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USA half bei Versenkung von „Moskwa“ - Russland: Kreuzer nicht am Krieg beteiligt 

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Von: Tobias Utz, Teresa Toth

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Einem Bericht zufolge machen die USA im Ukraine-Krieg Kommandos russischer Truppen ausfindig. Derweil flammt die Debatte um die „Moskwa“ wieder auf.

Dieser News-Ticker ist beendet und wird nicht mehr aktualisiert. Wie aber geht es am 9. Mai weiter? Am Tag des Sieges über Nazi-Deutschland könnte Wladimir Putin einen neuen Schritt gehen und die bisher in Russland so bezeichnete „Spezialoperation“ offiziell zu einem Krieg erklären. Über die neuesten Entwicklungen rund um die Militärparade am 9. Mai in Moskau informieren wir Sie im entsprechenden Ticker.

+++ 10.50 Uhr: Das vor der ukrainischen Küste gesunkene Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte „Moskwa“ war nach Darstellung Moskaus nicht am Militäreinsatz gegen die Ukraine beteiligt. Das geht aus einer Antwort der Militärstaatsanwaltschaft an den Hinterbliebenen eines Matrosen hervor. „Die Überprüfung hat ergeben, dass das Schiff, auf dem E.D. Schkrebez Dienst geleistet hat, nicht in die ukrainischen Hoheitsgewässer eingefahren ist und auch nicht auf der Liste der Verbände und Einheiten stand, die zum Einsatz an der militärischen Spezialoperation herangezogen wurden“, heißt es in dem offiziellen Schreiben, das der Vater des Matrosen am Freitag im sozialen Netzwerk Vkontakte veröffentlichte. Der Matrose gelte seit dem Unglück auf dem Raketenkreuzer Mitte April als vermisst. 

Ukraine hat wohl mit US-Informationen die russische Flotte „Moskwa“ versenkt

Update vom Freitag, 06. Mai, 07.35 Uhr: Geheimdienstinformationen der USA haben Medienberichten zufolge dem ukrainischen Militär dabei geholfen, das Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte «Moskwa» (Moskau) zu versenken. Die US-Regierung habe aber keine Kenntnis über die Pläne der Ukraine gehabt, berichteten mehrere US-Medien wie die «Washington Post» oder die «New York Times» am Donnerstagabend (Ortszeit) unter Berufung auf nicht namentlich genannte Personen, die mit der Angelegenheit vertraut seien.

Das russische Schwarzmeer-Flaggschiff „Moskva“ kann die Ukraine wohl nur versenken, weil sie Koordinaten vom US-Geheimdienst erhält.
Das russische Schwarzmeer-Flaggschiff „Moskva“ kann die Ukraine wohl nur versenken, weil sie Koordinaten des US-Geheimdiensts erhält. © AFP Photo/Russian Defence Ministry

Die USA hätten das Schiff auf Nachfrage des ukrainischen Militärs als «Moskwa» identifiziert und bei der Lokalisierung geholfen, berichtete der Sender NBC News. Mutmaßlich mit ukrainischen Schiffsabwehrraketen des Typs «Neptun» war Mitte April die «Moskwa» versenkt worden. Moskau bestreitet das. Der Raketenkreuzer war auch für die Luftabwehr im Schwarzen Meer zwischen Donaumündung und der 2014 von Russland annektierten Halbinsel Krim zuständig.

Schwere Verluste für Russland: 24.700 Soldaten offenbar tot und 1092 Panzer wohl kaputt

+++ 11.30 Uhr: In der neuesten Statistik zu den schweren Verlusten Russlands werden 24.700 tote Soldaten gelistet. Zudem habe die russische Armee mittlerweile 1092 Panzer verloren. 196 Kampfflugzeuge zählen laut den Daten des ukrainischen Generalstabs ebenfalls zu den Verlusten. Das berichtet das Nachrichtenportal Kyiv Independent.

Schwere Verluste für Russland im Ukraine-Krieg

+++ 07.45 Uhr: Wie das Nachrichtenportal Kyiv Independent berichtet, hat die ukrainische Armee neun russische Luftziele abgeschossen. Der ukrainische Generalstab teilte demnach mit, dass Russland in den letzten 24 Stunden vier UAVs, drei Raketen und zwei Flugzeuge (vorläufige Su-30-Flugzeuge) verloren habe.

Schwere Verluste für Russland im Ukraine-Krieg: US-Geheimdienste tragen zur Tötung russischer Generäle bei

Update vom Donnerstag, 05. Mai, 06.00 Uhr: Die von den USA an die ukrainische Armee gelieferten Geheimdienstinformationen haben einem US-Medienbericht zufolge zur Tötung mehrerer russischer Generäle beigetragen. Die New York Times berichtete am Mittwoch unter Berufung auf Geheimdienstkreise, dass die USA insbesondere die Standorte der „mobilen Hauptquartiere der russischen Armee“ ausfindig machen und die Informationen mit den ukrainischen Streitkräften teilen. So konnten die Ukrainer die Kommandostände demnach mit Artillerie angreifen.

Die Ukrainer haben seit Beginn der Invasion in der Ukraine am 24. Februar wiederholt gemeldet, russische Generäle vor Ort getötet zu haben. Teils wurden die Angaben von russischer Seite bestätigt. Anfang März meldete die Stadtverwaltung der südrussischen Stadt Noworossijsk beispielsweise, dass General Andrej Suchowezkij, der stellvertretende Kommandeur der 41. Armee, in der Ukraine „heldenhaft“ gestorben sei.

Ukraine-Krieg Russische Spezialeinheiten ziehen sich nach Verlusten angeblich zurück

+++ 21.00 Uhr: Offenbar geben die Eliteeinheiten von Wladimir Putin den Kampf in der Ukraine auf. Das soll laut Informationen des Nachrichtenportals The Daily Beast in einer Audioaufnahme zu hören sein. Dieses habe der ukrainische Geheimdienst veröffentlicht. Es soll ein abgefangenes Gespräch zwischen einem russischen Soldaten und einem Freund sein. Der Soldat klage über die Verluste in der Ukraine, es sei schlimmer „als in vier Jahren in Tschetschenien“. Sein Freund kenne die genaue Zahl der Todesopfer nicht.

Er habe dann dem russischen Soldaten die Frage gestellt, ob es wahr sei, dass Mitglieder der RosGvardia, die Nationalgarde Putins, zusammen mit der Spezialeinheit Omonovtsy die Ukraine verlassen hätten. Daraufhin sei der Soldat wütend geworden: „Wir brauchen sie verdammt noch mal nicht. Sie kehren zurück, weil sie Revolten inszenieren, sie wollen nicht weiter. All diese verdammten Spezialeinheiten, unsere Kämpfer, verdammt noch mal, haben sich zurückgezogen – und sie weigern sich, weiterzumachen.“ Die ukrainischen Behörden hätten nicht angegeben, wo sich der mutmaßliche Soldat in der Ukraine aufhält. Zudem sei es unklar, wann der Anruf abgehört worden sein soll.

Update vom Mittwoch, 4. Mai, 11.20 Uhr: Den neuesten Angaben des ukrainischen Generalstabes zufolge hat Russland bereits 24.500 Soldaten im Ukraine-Krieg verloren. Das geht aus einer Veröffentlichung des Nachrichtenportals Kyiv Independent hervor. Die Informationen sind jedoch nicht unabhängig prüfbar. Laut Statistik verlor Russland zudem 194 Militärflugzeuge und 1077 Panzer. Von russischer Seite gibt es dazu kein Statement.

+++ 10.30 Uhr: Der britische Geheimdienst sieht Russlands Armee im Ukraine-Krieg deutlich geschwächt. Laut dem neuesten Lagebericht des Verteidigungsministeriums wird die laufende Invasion in der Ukraine nachhaltige Auswirkungen auf die Streitkräfte haben. Das Verteidigungsbudget Russlands habe sich zwischen den Jahren 2005 und 2018 zwar verdoppelt. „Die Modernisierung der materiellen Ausrüstung“ habe Russland allerdings nicht in die Lage versetzt, „die Ukraine zu dominieren“. Sowohl in der strategischen als auch in der operativen Ausführung habe das russische Militär versagt, so der britische Geheimdienst.

Update vom Dienstag, 03. Mai, 07.00 Uhr: Eine riesige Lagerhalle bei Moskau ist in der Nacht zum Dienstag in Flammen aufgegangen. Ein Papierlager brenne auf fast 34.000 Quadratmetern, sagte ein Vertreter der Rettungsdienste der Staatsagentur Tass. Das entspricht einer Fläche von nahezu fünf Fußballfeldern. Teile der Halle seien eingestürzt, hieß es in dem Bericht. Das Papierlager gehöre zu einem Logistikzentrum in dem Ort Bogorodskij nordöstlich der russischen Hauptstadt. 100 Feuerwehrleute mit 33 Fahrzeugen kämpften gegen die Flammen.

Zur Brandursache wurden zunächst keine Angaben gemacht. Ein Zusammenhang zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine war nicht ersichtlich. Allerdings haben sich in den vergangenen Wochen immer wieder rätselhafte Brände oder Explosionen in russischen Fabriken und Lagern auch weitab der Grenze zur Ukraine ereignet.

Herbe Verluste für Russland – „Erbärmliche“ Verschleierungsversuche Moskaus

+++ 15.30 Uhr: Großbritanniens Verteidigungsminister Ben Wallace hat die Versuche des Kremls, die russischen Verluste zu verschleiern, als „erbärmlich“ bezeichnet. Wallace erklärte im Interview mit LBC Radio zudem, dass eine erneute Eskalationsstufe ab dem 9. Mai wahrscheinlich sei.

Update vom Montag, 2. Mai, 13.15 Uhr: Der Ukraine-Krieg verursacht auf russischer Seite laut britischen Angaben immer größere Verluste. Wie das britische Verteidigungsministerium auf Twitter mitteilte, sei es wahrscheinlich, dass ein Viertel der eingesetzten 120 Bataillone mittlerweile kampfunfähig sei.

Auch einige der russischen Eliteeinheiten wie Luftlandetruppen hätten erhebliche Verluste erlitten, erklärte das Ministerium am Montag. „Es wird wahrscheinlich Jahre dauern, bis Russland diese Truppen wieder aufstellen kann.“

Schwere Verluste im Ukraine-Krieg: Russland stiehlt wohl landwirtschaftliche Fahrzeuge

Update vom Sonntag, 1. Mai, 22.20 Uhr: Laut Angaben eines ukrainischen Geschäftsmanns haben russische Truppen in der besetzten Stadt Melitopol landwirtschaftliche Fahrzeuge gestohlen und nach Tschetschenien transportiert. Wie CNN berichtet beläuft sich der Gesamtwert der 27 geklauten Fahrzeuge auf knapp 5 Millionen Euro – allein die Mähdrescher sind jeweils fast 300.000 Euro wert. Da es sich um hochentwickelte Maschinen handelt, konnte der Transportweg verfolgt sowie die Fahrzeuge per Fernsteuerung verriegelt werden. Doch allein mit dem Verkauf der Maschinen als Ersatzteile können die Diebe große Einnahmen erzielen.

In den vergangenen Wochen häufen sich die Berichte über Plünderungen landwirtschaftlicher Geräte und Baumaterialien durch russische Truppen. Und auch Getreide wird zunehmend beschlagnahmt. Den Landwirten, die versuchen, in den von den russischen Truppen besetzten Gebieten zu arbeiten, ist es nicht möglich, ihre Erzeugnisse zu transportieren. Daher nehmen die russischen Streitkräfte das Getreide mit, so der ukrainische Informant gegenüber CNN. „Sie stehlen es, bringen es auf die Krim und das war‘s.“

Ukraine-Krieg: Schwere Verluste für Russland – Truppen sind offenbar geschwächt

+++ 13.00 Uhr: Die Ukraine hat erneut eine Statistik zu den bisherigen Verlusten Russlands im Ukraine-Krieg veröffentlicht. Nach mehr als zwei Monaten nach Invasionsbeginn sind demnach mehr als 23.200 Soldaten gefallen. 1008 Panzer, 155 Militärhelikopter und 190 Militärflugzeuge seien zudem zerstört worden, hieß es in einer Mitteilung auf Facebook.

Schwere Verluste im Ukraine-Krieg für Russland

Update vom Samstag, 30. April, 09.00 Uhr: Das britische Verteidigungsministerium hat abermals eine Einschätzung zur Situation der russischen Armee im Ukraine-Krieg veröffentlicht. Demnach sieht das Ministerium eine geschwächte Moral der Soldaten. Das russische Militär stehe aktuell vor enormen Herausforderungen.

+++ 10.30 Uhr: Circa 22.800 russische Soldaten sollen laut Angaben des ukrainischen Generalstabs seit Beginn der Invasion gestorben sein. Wie es in einer Mitteilung auf Facebook weiter heißt, wurden zudem 970 Panzer und 2389 gepanzerte Mannschaftsfahrzeuge sowie insgesamt 322 Flugzeuge und Hubschrauber zerstört.

Update vom Freitag, 22. April, 09.45 Uhr: Es gibt offenbar neue Zahlen zu russischen Verlusten im Ukraine-Krieg. Das kremlnahe Nachrichtenportal Readovka hat diesbezüglich im sozialen Netzwerk VK für Aufregung gesorgt. Mit Bezug auf Daten des russischen Verteidigungsministeriums seien bisher 13.414 Soldaten gestorben. 7000 Streitkräfte würden derzeit vermisst.

Zudem wurden Todeszahlen zur Besatzung des untergegangenen Kriegsschiffs „Moskwa“ genannt: 116 Menschen seien dort gestorben, 100 würden vermisst. Das Nachrichtenportal löschte die Informationen kurze Zeit später wieder. Die Angaben bezogen sich zuvor auf ein „gerade zu Ende gegangenen Meeting“ des russischen Verteidigungsministeriums. Der Kreml hatte bisher von maximal mehr als 2000 toten Soldaten in der russischen Armee gesprochen.

Ukraine-Krieg: Schwere Verluste - Russland startet Zwangsrekrutierung

+++ 16.00 Uhr: Russland plant nach Angaben des ukrainischen Geheimdienstes den Start einer Zwangsmobilisierung in den besetzen Regionen Saporischschja und Kherson. Angeblich plant Russland die Zwangsmobilisierung, um Ukrainer in den Kampf gegen ihr eigenes Land zu schicken. Der ukrainische Geheimdienst berichtet, es würden unter Vorwand von Referenden und humanitärer Hilfen personenbezogene Daten der Bewohner der besetzten Gebiete erhoben. Am Wahltag würden FSB-Beamte die Stimmzettel mit den erhaltenen Informationen ohne die Zustimmung oder Anwesenheit der Ukrainer selbst ausfüllen.

Ukraine-Krieg: Geheimdienst berichtet von sinkender Moral russischer Streitkräfte

Erstmeldung vom Mittwoch, 13.04.2022, 13.45 Uhr: Kiew – Russland schickt zahlreiche Streitkräfte in den Osten der Ukraine*, um den Donbass zu „befreien“, wie es Präsident Wladimir Putin* zuletzt nannte. Teil dieser Militärstrategie ist ein kilometerlanger Panzer-Konvoi, der offenbar nur langsam vorankommt. Ziel ist laut einer Analyse des Thinktanks Institute for the Study of War zufolge die Stadt Isjum, sie gilt als Einfallstor in den Donbass.

Zahlreiche Soldaten mussten zuvor in Belarus neu ausgestattet werden. Das russische Militär hatte zuvor in den Kämpfen um die ukrainische Hauptstadt Kiew schwere Verluste hinnehmen müssen. Der ukrainische Geheimdienst GUR berichtet nun von einer massiv sinkenden Moral der Streitkräfte. Im am Dienstag (12.04.2022) publik gewordenen Bericht heißt es, dass versprochene finanzielle Anreize für Kämpfe bislang nicht ausgezahlt wurden. Das betrifft demnach zum Beispiel die 47. Division der 1. Panzerarmee. Die militärische Führung habe mehrere Zahlungsaufforderungen konsequent ignoriert.

Ukraine-Krieg: Moral der russischen Soldaten sinkt offenbar weiter

Ein weiterer Grund für die sinkende Moral der russischen Soldaten soll die Tatsache sein, dass bereits relativ viele getötete Streitkräfte nach Russland zurück transportiert werden mussten. Teil davon ist laut Bericht, dass das Militär die Leichen nur in kleinen Chargen zurückschicken soll, um Panik in Russland zu vermeiden. Die Angaben des ukrainischen Geheimdienstes lassen sich nicht unabhängig prüfen. Zudem hat der Kreml sich nicht dazu geäußert.

Dass die Moral in russischen Truppen sinken soll, wurde bereits Anfang April bekannt. Damals berichtete unter anderem der US-Sender CNN von abgehörten Telefonaten zwischen russischen Soldaten.* Der ukrainische Geheimdienst verbreitete diese. Die Streitkräfte beschweren sich darin über die Inkompetenz der Führung aus Moskau und bezweifeln den Sinn des ganzen Einsatzes in der Ukraine. „Unsere ganze Brigade ist fertig“, sagt ein Soldat zu seiner Frau. „Wir haben sehr viele Verluste, noch mehr sind verwundet.“ Auf die Frage seiner Frau, woran das denn läge, sagt der russische Soldat vollkommen unverblümt: „Unsere ganze Armee besteht aus dummen Idioten.“

Doch die Truppen scheinen nicht nur die Kompetenz ihrer eigenen Armeeführung im Ukraine-Krieg anzuzweifeln. Auch der Sinn und Zweck des Einsatzes wird in den Armeeverbänden offenbar immer stärker angezweifelt. „Warum sind wir überhaupt hier?“, fragt ein anderer Soldat seine Mutter in einem Telefonat. „Alles ist schlecht, fast keiner ist übrig. Sie haben uns gesagt, dass wir weitermachen bis zum Ende, bis keiner mehr am Leben ist“, so der Soldat zu seiner Mutter. Neben den abgehörten Telefonaten wurden schon Anfang März Funksprüche der russischen Truppen bekannt. Danach wurden die Gerüchte um russische Deserteure lauter. (tu/tt)

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