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Ukraine: Russland will „Spezial-Operation“ fortsetzen – trotz Verhandlungen

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Von: Nail Akkoyun, Stefan Krieger

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Im Ukraine-Krieg ist kein Ende der Gewalt abzusehen. Die Lage bleibt angespannt, viele Menschen sind auf der Flucht. Der News-Ticker.

Dieser Nachrichtenticker ist beendet. Lesen Sie hier weiter* über die Ereignisse rund um den Ukraine-Krieg.

+++ 16.27 Uhr: Ungeachtet der Ankündigung, Angriffe auf Kiew und Tschernihiw zu reduzieren, will Russland seine „militärische Spezial-Operation“ fortsetzen. „Sie verläuft streng nach Plan“, sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Dienstag (28.03.2022) der Agentur Interfax zufolge. Die Aufgaben und Ziele würden weiter erfüllt.

Ukraine-Krieg: Eine Kolonne von russischen Militär-Fahrzeugen auf der annektierten Halbinsel Krim.
Ukraine-Krieg: Eine Kolonne von russischen Militär-Fahrzeugen auf der annektierten Halbinsel Krim. © Sergei Malgavko/dpa/TASS

Bei den Friedensverhandlungen zwischen beiden Ländern gehe es weiterhin um die „Entmilitarisierung der Ukraine, die Entnazifizierung“, sagte Sacharowa. Neben einer möglichen Neutralität der Ukraine und damit verbundenen Sicherheitsgarantien würde zudem eine „Anerkennung heutiger territorialer Realitäten“ diskutiert.

Ukraine-Krieg: Selenskyj berichtet von sieben Todesopfern in Mykolajiw

+++ 13.42 Uhr: Bei dem russischen Angriff auf die Regionalverwaltung in der südukrainischen Stadt Mykolajiw sind nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj mindestens sieben Menschen getötet und 22 weitere Menschen verletzt worden. Zuvor berichteten der Zivilschutz von drei Todesopfern.

Die Trümmer würden derzeit noch durchkämmt auf der Suche nach weiteren Opfern, sagte Selenskyj am Dienstag (29.03.2022) in einer Videobotschaft vor dem dänischen Parlament. Mykolajiw steht seit Wochen im Ukraine-Krieg unter russischem Beschuss, zuletzt hatten die Angriffe auf die Stadt jedoch nachgelassen.

Ukraine-Krieg: Tote bei Raketenangriff auf Großstadt Mykolajiw

+++ 13.10 Uhr: Nach Angaben des Zivilschutzes wurden bei dem mutmaßlichen Raketenschlag in der südukrainischen Großstadt Mykolajiw (siehe Update von 12.48 Uhr) drei Menschen getötet. 22 weitere Personen seien verletzt worden. „Sie haben mein Arbeitszimmer getroffen, die Bastarde“, sagte Gouverneur Vitalij Kim am Dienstag (28.03.2022) auf Telegram. Er zeigte ein Foto mit einem riesigen Loch und Trümmern im Verwaltungsgebäude sowie den Mitschnitt einer Überwachungskamera mit der mutmaßlichen Rakete. 50 bis 100 Mitarbeitende hätten sich retten können, sagte er.

Weitere Raketenangriffe im Ukraine-Krieg wurden auf Objekte bei Nikopol und Pawlohrad im Gebiet Dnipropetrowsk gemeldet. Zuletzt meldete die ukrainische Armee erfolgreiche Gegenangriffe. Es lagen keine unabhängigen Angaben vor.

Ukraine-Krieg: Bombardierung in Mykolajiw

+++ 12.48 Uhr: Andriy Sadovyi, Bürgermeister der Stadt Lwiw (Deutsch: Lemberg), hat in einem Interview mit der Zeitung Ukrainska Pravda berichtet, dass es in der westukrainischen Stadt keine aktiven militärischen Einrichtungen mehr gebe. Sollten russische Streitkräfte Lwiw angreifen, würden sie demnach „nur zivile Einrichtungen und die Zivilbevölkerung“ attackieren, sagte Sadovyi. Schon seit Wochen wird Russland vorgeworfen, zivile Ziele im Ukraine-Krieg anzugreifen.

Zudem sollen russische Truppen das Gebäude der regionalen Stadtverwaltung im südukrainischen Mykolajiw bombardiert haben. Die meisten Mitarbeitenden konnten sich laut Verwaltungsleiter Vitaliy Kim jedoch ins Freie retten. Elf Menschen werden allerdings unter den Trümmern vermutet – ihr Zustand sei noch ungewiss.

Hunderte Kinder im Ukraine-Krieg getötet

+++ 11.15 Uhr: Nach einer Meldung von kyivindependent.com soll der Krieg in der Ukraine alleine in Kiew 144 Kinder das Leben gekostet haben. Mehr als 220 seien verwundet worden. Dies geht aus einer Mitteilung des Büros des Generalstaatsanwalts in Kiew hervor.

In den Angaben sind die Opfer unter den Kindern in der belagerten Stadt Mariupol nicht enthalten, wo nach Angaben des Bürgermeisters bislang etwa 210 Kinder dem Krieg zum Opfer fielen.

Ukraine-Krieg: Russland will Angriffe fortsetzen

+++ 11.00 Uhr: Ungeachtet neuer Friedensverhandlungen hat Russland die Fortsetzung seiner Angriffe in der Ukraine angekündigt. „Die russischen Streitkräfte setzen die militärische Spezial-Operation fort“, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Dienstag (29.03.2022) nach Angaben der Agentur Interfax.

Ukraine-Krieg - Trostianets
Ukrainische Soldaten auf einem Panzer von Typ APC auf einer Straße der Stadt Trostianets. Russland kündigt an, die Angriffe auf ukrainische Ziele fortzusetzen. © Efrem Lukatsky/dpa

Durch russische Luftangriffe seien seit Montag 68 ukrainische Militärobjekte zerstört worden, sagte Konaschenkow weiter. Darunter seien unter anderem Flugabwehrraketen-Systeme, zwei Munitionsdepots und drei Treibstofflager gewesen. Auch drei Drohnen seien zerstört worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

+++ 10.11 Uhr: Die ukrainische Armee hat eigenen Angaben zufolge russische Truppen bei der südukrainischen Großstadt Krywyj Rih zurückgedrängt. „Die Besatzer befinden sich nicht näher als 40 Kilometer von der Stadt entfernt“, sagte der Chef der Militärverwaltung der Stadt, Olexander Wilkul, in einer am Dienstag bei Facebook veröffentlichten Videobotschaft. Teils hätten sich russische Einheiten über die Grenze des Gebiets Dnipropetrowsk ins benachbarte Cherson zurückgezogen. Krywyj Rih ist die Heimatstadt von Präsident Wolodymyr Selenskyj.

Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Ukraine-Krieg: Ukraine startet erneut mit Evakuierungen

Update 10.05 Uhr: Die ukrainische Regierung in Kiew hat die Wiederaufnahme von Evakuierungen aus umkämpften Städten verkündet. Für Dienstag (29.03.2022) seien drei humanitäre Korridore freigegeben worden, erklärte die stellvertretende Regierungschefin Iryna Wereschtschuk im Onlinedienst Telegram.

Am Montag (28.03.2022) hatte die Ukraine die Evakuierungen vorerst gestoppt. Anlass waren nach Regierungsangaben Hinweise auf „mögliche Provokationen“ der russischen Armee entlang der festgelegten Fluchtrouten.

Die Korridore sollen es den Einwohnern in den von russischen Truppen attackierten Städten ermöglichen, sich in Sicherheit zu bringen. Die Ukraine wirft Russland regelmäßig Angriffe auf diese Fluchtwege vor, insbesondere rund um die seit Wochen belagerte Hafenstadt Mariupol.

Ukraine-Krieg: Russland schickt Tschetschenenführer und Söldnertruppe in den Krieg

Kiew - Tschetscheniens Machthaber Ramsan Kadyrow ist russischen Medienberichten zufolge in die belagerte südukrainische Hafenstadt Mariupol gereist, um im Ukraine-Krieg dort die Moral der Kämpfer zu erhöhen. „Tschetschenenführer Ramsan Kadyrow ist in Mariupol, um den Kampfgeist unserer Kämpfer zu steigern“, sagte der tschetschenische Minister Achmed Dudajew am Montag der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Diese veröffentlichte ein Foto von Kadyrow mit rund 20 tschetschenischen Kämpfern.

Auf dem Foto waren auch der Parlamentsabgeordnete Adam Delimchanow sowie ein kleiner Junge zu sehen. Das russische Fernsehen zeigte zudem Bilder, auf denen angeblich zu sehen war, wie Kadyrow in Mariupol mit Generalleutnant Andrej Mordwitschew zusammentraf. Dieser ist einer der Generäle, die nach Angaben der ukrainischen Behörden bei den Kämpfen getötet wurden.

Ukraine-Krieg: Kadyrow spricht von „Säuberungen“

Dudajew zufolge wurde der 45-jährige Kadyrow von Russlands Präsident Wladimir Putin in den Rang eines Generalleutnants erhoben. Offiziell gehört Kadyrow der Nationalgarde an und hatte zuvor den Rang eines Generalmajors.

Dem Minister zufolge soll Kadyrow dabei helfen, die Strategie für die „Befreiung“ Mariupols anzupassen. Kadyrow selbst schrieb auf Telegram, die „Säuberung“ der zerbombten Hafenstadt von „Nazi-Banditen“ laufe auf „Hochtouren“. Er versprach, dass Mariupol „in sehr kurzer Zeit vollständig befreit sein wird“.

Ukraine-Krieg: Lage laut Präsident Selenskyj „überall angespannt“

In der Nacht zum Dienstag (29.03.2022) betonte der ukrainische Präsident Selenskyj, dass die militärische Lage in den Regionen Tschernihiw, Sumy, Charkiw, im Donbass und im Süden der Ukraine „überall angespannt, sehr schwierig“ sei. Er fügte hinzu, dass die russischen Truppen am Montag keinen „humanitären Korridor zugelassen“ hätten.

In der südlichen Stadt Mykolajiw beruhigte sich die Lage im Ukraine-Krieg nach wochenlangem heftigen Beschuss etwas. „Der Feind ist geschwächt, desorientiert, die meisten haben keine logistische Unterstützung mehr und sind vom Großteil der Truppen abgeschnitten“, erklärte der ukrainische Generalstab in der Nacht zum Dienstag.

Ukraine-Krieg: Söldner der Gruppe Wagner im Osten der Ukraine im Einsatz

Unterdessen teilte das britische Verteidigungsministerium am Montagabend (28.03.2022) mit, dass russische Söldner der Gruppe Wagner im Osten der Ukraine eingesetzt würden. Schätzungen zufolge könnten demnach mehr als 1000 Söldner für Kampfeinsätze entsandt werden. Russlands „Schattenarmee“ wird mit Krisenregionen wie Syrien, Libyen, der Zentralafrikanischen Republik und zuletzt auch Mali in Zusammenhang gebracht. Moskau bestreitet jegliche Verbindung zu ihr. Den Söldnern werden schwere Verstöße gegen Menschenrechte vorgeworfen, darunter Folter und gezielte Tötungen.

„Aufgrund schwerer Verluste und einer weitgehend blockierten Invasion“ im Ukraine-Krieg „war Russland höchstwahrscheinlich gezwungen, sein Wagner-Personal für die Ukraine auf Kosten der Operationen in Afrika und Syrien* umzuverteilen“, erklärte das britische Verteidigungsministerium weiter.

Russland hatte am vergangenen Freitag angekündigt, sich im Ukraine-Krieg künftig auf die „Befreiung des Donbass“ konzentrieren zu wollen. Die Regierung in Kiew* befürchtet deshalb eine Zuspitzung der Lage in Mariupol und im Osten des Landes. Westlichen Beamten zufolge treffen die russischen Truppen dort auf die „am besten ausgerüsteten und ausgebildeten ukrainischen Streitkräfte“. (skr/nak/dpa/afp) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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