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Trans-Europ-Express: Mega-Verkehrsprojekt aus den 50ern soll wiederbelebt werden

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Stillgelegter Trans Europ Express in Augsburg - Die Zeit für einen würdigen Nachfolger scheint gekommen
Stillgelegter Trans Europ Express in Augsburg - Die Zeit für einen würdigen Nachfolger scheint gekommen. © Stefan Puchner/dpa

Die Weichen sind gestellt: Verkehrsminister Andreas Scheuer will den Trans-Europ-Express wieder auf die Schienen bringen. Der Zug rollte schon einmal durch Europa. Ein Blick in Vergangenheit und Zukunft.

München - Von Berlin über Lyon nach Barcelona in 13 Stunden. Ohne Umsteigen von München nach Stockholm oder Rom: Jetzt werden die Weichen im europäischen Zugverkehr neu gestellt. Der Trans-Europ-Express soll wieder Fahrt aufnehmen. Ende September stellte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer diese Pläne vor und diskutierte sie mit seinen europäischen Kollegen. „Unser Konzept setzt auf attraktive, schnelle und durchgehende Fernverkehr über Grenzen hinweg“, erklärte der CSU-Politiker, der wegen der gescheiterten Maut unter Druck steht.

Schon einmal träumte Europa von einem länder­übergreifenden Zugangebot. In den Fünfzigern, als das Wirtschaftswunder eine goldene Zukunft versprach und der Kontinent nach zwei Kriegen zusammenwuchs. Damals initiierte der niederländische Bahnchef, Frans den Hollander, das Eisenbahnnetz mit schnellen Lokomotiven und komfortablen Wagons. Bis 1987 fuhren die Züge mit klingenden Namen wie „Enzian“ oder „Blauer Edelweiß“.

TEE 2.0: Trans-Europ-Express soll europäische Metropolen miteinander verbinden

Nun soll der „Trans-Europ-Express“ (TEE) in zwei Phasen wiederbelebt werden. Zunächst sind Strecken vorgesehen, für die keine großen Infrastrukturmaßnahmen notwendig sind. Dazu gehören Verbindungen zwischen Amsterdam und Rom, Paris und Warschau oder Berlin und Barcelona.

In der zweiten Phase soll auch München angebunden werden. Voraussetzung: die Fertigstellung des Bahnhofs Stuttgart 21, die Fehmarnbeltquerung oder der Brenner Basistunnel. Vor allem bei Letzterem kommt der Ausbau des Zulaufs ausgerechnet auf deutscher Seite nicht voran.

Woher das Geld kommen soll, verriet der Minister auch, der CSU-Mann* wiederholte die Forderung nach EU-Förderprogrammen. „Ein solches TEE-Netz für Hochgeschwindigkeits- und Nachtzugangebote kann bis 2025 stehen, wir müssen den Einstieg jetzt schaffen.“

Trans-Europ-Express: Nächstes großes Mega-Verkehrsprojekt von Andreas Scheuer

Zustimmung kommt von für Scheuer ungewohnter Seite: Auch die Grünen fordern Investitionen. „Die Länder Europas haben mit ihren oftmals sehr dichten Eisenbahnnetzen wahre Schätze, die für die Klimapolitik endlich besser verknüpft werden müssen“, erklärte der bahnpolitische Sprecher der Grünen, Matthias Gastel, zu Scheuers Vorstoß. Und vergaß nicht, darauf hinzuweisen, dass der Ankündigung diesmal Taten folgen müssten. Scheuer will die Idee noch während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft vorantreiben, bis Ende des Jahres soll eine Absichtserklärung zur Trans-Europ-Express unterzeichnet werden. An einer anderen Form von Hochgeschwindigkeitsreisen arbeitet derzeit ein Startup aus den Niederlanden.

Langfristig soll der Trans-Europ-Express dann durch Bayern rollen, drei Verbindungen sind geplant: Von Berlin über Nürnberg und München nach Rom; von Paris über München nach Budapest und von München über Nürnberg und Kopenhagen nach Stockholm. Paris soll dann in fünf, Budapest in rund sechs und Rom in sieben Stunden von München aus zu erreichen sein. Die Reise nach Skandinavien hingegen dauert. Die geschätzte Fahrtzeit: 13 Stunden und 30 Minuten. Dafür ohne Umsteigen. (Oscar Paul) *Merkur.de ist ein Angebot des Ippen Digital Netzwerks

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