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Stützpunkt nahe Lwiw: Dutzende Tote und Verletzte nach russischem Luftangriff

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Von: Lukas Rogalla, Christian Stör

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Ein russischer Angriff auf einen Militärstützpunkt nahe Lwiw kostet Dutzenden Menschen das Leben. Moskau gibt an, „bis zu 180 ausländische Söldner“ getötet zu haben.

Update vom Sonntag, 13.03.2022, 20.43 Uhr: Bei den russischen Angriffen auf einen Truppenübungsplatz nahe der ukrainischen Grenze zu Polen sind nach Angaben aus Moskau zahlreiche ausländische Kämpfer getötet worden. Die russischen Streitkräfte hätten „bis zu 180 ausländische Söldner“ sowie eine große Menge aus dem Ausland gelieferter Waffen „zerstört“, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Sonntag der Agentur Tass zufolge mit. „Die Vernichtung der auf das Territorium der Ukraine eingereisten ausländischen Söldner wird fortgesetzt“, sagte Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow.

Kiew widersprach dieser Darstellung später. „Das ist nicht wahr. Das ist pure russische Propaganda“, sagte der Sprecher des ukrainischen Verteidigungsministeriums, Markijan Lubkiwskyj, dem US-Sender CNN. Nach ukrainischen Angaben wurden bei den Angriffen auf den Übungsplatz Jaworiw nordwestlich von Lwiw (Lemberg) mindestens 35 Menschen getötet und 134 weitere verletzt. Zu ausländischen Opfern machte die Ukraine bisher keine Angaben. Die Angaben der Kriegsparteien ließen sich nicht unabhängig überprüfen

Ukraine-Krieg: Russischer Angriff nahe Lwiw – Dutzende Tote und Verletzte

Erstmeldung vom Sonntag, 13.03.2022, 12.12 Uhr: Kiew/Lwiw - Der Ukraine-Konflikt* hat nun auch die westukrainische Metropole Lwiw erreicht, in der sich viele Flüchtlinge sammeln. Bei einem russischen Angriff auf einen Militärstützpunkt nahe der polnischen Grenze sind nach ukrainischen Angaben mindestens 35 Menschen getötet worden. 134 weitere Menschen seien bei dem Angriff auf den Stützpunkt in Jaworiw nahe Lwiw (deutsch: Lemberg) verletzt worden, sagte Regionalgouverneur Maxim Kosizky. 

In dem von Russland* angegriffenen Internationalen Zentrum für Friedenssicherung und Sicherheit in Jaworiw nahe Lwiw hätten auch „ausländische Ausbilder“ gearbeitet, erklärte der ukrainische Verteidigungsminister Oleksij Resnikow auf Twitter. Der Militärübungsplatz liegt nur rund 20 Kilometer von der polnischen Grenze entfernt. Der Ukraine-Krieg*ist damit erneut eskaliert.

Ein mit einem Handy aufgenommenes Foto zeigt Menschen in Lwiw, die in einem Bunker Schutz vor dem Luftangriff suchen.
Ein mit einem Handy aufgenommenes Foto zeigt Menschen in Lwiw, die in einem Bunker Schutz vor dem Luftangriff suchen. © Chen Wenxian/dpa

Ukraine-Krieg: Viele Tote bei Angriff nahe Lwiw

Lwiws Bürgermeister Andrij Sadowij schrieb im Messengerdienst Telegram zunächst von neun Toten und 57 Verletzten durch den Angriff. Vorläufigen Erkenntnissen zufolge habe die russische Armee von über dem Schwarzen Meer fliegenden Jets rund 30 Marschflugkörper abgefeuert, schrieb Sadowij. Die ukrainische Armee gab an, zwei Marschflugkörper zerstört zu haben.

Resnikow verurteilte den Angriff als „weiteren terroristischen Anschlag auf den Frieden und die Sicherheit in der Nähe der EU/Nato-Grenze“. Den Westen forderte er erneut zur Schaffung einer Flugverbotszone über der Ukraine* auf. „Schließen Sie den Himmel!“ schrieb er. Die Nato lehnt die Einrichtung einer Flugverbotszone über der Ukraine bislang kategorisch ab. Sie befürchtet, durch einen solchen Schritt von Russland als Kriegspartei in dem Konflikt wahrgenommen zu werden.

Ukraine-Krieg: Angriff auf Stützpunkt nahe Lwiw

Der Stützpunkt wurde als Ausbildungszentrum für ukrainische Soldaten genutzt, die Ausbilder kamen in der Vergangenheit aus Ländern wie den USA und Kanada. Er diente auch als Basis für gemeinsame Übungen ukrainischer Soldaten mit Nato-Soldaten.

Ob sich die von Resnikow genannten ausländischen Ausbilder zum Zeitpunkt des Angriffs auf dem Stützpunkt befanden, war zunächst unklar. Bereits vor Beginn der russischen Invasion in der Ukraine am 24. Februar hatten ausländische Soldaten das Land verlassen. Die USA hatten am 12. Februar mitgeteilt, 150 ihrer Ausbilder aus der Ukraine abgezogen zu haben.

Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine sind viele Menschen nach Lwiw geflohen. Viele Flüchtlinge, die die Ukraine verlassen wollen, reisen von dort aber auch weiter zur polnischen Grenze. Bisher galt die Stadt als relativ sicher. Einige Länder haben deshalb ihre Botschaften von Kiew* nach Lwiw verlegt. (cs/afp)

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