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Geplante Entführung von Lauterbach: Anführerin festgenommen

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Von: Tobias Utz, Max Schäfer

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Eine Gruppe Reichsbürger soll geplant haben, Karl Lauterbach zu entfphren. Die Polizei meldet die Festnahme der Anführerin.

Update vom 13. Oktober 2022, 11.10 Uhr: Die Polizei meldet die Festnahme der Anführerin einer Gruppe, die plante, Karl Lauterbach zu entführen. Das meldet die Nachrichtenagentur AFP und beruft sich auf Informationen der Polizei. Es sei gelungen, Elisabeth R. in Mittelsachsen festzunehmen. Sie soll die Rädelsführerin einer Gruppe gewesen sein, die den Bundesgesundheitsminister im April dieses Jahres entführen wollte. Die Frau soll aus dem Umfeld der Reichsbürger stammen. Das berichtet das Nachrichtenportal t-online und beruft sich dabei auf den Generalbundesanwalt.

Eine Reichsbürger-Gruppe soll geplant haben, Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach zu entführen.
Eine Reichsbürger-Gruppe soll geplant haben, Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach zu entführen. © Bernd von Jutrczenka/dpa

Karl Lauterbach: Geplante Entführung - Polizei ermittelt

Update vom Freitag, 15.04.2022, 08.45 Uhr: Angesichts der bekanntgewordenen Entführungsplänen von Personen aus der „Querdenken“- und Reichsbürger-Szene gegen Karl Lauterbach hat Saskia Esken ein hartes Vorgehen der Sicherheitsbehörden gefordert. „Die aktuellen Erkenntnisse über eine vereitelte Entführung von Karl Lauterbach und weitere Anschläge in Deutschland sind ein weiteres Mal alarmierend“, erklärte die SPD-Chefin* am Freitag gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

„Die Radikalisierung der sogenannten Querdenker oder auch der Reichsbürgerszene nimmt erschreckende Ausmaße an und ist zutiefst besorgniserregend“, sagte Esken. Sie verwies auf einen Aktionsplan von Innenministerin Nancy Faeser* (SPD), der auf Prävention und „konsequente Härte“ der Sicherheitsbehörden setze.

Die Ermittlungen zur geplanten Entführung von Karl Lauterbach offenbarten einen „Abgrund“ und zeigten eine „schwerwiegende terroristische Bedrohung“, erklärte Bundesinnenministerin Nancy Faeser am Donnerstag (14.04.2022). Bewaffnete Reichsbürger und radikalisierte Corona-Leugner verbinde ein grenzenloser Hass auf die Demokratie, auf den Staat und auf Menschen, die für das Gemeinwesen einstehen. Die Entführungspläne und die Umsturzfantasien zeigten eine neue Qualität der Bedrohung.

„Hochgefährlich“: Lauterbach reagiert auf Entführungspläne von „Querdenkern“

+++ 13.45 Uhr: Karl Lauterbach hat am Donnerstagmittag auf die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Koblenz im Zuge von Anschlagsplänen durch Rechtsextreme reagiert. Lauterbach sagte am Donnerstag am Rande eines Termins in Husum, dass ihn der Vorfall nicht in seiner Arbeit beeinflussen werde. „Ich werde weitermachen wie bisher.“

Der Vorgang zeige, dass sich die Corona-Proteste radikalisiert hätten. Dabei gehe es nicht mehr nur um Corona, sondern auch um den Versuch, den Staat zu destabilisieren. Bei diesen Kräften handele es sich um eine kleine, aber „hochgefährliche“ Minderheit in der Gesellschaft. Über die Corona-Politik könne in der Sache gestritten werden, sagte Lauterbach – „Gewalt geht aber nie“.

Karl Lauterbach: Menschen aus „Querdenken“-Szene sollen Entführung geplant haben

Erstmeldung vom Donnerstag, 14.04.2022, 10.30 Uhr: Berlin – Zwölf Männer und Frauen aus der „Querdenken“- und Reichsbürger-Szene sollen eine Entführung des Bundesgesundheitsministers Karl Lauterbach* geplant haben. Das berichtet das ARD-Magazin* „Report Mainz“. Die Personenschützer Lauterbachs wollte man offenbar „ausschalten“.

Zudem seien Sprengstoffanschläge auf Stromleitungen und Umspannwerke geplant gewesen. Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz ermittelt nun laut einer Mitteilung gegen die zwölf Personen wegen des Verdachts von schweren staatsgefährdenden Gewalttaten. Vier Verdächtige wurden bereits festgenommen. Ziel sei demnach gewesen „bürgerkriegsähnliche Zustände“ herbeizuführen „und schließlich das demokratische System in Deutschland“ zu stürzen.

Rechtsextremisten planten Anschläge auf Infrastruktur

Die Verdächtigen organisierten sich offenbar in einer Chatgruppe namens „Vereinte Patrioten“. Bei Durchsuchungen konnten die Ermittlungsbehörden bereits Munition, Waffen, Bargeld und Goldbarren sowie gefälschte Corona-Impf- und Testzertifikate auffinden und beschlagnahmen. Zudem wurden detaillierte Akten zu den Anschlagsplänen entdeckt.

(tu/ms mit dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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