"Immer zuverlässig"

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(agl). Als Reaktion auf das mediale Echo hat sich am Sonntag auch der bisherige Ortsvorsteher Klaus Dietrich (FDP) zu Wort gemeldet. Er gehöre auch nach seinem Rücktritt noch dem Ortsbeirat an, habe Jagsch gewählt und der zweiköpfigen Wahlkommission angehört. Es sei eine geheime Wahl gewesen. Eine Kandidatin schien im Vorfeld laut Dietrich nicht abgeneigt, für den Ortsvorsteher-Posten zu kandidieren. Sie habe bei der Wahl-Sitzung aber unentschuldigt gefehlt. "Das war das Dilemma", sagte Dietrich. Zumal vier Mitglieder des Gremiums bereits über 70 seien und ein anderer als selbstständiger Handwerksmeister arbeite und deshalb keine Zeit für diesen Posten habe. Die Zahl der wählbaren Kandidaten sei gegen Null gegangen, sagt Dietrich. Er fühle sich vom Gemeindevorstand und den Parteien im Stich gelassen, diese hätten den Ortsbeirat zehn Wochen funktionsunfähig gelassen. Vor zehn Wochen hatte Dietrich seinen Rückzug angekündigt. "Weder vom Gemeindevorstand noch von den Parteien erfolgte eine Beratung mit den Mitgliedern des Ortsbeirates zur Besetzung dieser Funktion", kritisiert Dietrich.

Und jetzt? Aus der Wahl könne er derzeit keine Konsequenzen ziehen, sagt Dietrich. Und wie sieht es mit einer Abwahl Jagschs aus? "Ich wüsste den Grund nicht." Schließlich habe Jagsch keine Straftaten begangen, keine Ausländer verfolgt. Und er sei ein anerkanntes Mitglied der Gemeindevertretung.

Parteien würden im Ortsbeirat keine Rolle spielen. Jagsch sei "in den ganzen Jahren nicht ein einziges Mal faschistisch mit Naziparolen aufgefallen". Er habe immer zuverlässig im Ortsbeirat mitgearbeitet. Zudem sei er von Bürgern in Altenstadt mehrfach in die Gemeindegremien gewählt worden. In der Gemeindevertretung sei Jagsch in den Finanz- und Hauptausschuss und zudem zum vierten Stellvertreter des Vorsitzenden der Gemeindevertretung gewählt worden. "Aus diesem Gesamtbild heraus sahen die anwesenden Ortsbeiratsmitglieder keinen Grund, Herrn Jagsch ihre Stimme nicht zu geben."

Zum jetzigen Zeitpunkt positioniere er sich noch nicht, sagt Dietrich. Gegen die Partei NPD tue er das schon, nicht aber gegen den Bürger Jagsch. Wenn dieser aber neonazistische oder nationalsozialistisches Gedankengut reintragen wolle, "gibt es sofort eine vor die Hörner".

Quelle: Gießener Allgemeine

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