministeriums Maj. Gen. Igor Konashenkov erstmals zugegeben, dass es „gefallene und verwundete“ russische Truppen gebe, wie ihn die New York Times zitiert. Zahlen teilte er jedoch nicht mit.

Die nun verkündeten Angaben stehen im Widerspruch zu den Zahlen der Ukrainischen Behörden. Diese hatte bisher mehr als 5840 getötete russische Soldaten angegeben. Mehr als 200 Panzer, 860 weitere militärische Fahrzeuge, 30 Flugzeuge und 31 Hubschrauber seien seit Kriegsbeginn zerstört worden. Auch eine Sprachnachricht gibt Hinweise, wie groß die militärischen Verluste Russlands im Ukraine-Krieg sind.

Viele russische Todesopfer im Ukraine-Krieg könnten zum Problem für Putin werden

Die hohe Zahl der im Ukraine-Krieg gefallener Soldaten könnte Wladimir Putin* um den verbleibenden Rückhalt in der Bevölkerung Russlands bringen. Schon als Russland 2014 die Krim annektierte, versuchte Putin die 400 gefallenen Soldaten zu vertuschen. 

„Angesichts der vielen Berichte über mehr als 4000 getötete russische Soldaten ist klar, dass etwas Dramatisches im Gange ist“, zitiert die New York Times Admiral James G. Stavridis, ehemaliger Oberbefehlshaber der NATO. „Wenn die russischen Verluste so hoch sind, wird Wladimir Putin zu Hause in Erklärungsnot geraten.“

Der Abgeordnete Adam B. Schiff, Demokrat aus Kalifornien und Vorsitzender des Geheimdienstausschusses des Repräsentantenhauses, habe hinzugefügt: „Es wird eine Menge Russen geben, die in Leichensäcken wieder zu Hause angekommen werden, und eine Menge russischer Familien, die dann trauern – je länger dies andauert, desto mehr.“

Soldatenmütter in Russland sollen über Ukraine-Krieg aufgeklärt werden

Die Ukraine richtete kürzlich eine Website ein, auf der sie Fotos von gefallenen russischen Soldaten veröffentlicht, um Putins Desinformationskampagne in Russland entgegenzuwirken und russische Familien über den Ukraine-Konflikt* aufzuklären.

Zudem las der Botschafter der Ukraine* bei den Vereinten Nationen, Sergiy Kyslytsya, eine Textnachricht vor, die ein Soldaten an seine Mutter geschickt hatte: „Uns wurde gesagt, dass sie uns willkommen heißen würden, aber sie fallen unter unsere gepanzerten Fahrzeuge, werfen sich unter die Räder und lassen uns nicht passieren“, schrieb er laut Kyslytsya. „Sie nennen uns Faschisten. Mama, das ist so hart.“

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt: Derartige Bemühungen können in Russland erfolgreich sein. Aktivismus durch Soldatenmütter beeinflusste der Historikerin Julie Elken zufolge schon bei vergangenen Militäroffensiven, wie diese in der Öffentlichkeit wahrgenommen wurden. (Tanja Koch mit dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Der Ukraine-Krieg hat starke Auswirkungen auf die Spritpreise in Deutschland, die über 2 Euro pro Liter steigen. An der Grenze zwischen Bayern und Tirol führt das zu einem massenhaften Tank-Tourismus.*

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