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Abramowitsch bringt Putin handgeschriebene Selenskyj-Botschaft - Kreml-Chef: „Werde sie zerstören“

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Von: Kai Hartwig

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Im Ukraine-Krieg schaltet sich der russische Milliardär Roman Abramowitsch als Vermittler ein. Er überreicht Putin eine Selenskyj-Nachricht – und erntet Wut.

Moskau – Zunächst waren es nur Spekulationen, inzwischen ist es von russischer Seite bestätigt worden. Oligarch Roman Abramowitsch, weltweit bekannt geworden als Besitzer des englischen Fußballklubs FC Chelsea*, versucht zwischen den Kriegsparteien im Ukraine-Konflikt* zu vermitteln.

„Abramowitsch spielt eine Rolle bei der Vermittlung von Kontakten zwischen den russischen und ukrainischen Parteien“, bestätigte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Dienstag (29. März) in Moskau, dass der Milliardär in die Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland* eingebunden ist.

Der russische Oligarch Roman Abramowitsch
Oligarch Roman Abramowitsch versucht, zwischen der Ukraine und Russland zu vermitteln. © Anthony Anex/dpa

Ukraine-Krieg: Oligarch Abramowitsch bei Friedensverhandlungen als Vermittler

In der türkischen Metropole Istanbul kamen am gleichen Tag Unterhändler der beiden Länder auf neutralem Boden zusammen. Gespräche über eine Waffenruhe im Krieg zwischen der Ukraine und Russland* wurden geführt. Abramowitsch war Teil der Verhandlungsrunde. Der Russe zählte allerdings nicht zur offiziellen Delegation seines Heimatlandes.

Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti empfing der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan den Geschäftsmann vor den Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland zu einem Gespräch. Über den Inhalt der Unterredung wurde zunächst nichts bekannt.

Ukraine-Krieg: Abramowitsch bringt Putin Selenskyj-Botschaft – Kreml-Chef antwortet düster

Unterdessen berichtete die britische Times von einem Treffen Abramowitschs mit Russlands Präsident Wladimir Putin*. Demnach sei der Oligarch von der Türkei aus Richtung Moskau aufgebrochen, um dem Kreml-Chef eine „handgeschriebene“ Nachricht von dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj* persönlich zu überbringen. Darin habe das ukrainische Staatsoberhaupt seine Bedingungen für einen Frieden mit Russland benannt.

Der Times zufolge reagierte Putin allerdings nicht besonders erfreut. Er soll Abramowitsch wutentbrannt eine düstere Nachricht für Selenskyj mit auf den Weg gegeben haben. „Sag ihm, ich werde sie zerstören“, zitiert die Zeitung Putin.

Ukraine-Krieg: Abramowitsch angeblich Gift-Opfer – Moskau und Kiew dementieren

Auch um den inoffiziellen Vermittler Abramowitsch im Konflikt zwischen der Ukraine und Russland* hatte es unter der Woche beunruhigende Schlagzeilen gegeben. So gab das Wall Street Journal an, dass der Oligarch und zwei ukrainische Unterhändler Opfer einer Vergiftung geworden seien. Bei den drei Männern traten nach einem Treffen in Kiew demnach gerötete Augen und ein schmerzhafter Tränenfluss auf. Zudem sollen sich Teile der Haut an Gesicht und Händen abgelöst haben. Später verringerten sich die Symptome aber wieder.

Auch eine AFP-Quelle, die mit den Verhandlungen zwischen Kiew* und Moskau vertraut sein soll, bekräftigte: „Das hat leider tatsächlich stattgefunden.“

Den Vorfall dementierte dagegen Kreml-Sprecher Peskow am Dienstag (29. März) entschieden. Es handle sich um einen „Teil des Informationskrieges“ gegen Russland*, behauptete Peskow: „Es versteht sich von selbst, dass diese Informationen nicht der Realität entsprechen. Der ukrainische Präsidentenberater Mychailo Podoljak hatte die Berichte über eine mögliche Vergiftung Abramowitschs ebenfalls zurückgewiesen*. (kh) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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