Laut einer Forderung der FDP sollen sich Angela Merkel (r.) und Frank-Walter-Steinmeier öffentlich impfen lassen (Archivbild).
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Laut einer Forderung der FDP sollen sich Angela Merkel (r.) und Frank-Walter-Steinmeier (l.) öffentlich impfen lassen (Archivbild).

„Klares Bekenntnis zu AstraZeneca“

Nach AstraZeneca-Debatte: FDP fordert öffentliche Impfung von Steinmeier und Merkel - Lauterbach lässt sich Impfen

  • Fabian Müller
    VonFabian Müller
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Die FDP geht davon aus, dass eine öffentliche Impfung von Merkel und Steinmeier vertrauensfördernd wirken würde. Derweil wird Karl Lauterbach mit dem Vakzin von Astrazeneca geimpft.

Berlin - Die FDP* hat eine rasche Impfung* von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel* gegen das Coronavirus* gefordert. Damit könne um Vertrauen in die Impfungen geworben werden, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Michael Theurer der Bild.

Eine öffentliche Impfung des Bundespräsidenten und der Kanzlerin wäre ein „sehr positives Signal“ für die Impfkampagne, betonte der FDP-Politiker. Eine solche Aktion würde nach seinen Worten „vertrauensbildend“ wirken. Derzeit gibt es eine Diskussion um die Zuverlässigkeit des Corona-Impfstoffs* des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca*. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte am Mittwoch vor dem Hintergrund der Akzeptanzprobleme dieses Vakzins für das Mittel geworben. Er bezeichnete es als „sicher und wirksam“.

FDP fordert Impfung von Merkel und Steinmeier: Vertrauen in Astrazeneca soll gestärkt werden

Studien zufolge hat der Astrazeneca-Impfstoff eine geringere Wirksamkeit als die beiden anderen bislang in der EU zugelassenen Corona-Vakzine von Biontech/Pfizer* und Moderna. Das Astrazeneca-Mittel schützt nach Angaben seines Herstellers aber zuverlässig vor besonders schweren Krankheitsverläufen*.

Derweil hat SPD*-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach* angekündigt, Ende kommender Woche mit dem Impfstoff von Astrazeneca geimpft zu werden. Lauterbach arbeitet dann als Impfarzt in einem Leverkusener Impfzentrum*. „Ich werde mich dort, wie alle Mitglieder des Impfzentrums, natürlich mit Astrazeneca impfen lassen“, sagte der Mediziner und Bundestagsabgeordnete dem Tagesspiegel. „Wir wollen ein klares Bekenntnis zu Astrazeneca abgeben, das ist ein sicherer und guter Impfstoff.“

Lauterbach lässt sich mit Astrazeneca impfen - SPD-Gesundheitsexperte mach ungewöhnlichen Vorschlag

Lauterbach sprach sich trotz der verbreiteten Skepsis im Zusammenhang mit dem Astrazeneca-Impfstoff dagegen aus, die Impfreihenfolge zu ändern oder nicht sofort verwendete Dosen nur Freiwilligen zu spritzen. „Das würde bedeuten, dass die größten Risikogruppen, also auch Ärzte und Pfleger unter 65 Jahren, länger gefährdet sind.“ Die Empfehlung der Ständigen Impfkommission, diesen Impfstoff nur für unter 65-Jährige einzusetzen, „hat offenkundig dem Impfstoff geschadet, viele sehen ihn unberechtigterweise als Impfstoff* zweiter Klasse“, kritisierte Lauterbach.

Um angesichts der Coronavirus-Mutationen* und einer möglichen dritten Welle* mit den Impfungen schneller voranzukommen und die älteren Bürger schneller zu schützen, machte Lauterbach einen ungewöhnlichen Vorschlag: „Ab dem 14. Tag nach der ersten Dosis von Biontech/Pfizer und Moderna liegt der Schutz bei rund 92 Prozent. Dass der Schutz in den Wochen danach absinkt, ist extrem unwahrscheinlich. Daher könnte man überlegen, die zweite Dosis erst nach sechs oder zwölf Wochen zu setzen.“ Dies würde dann viel mehr Menschen der größten Risikogruppen schützen und könnte Tausende Leben in Deutschland retten.

Video: FDP fordert Merkel und Steinmeier zur Corona-Impfung auf

Das Vektor-basierte Astrazeneca-Mittel ist in der EU ein wichtiger Baustein in der Impfstrategie, da es vergleichsweise günstig ist und weniger hohe Anforderungen an Transport und Lagerung stellt als die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna. Für den Weg hin zu Impfungen in Arztpraxen ist das entscheidend. Es geht um Millionen Dosen, die bald in Deutschland verabreicht werden sollen - etwa an jüngere Menschen mit relevanter Vorerkrankung und für bestimmte Berufsgruppen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko. (dpa/AFP/fmü) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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