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Friedrich Merz greift Greta Thunberg an

Generationenkonflikt auf Twitter

Friedrich Merz mit Attacke auf Aktivistin: „Wenn Greta Thunberg behauptet, sie sei ...“

Nachdem sich Friedrich Merz über Greta Thunberg auslässt, reagiert Kevin Kühnert auf Twitter spöttisch: „Danke, Papa.“  Und er wird noch dreister.

  • Friedrich Merz (CDU) greift Klimaaktivistin Greta Thunberg an.
  • Kevin Kühnert, Vorsitzender der Jusos (SPD) bezeichnet die Rede als „altväterliches Gequatsche“.
  • Der Streitpunkt: Hat die heutige Jugend unvergleichbare Privilegien?

Verden - Friedrich Merz gießt Öl ins Feuer der Klimadebatte: Er zielt auf Greta Thunberg und die junge Generation, die sich hinter die Klimaschutzbewegung stellt. „Wo sie unrecht hat, muss man ihr klar und deutlich widersprechen“, sagt er und trifft dann eine Aussage, die anderen sauer aufstößt: „Wenn Greta Thunberg behauptet, sie sei um ihre Jugend betrogen worden, dann sage ich: Diese Generation hat die beste Jugend gehabt, die es jemals überhaupt auf diesem Kontinent für irgendjemanden gegeben hat.“
Von den rund 1000 Teilnehmern der Mittelstandsvereinigung der CDU in der Stadthalle Verden bei Bremen kommt Applaus: Viele denken dabei wahrscheinlich an Kriegs- und Nachkriegsgenerationen. Nicht so der Chef der Jusos und stellvertretende Vorsitzende der SPD, Kevin Kühnert: Er reagiert spöttisch und wütend in einem Tweet.

Friedrich Merz (CDU) und sein Angriff auf Greta Thunberg: Kevin Kühnert (SPD) wird sauer

Mit Blick auf den Generationenkonflikt, den Merz in seiner Rede befeuerte, reagiert Kühnert zunächst lapidar: „Danke, Papa“ ist seine knappe Antwort auf Twitter. Ein ironisches „Danke“ an die ältere Generation, die sich vielleicht als Wegbereiter für den vermeintlichen Wohlstand der heutigen Jugend, zu der auch Greta Thunberg* zählt, sieht. 

Dass er die Jugend nicht für privilegiert hält, macht Kühnert in seinem nächsten Tweet deutlich: „Es ist nur altväterliches Gequatsche, sondern einfach falsch.“ Nicht nur mit Blick auf das Klima sei die Jugend schlechter dran als vorausgehende Generationen*, sondern auch, wenn man auf den wirtschaftlichen Wohlstand blicke. Die Mehrheit der Jugendlichen werde weniger verdienen als die Elterngeneration - so ein Artikel im Stern zu einer Studie in den USA, den Kühnert als Beleg anführt. Der Grund: Der Mittelstand schwinde, die Schere zwischen Arm und Reich gehe weiter auseinander.
Wie dieses Video zeigt, äußerte sich Merz nicht zum ersten Mal mit den gleichen Worten über Greta Thunberg:

Anders als damals fügte er in Verden an: „Wir müssen etwas dafür tun, dass das so bleibt.“

Friedrich Merz über Greta Thunbergs Bewegung: Man verliert jegliche Autorität

Auf die Frage, wie man junge Leute in die Politik bringen könne, regt Merz an, man müsse konstruktiven Streit suchen. Die junge Generation müsse für die Parlamente kandidieren und die eigenen Forderungen aktiv in der Politik mitgestalten. Man könne sich durch Widerspruch auch von der anderen Seite überzeugen lassen, meint Merz. Doch es wird auch deutlich, wen Merz als tonangebend in der Debatte sehen möchte. Von einem gleichberechtigten Austausch scheint er wenig zu halten, wenn er über die junge Generation sagt: „Wer denen immer ständig recht gibt, verliert ja jeden Respekt und jede Autorität.“ Etwas, das die Jugendbewegung um Greta Thunberg nicht ermutigen dürfte, sich an die Debattentische zu setzen.

*Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

kat

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