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Ukraine-Krieg in Mariupol: Russland will Stadt „ersticken“ – Evakuierungsroute vermint

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Von: Nina Büchs, Isabel Wetzel, Katja Thorwarth, Tim Vincent Dicke, Lucas Maier, Christian Stör

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In der ukrainischen Hafenstadt Mariupol ist die Lage weiter kritisch. Immer mehr Verluste soll es auch bei den russischen Streitkräften geben. Der News-Ticker.

Dieser News-Ticker ist beendet: Die neuesten Entwicklungen rund um den Ukraine-Krieg lesen Sie im neuen Ticker.

+++ 18.40 Uhr: Die belagerte Hafenstadt Mariupol ist seit Tagen von russischen Streitkräften umzingelt, die Kommunikationsleitungen sind unterbrochen, der Strom fehlt und die Lebensmittel gehen schnell zur Neige. Evakuierungsversuche sind bisher jedoch weitgehend gescheitert. Wie nun die BBC meldet, soll es aber einer kleinen Anzahl von Menschen gelungen sein, aus der Stadt zu fliehen. Die Journalistin Anna Romanenko sagte der britischen Rundfunkanstalt, eine Kolonne von Privatwagen habe es geschafft, die Stadt zu verlassen. Einer der Geflohenen habe ihr erzählt, dass die Gruppe im Schutz der Dunkelheit auf kleinen Landstraßen in das von der Ukraine kontrollierte Gebiet gelangt seien.

Ukraine News: Mariupol steht seit Tagen unter Beschuss

+++ 14.50 Uhr: Die strategisch wichtige Hafenstadt Mariupol steht seit Tagen unter Beschuss und ist von russischen Truppen umzingelt. Doch die geplante Rettung von Zivilisten kommt nicht voran. Beide Seiten gaben sich gegenseitig die Schuld am Bruch der dafür vereinbarten Feuerpause.  Am Montag warf Russland der ukrainischen Seite erneut vor, Zivilisten als „menschliche Schutzschilde“ zu missbrauchen.

Beschuss von Mariupol
Rauch steigt auf nach dem Beschuss durch russische Streitkräfte im ukrainischen Mariupol. © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

+++ 11.45 Uhr: Die Ukraine hat „humanitäre Korridore“ nach Russland und Belarus abgelehnt. Zuvor waren bereits einige Evakuierungsversuche gescheitert. „Seit Tagen“ hätte es Gespräche mit beiden Seiten gegeben, jedoch habe es Probleme bei der Bestätigung zu Einzelheiten des Waffenstillstandsabkommens gegeben, so Dominik Stilhart, Einsatzleiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) gegenüber BBC. Laut Stilhart hätte es bislang nur „prinzipielle“ Vereinbarungen gegeben, die direkt wieder gescheitert seien, da es in Präzision in Bezug auf die Routen und Personen, die diese benutzen können, mangelte. Am Sonntag hätten IKRK-Mitarbeiter zum Beispiel versucht, Mariupol auf einer vereinbarten Route zu verlassen und dann jedoch festgestellt, dass die „ihnen angezeigte Straße eigentlich vermint war“.

Ukraine-Krieg: Russland will Mariupol „ersticken“ - „Es gibt keine Gnade“

+++ 11.20 Uhr: Die Ukraine hat Russland mit Blick auf die Lage in der südukrainischen Hafenstadt Mariupol erneut Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Die ukrainische Regierung tue alles, um humanitäre Korridore für eine Evakuierung zu ermöglichen, schrieb Verteidigungsminister Oleksij Resnikow am Montag. Doch versuchten russische Truppen, die Stadt mit einer humanitären Krise zu „ersticken“. Das strategisch wichtige Mariupol am Asowschen Meer ist eine der umkämpftesten Städte.

„Die russischen Terroristen halten ihr Wort nicht. Es gibt keine Gnade, nicht einmal für Kinder und Frauen, für Verwundete. Sie beschießen Wohnviertel. Sie beschießen Zivilisten während der Evakuierung“, schrieb Resnikow. Russland betont stets, nur militärische Ziele ins Visier zu nehmen.

+++ 10.44 Uhr: Nach Angaben der ukrainischen Streitkräfte hat Russland bis zum 7. März mehr als 11.000 Soldaten und unter anderem 117 Artilleriegeschütze sowie 999 gepanzerte Personentransporter im andauernden Ukraine-Krieg verloren. Die Zahlen lassen sich nicht unabhängig prüfen. Eine Übersicht, die der Kyiv Independent auf Twitter verbreitete, zeigt die vorläufigen Schätzungen der russischen Verluste.

Ukraine-Krieg in Mariupol: „Überall Leichen“ – Russische Truppen töten Bürgermeister

+++ 09.10 Uhr: Russische Truppen sollen am 7. März den Vorsitzenden der Gebietskörperschaft Hostomel, Juri Prylypko, getötet haben. Er habe Brot und Medikamente an die Bewohner von Hostomel verteilt, als der Angriff passierte. Mit Prylypko seien auch zwei weitere Personen getötet worden, berichtet Kyiv Independent unter Berufung des Gemeinderats Hostomel. Hostomel liegt etwa 30 Kilometer nordwestlich von Kiew. Auch Petro Poroschenko, ehemaliger Präsident der Ukraine, äußerte sich dazu. „Leider haben die russischen Besatzer heute einen Bürgermeister von Hostomel getötet, vor etwa einer Stunde. Das darf uns nicht demoralisieren, die Russen werden für jeden getöteten Soldaten und jeden Zivilisten bezahlen“, so Poroschenko im Interview mit Tvn24.

Ukraine-Krieg in Mariupol: „Überall Leichen“ – Katastrophale Zustände in Mariupol

Update vom Montag, 07.03.2022, 06.15 Uhr: Die russische Armee belagert weiterhin den strategisch wichtigen Hafen Mariupol am Asowschen Meer im Südosten des Landes, wo am Sonntag ein zweiter Versuch einer Evakuierung der Zivilbevölkerung gescheitert war.

Ukraine-News: Evakuierung in Mariupol gescheitert – Parteien schieben sich gegenseitig die Schuld zu

+++ 19.29 Uhr: Nach einem erneuten fehlgeschlagenen Evakuierungsversuch setzen russische Truppen ihre Belagerung der ukrainischen Hafenstadt Mariupol fort. Unterdessen hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron Wladimir Putin dazu aufgefordert, das humanitäre Völkerrecht einzuhalten. Dazu gehöre der Schutz der Zivilbevölkerung sowie deren Versorgung mit Hilfsgütern. Statt darauf einzugehen, sei Macron seitens des Kreml nahegelegt worden, auf die ukrainische Führung einzuwirken, damit diese sich an das internationale humanitäre Recht halte.

Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes schrieb bei Twitter: „Die gescheiterten Versuche unterstreichen das Fehlen einer detaillierten und funktionierenden Übereinkunft zwischen den Konfliktparteien.“ Die Menschen in Mariupol lebten in Schrecken, und suchten verzweifelt nach Sicherheit. Während die ukrainischen Behörden erneut begründeten, dass russische Soldaten die Waffenruhe nicht eingehalten hätten, behauptete der Kreml, ukrainische Nationalisten hätten nicht zugelassen, dass die Menschen aus Mariupol und aus Wolnowacha in Sicherheit gebracht werden können.

Ukraine-Krieg in Mariupol: Wladimir Putin macht Ukraine für gescheiterte Evakuierung von Mariupol verantwortlich

+++ 16.46 Uhr: Kreml-Chef Wladimir Putin hat die ukrainischen Behörden für die gescheiterten Versuche verantwortlich gemacht, die Bewohner der von russischen Truppen belagerten Hafenstadt Mariupol in Sicherheit zu bringen. In einem Telefonat mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron habe Putin darauf hingewiesen, „dass Kiew immer noch nicht die Vereinbarungen einhält, die in dieser akuten humanitären Frage getroffen wurden“, erklärte der Kreml.

Am Vortag wiederum hätten ukrainische Nationalisten die Evakuierungen aus Mariupol und der nahe gelegenen Stadt Wolnowacha verhindert, hieß es in der Erklärung des Kreml weiter. Die ukrainische Seite warf dagegen den russischen Truppen vor, die Feuerpause nicht einzuhalten. Am Sonntag war ein Versuch, rund 200.000 Bewohner aus Mariupol über humanitäre Korridore in Sicherheit zu bringen, erneut gescheitert. Laut den Behörden der südostukrainischen Hafenstadt wurde dafür eine Feuerpause mit den russischen Truppen vereinbart, die Mariupol belagern.

Ukraine-News: Evakuierung von Mariupol erneut gescheitert

+++ 14.53 Uhr: Während nach wie vor 200.000 Menschen in der Hafenstadt Mariupol in der Westukraine festsitzen, scheint auch ein zweiter Evakuierungsversuch der Stadt gescheitert zu sein. Das berichtet die britische Zeitung The Guardian. Demnach werfen sich auch am Sonntag pro-russische Separatisten und ukrainische Soldaten vor, die vereinbarte Waffenruhe nicht eingehalten zu haben.

Ukraine-News: Missglückter Evakuierungsversuch von Mariupol am Samstag

+++ 11.19 Uhr: In der ukrainischen Großstadt Mariupol, die seit Tagen unter der Blockade Russlands leidet, hat am Sonntag ein neuer Versuch begonnen, die Menschen über einen humanitären Korridor in Sicherheit zu bringen. Die prorussischen Separatisten der „Volksrepublik Donezk“ teilten mit, die ersten 300 Menschen hätten die Stadt „trotz Provokationen ukrainischer Nationalisten“ verlassen können. Die Angaben waren zunächst nicht überprüfbar.

Krieg in der Ukraine: Erneuter Evakuierungsversuch in Mariupol

+++ 09.40 Uhr: Die ukrainische Hafenstadt Mariupol startet heute ab 11 Uhr (MEZ) einen erneuten Versuch, die Einwohnerinnen und Einwohner über humanitäre Korridore in Sicherheit zu bringen. Es sei eine Waffenruhe mit den russischen Truppen vereinbart worden, die die Stadt belagern, teilten die örtlichen Behörden im Messenger-Dienst Telegram mit.

Ukraine-News: 3000 US-Freiwillige kämpfen in internationalem Bataillon

+++ 6.40 Uhr: 3.000 Freiwillige aus den USA sollen dem Aufruf der Ukraine gefolgt sein, in einem internationalen Bataillon zu dienen. Die Einheit soll den Widerstand der Ukraine gegen die russische Invasion unterstützen, erklärte ein Vertreter der ukrainischen Botschaft in Washington gegenüber dem amerikanischen Auslandssender Voice of America (VOA). Das berichtet das Nachrichtenportal The Kyiv Independent.

+++ 05.30 Uhr: Angriffe auf die Region Sumy im Nordosten der Ukraine gemeldet. Ein lokaler Behördenvertreter berichtet von russischen Angriffen auf die Städte Sumy und Lebedin, so die dpa. Das teilte der Chef der Gebietsverwaltung von Sumy, Dmytro Schywyzkyj, auf seinem Telegram-Kanal in der Nacht zu Sonntag mit. Die Angaben bezogen sich demnach auf Samstag.

Ukraine-Krieg: Humanitäre Blockade Russlands in Mariupol: Katastrophale Zustände

+++ 05.20 Uhr: Der Bürgermeister von Mariupol, Wadym Boitschenko, äußerte sich am Samstag zur Situation in der Stadt. Die Stadt sei einer „humanitären Blockade“ ausgesetzt, wird er von der dpa zitiert. Russische Einheiten hätten alle 15 Stromleitungen in die Stadt ausgeschaltet. Diese sei bereits seit fünf Tagen ohne Strom.

Ukraine-News: Armee befürchtet russischen Angriff auf Wasserkraftwerk

Update vom Sonntag, 06.03.2022, 04.30 Uhr: Die Armee der Ukraine hat einen neuen Bericht zum Kriegsgeschehen veröffentlicht. Laut diesem steht ein Angriff auf ein Wasserkraftwerk wohl kurz bevor, wie dpa berichtet. Das ein Angriff auf den Damm, 150 Kilometer südlich von Kiew, geplant sein könnte, teilte ein der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte mit. Das Wasserkraftwerk befindet sich am Fluss Dnipro. Bisher haben russische Truppen mehrere Einrichtungen der Energie-Infrastruktur zerstört, angegriffen oder eingenommen, darunter das größte Kernkraftwerk Europas in Saporischschja.

Ukraine-News: CNN, BBC und Co. beenden Arbeit in Russland

Update vom Donnerstag, 03.03.2022, 05.00 Uhr: Nachdem Wladimir Putin* ein verschärftes Mediengesetz in Russland unterzeichnet hat, beenden mehrere Medienhäuser ihre Arbeit. Das Gesetzespaket beschränkt die freie Meinungsäußerung in Russland, wodurch auch die unabhängige Medienberichterstattung betroffen ist, wie die dpa berichtet.

Das Gesetzespaket sieht bis zu 15 Jahre Haft für die Verbreitung von angeblichen „Falschinformationen“ über die russischen Streitkräfte vor. In Folge der Unterzeichnung stellen CNN, BBC, CBC/Radio-Canada und Bloomberg ihre Arbeit in Russland ganz oder teilweise ein.

Ukraine News: China bedauert Konflikt

Erstmeldung vom Mittwoch, 02.03.2022: Peking – Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine hält auch am siebten Tag unvermindert an. Vor allem die ukrainischen Großstädte Mariupol, Kiew und Charkiw sind hart umkämpft. Ein Ende der Kampfhandlungen ist derzeit nicht in Sicht. Nun hat sich China als Vermittler in Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland ins Spiel gebracht.

In einem Telefonat mit seinem ukrainischen Amtskollegen Dmytro Kuleba zeigte sich Chinas Außenminister Wang Yi laut dem staatlichen Fernsehsender CCTV tief bestürzt über den Krieg. Die chinesische Regierung „bedauert zutiefst, dass der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland ausgebrochen ist“, sagte Wang Yi. China sei äußerst besorgt über das Leid der Zivilisten, das Chinas „größte Aufmerksamkeit“ habe.

Ukraine News: China soll bei Verhandlungen mit Russland „konstruktive Rolle“ spielen

Auch die Ukraine hofft im Krieg mit Russland auf eine Vermittlung Chinas, um einen Waffenstillstand zu erreichen. So sprach Kuleba im Telefonat mit Wang Yi von einer „konstruktiven Rolle“, die China dabei spielen sollte. Die Ukraine wolle die Kommunikation mit Peking verstärken und „sieht der Vermittlung Chinas zur Verwirklichung einer Feuerpause entgegen“, hieß es in der Mitteilung weiter. Das Gespräch habe auf Anfrage der Ukraine hin stattgefunden.

Die Ukraine ist ein wichtiger politischer Partner Chinas. Das Land ist Mitglied der chinesischen „Belt-and-Road“-Initiative, der neuen Seidenstraße. Auch liefert die Ukraine große Mengen an Getreide und Mais in die Volksrepublik. China selbst hat die russische Invasion bisher nicht verurteilt und lehnt auch Sanktionen ab. Allerdings hat sich China im UN-Sicherheitsrat bei der geplanten Verurteilung Russlands der Stimme enthalten. China scheint also ein wenig auf Distanz zu Wladimir Putin zu gehen. (cs/dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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