In 21 Landkreisen und 422 Kommunen wurde gewählt.
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Datenanalyse

Kommunalwahl in Hessen: Die größten Hochburgen, die krachendsten Niederlagen

  • Monika Gemmer
    vonMonika Gemmer
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Mehr als 90 Prozent hier, aber gerade mal rund 5 Prozent dort – und das bei ein- und derselben Partei: Unsere Datenanalyse der Gemeinde- und Kreiswahlen zeigt erstaunliche Unterschiede.

  • Kommunalwahl in Hessen* am 14. März bringt teils verblüffende Trendergebnisse.
  • Hochburgen und Niederlagen der Parteien bei den Gemeinde- und Kreiswahlen in Hessen*.
  • Kommunalwahl-News: Alle wichtigen Informationen und Ergebnisse zur Wahl.

Hessen - Am Morgen nach der Kommunalwahl kehren in Hessens Städten und Gemeinden die Wahlhelfer:innen an ihren Platz zurück. Tief in der Nacht war die Auszählung der Stimmen zur Gemeinde- und zur Kreiswahl abgebrochen worden, obwohl noch nicht aus allen Kommunen Trendergebnisse vorlagen. Noch gar nicht berücksichtigt sind dabei die kumulierten und panaschierten Stimmen – sie werden erst an den Tagen nach der Kommunalwahl ausgezählt.

Bis zum Montagvormittag verfestigte sich dennoch die Datenanalyse aus der Nacht: Wir werfen einen ersten Blick auf die Hochburgen der wichtigsten Parteien – und auf die Schauplätze ihrer größten Niederlagen.

Kommunalwahl in Hessen: CDU in einer Kommune bei 3,2 Prozent

Ihr schlechtestes Ergebnis bei den Gemeindewahlen kassiert die CDU laut Trendergebnis in der südhessischen Stadt Breuberg im Odenwaldkreis: Gerade einmal 3,2 Prozent der Wählerinnen und Wähler kreuzten hier die CDU-Liste an. Den Löwenanteil der Listenstimmen teilen sich hier SPD (47,2 Prozent) und die Breuberger Wähler-Gemeinschaft BWG (36,45 Prozent).

Die kleine Gemeinde Nüsttal mit rund 2800 Einwohnerinnen und Einwohner hat nicht nur besonders schnelle Wahlhelferinnen und Wahlhelfer, die das erste Bürgermeisterwahl-Ergebnis dieser Kommunalwahlen* lieferten. In der Kommune im Landkreis Fulda konnte sich die an diesem Wahltag gebeutelte CDU auch am erfolgreichsten gegen den Abwärtstrend stemmen. Die Christdemokraten erreichen in Nüsttal 67,2 Prozent der Listenstimmen und damit ihr hessenweit bestes Ergebnis bei den Gemeindewahlen. Messen musste sich die CDU in Nüsttal nur gegen eine einzige andere Liste: die Christliche Wähler-Einheit CWE.

Bei den Kreiswahlen kann die CDU ihr mit 42,6 Prozent hessenweit bestes Trendergebnis im traditionell schwarzen Landkreis Fulda erzielen. Die niedrigsten Zustimmungswerte haben die Christdemokraten im Schwalm-Eder-Kreis (22 Prozent).

Kommunalwahl in Hessen: Kassel wird grün

Das traditionell rote Kassel wird grün: Bei den Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung in Kassel triumphieren die Grünen*, holen ein Trendergebnis von 28,18 Prozent und ziehen damit an der SPD (24,81 Prozent) vorbei. Verblüffend wirkt angesichts des Siegeszuges der Grünen in vielen Kommunen das Trendergebnis der Gemeindewahl in Hohenstein im Rheingau-Taunus-Kreis: Die Partei kommt nach Auszählung der Listenstimmen hier auf gerade einmal 2 Prozent. Ihr bestes Ergebnis erzielen die Grünen in Seeheim-Jugendheim (36,2 Prozent).

In den Landkreisen schneiden die Grünen vor allem im Hochtaunuskreis gut ab (24,5 Prozent der Listenstimmen), während sie im Landkreis Hersfeld-Rotenburg mit 9,1 Prozent einstellig bleiben.

Kommunalwahl in Hessen: Wo die Welt der SPD noch in Ordnung ist

In Ludwigsau im Nordosten Hessens ist die Welt der Sozialdemokratie noch in Ordnung: Die SPD holt hier 90,8 (!) Prozent der Listenstimmen bei den Gemeindewahlen. Mit der FDP trat hier nur eine weitere Partei für das kommunale Parlament an. Das andere Extrem erlebt die SPD in der Stadt Königstein im Taunus, wo sie sich mit 5,6 Prozent der Listenstimmen bescheiden muss.

Ob das gute Abschneiden im Landkreis Kassel (39,4 Prozent) bei den Kreiswahlen die SPD über den Verlust der Mehrheit in der dortigen Stadtverordnetenversammlung hinwegtrösten kann? Ebenfalls wenig überraschend: Im schwarzen Landkreis Fulda können die Sozialdemokraten auch bei diesen Kreiswahlen nichts reißen (12,4 Prozent).

Kommunalwahl in Hessen: 0,2 Prozent für Linke in Hessens neuester Stadt

Bei der Linken reicht die Trendergebnis-Spanne bei den Gemeindewahlen von 0,2 Prozent in der neuen Stadt Oberzent (Odenwaldkreis) bis 10,6 Prozent in Kassel, bei den Kreiswahlen von 2,4 Prozent in Hersfeld-Rotenburg bis 7,1 Prozent in Marburg-Biedenkopf. In den Landkreisen Groß-Gerau, Gießen und Fulda trat die Linkspartei nicht zur Kreiswahl an.

Der FDP bescheren Wählerinnen und Wähler in der Stadt Rosenthal (Landkreis Waldeck-Frankenberg) ungewohnte Glücksgefühle: 35,2 Prozent der Listenstimmen entfallen auf die Freidemokraten. Nicht einmal einen Zeh in die Tür bekommt die FDP dagegen bei den Gemeindewahlen in Willingshausen im Schwalm-Eder-Kreis sowie in der Stadt Immenhausen: Die Partei erreicht hier jeweils 1 Prozent der Listenstimmen. Auf ein zweistelliges Ergebnis bei den Kreiswahlen kommt die FDP nur im Hochtaunuskreis (11 Prozent), während sie im Werra-Meißner-Kreis nur 3,5 Prozent der Listenstimmen auf sich vereinen kann.

Kommunalwahl in Hessen: Die krachendste Niederlage der AfD

Die AfD erlebt vor allem in der Stadt Rödermark (Kreis Offenbach) geradezu eine Verzwergung. Die Rechten schmieren hier bei den Gemeindewahlen auf 1,6 Prozent der Listenstimmen ab, ihr Anteil schmilzt damit im Vergleich zur Kommunalwahl vor fünf Jahren um 11,3 Prozentpunkte. Ihr bestes Gemeindewahl-Ergebnis erzielt die AfD mit 14,3 Prozent in Greifenstein im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis. Bei den Kreiswahlen reicht die Spanne der AfD von 5,4 Prozent im Werra-Meißner-Kreis bis zu 11,5 Prozent im Landkreis Fulda. (Monika Gemmer) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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