Der News-Ticker

Weitere schwere Explosion in Kabul: Offenbar Wohnviertel betroffen - US-Militär bestätigt Luftangriff

  • Naima Wolfsperger
    VonNaima Wolfsperger
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Offenbar hat in der Nähe des Flughafens in Kabul erneut eine schwere Explosion gegeben. Auf Twitter kursieren mehrere Videos. Der News-Ticker.

  • Die Lage am Flughafen von Kabul ist höchst brisant. (siehe Erstmeldung)
  • Das Auswärtige Amt soll einen Rettungsflug aktiv blockiert haben. (siehe Update vom 29. August, 12.45 Uhr)
  • Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP handelte es sich bei der Explosion um einen US-Luftangriff. Dies bestätigte ein US-Militärvertreter. (siehe Update vom 29. August, 16.40 Uhr)
  • Dieser News-Ticker wird regelmäßig aktualisiert.

Update vom 29. August, 19.45 Uhr: Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) bietet bei einer Auslandsreise in die Türkei finanzielle und technische Hilfe beim Wiederaufbau des schwer beschädigten Flughafens in der afghanischen Hauptstadt Kabul an. Der Außenminister zeigte sich auch offen für den französischen Vorschlag, um den Flughafen eine Schutzzone zu bilden.

Über eine mögliche Schutzzone beraten die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates am 30. August. Einberufen wurde die Sitzung von Großbritannien, Frankreich, Russland, China und USA von UN-Generalsekretär António Guterres. Großbritannien und Frankreich arbeiten derzeit an einer Resolution zur Afghanistan-Krise.

Afghanistan: Außenminister Maas (SPD) stellt Ausreise über Landweg in Aussicht

Update vom 29. August, 19.10 Uhr: Auch nach dem Afghanistan-Abzug der Bundeswehr wird die Bundesregierung nach Worten von Außenminister Heiko Maas (SPD) alles daran setzen, Deutsche sowie afghanische Schutzbedürftige so schnell wie möglich nach Deutschland zu holen. Möglicherweise könnten Ausreisen in Zukunft auch über den Landweg erfolgen, sagte Maas bei einer Pressekonferenz mit seinem türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu in Antalya.

Um Menschen weiterhin über den Flughafen von Kabul aus Afghanistan auszufliegen, müsse der stark beschädigte Airport wieder in Stand gesetzt werden, sagte Maas. Ein Weiterbetrieb des Flughafens setze überdies "belastbare Sicherheitsgarantien" der radikalislamischen Taliban voraus.

Update vom 29. August, 16.55 Uhr: Nach der erneuten Explosion in Kabul (siehe Update vom 29. August, 14.48 Uhr), bestätigte das US-Militär einen Luftschlag. Es habe in der afghanischen Hauptstadt einen Luftangriff durchgeführt, um eine „unmittelbare Bedrohung“ für den Flughafen Kabul durch Terroristen abzuwenden. Eine Drohne habe erfolgreich auf ein Auto des örtlichen Ablegers der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gefeuert, erklärte das US-Militär gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Aufgrund der „bedeutenden sekundären Explosionen“ sei davon auszugehen, dass in dem Fahrzeug Sprengstoff gelagert war. Derzeit werde geprüft, ob durch die Detonationen zivile Menschen starben. Dahingehende Hinweise gebe es bislang jedoch noch nicht.

Update vom 29. August, 16.40 Uhr: Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP handelte es sich bei der erneuten Explosion in Kabul (siehe Update vom 19. August, 14.48 Uhr) um einen US-Luftangriff. Ein US-Militärvertreter bestätigte, dass ein verdächtiges Fahrzeug angegriffen wurde.

Afghanistan: US-Militär führt Luftschlag in Kabul aus

Update vom 29. August, 15.38 Uhr: Auf Twitter kursieren Gerüchte, wonach es sich bei der Explosion um den Einschlag einer Rakete der US-Regierung gehandelt haben soll.

Unter der großen Gefahr weiterer Terroranschläge am Flughafen von Kabul haben die US-Truppen am Sonntag außerdem ihren Abzug aus Afghanistan begonnen.

Update vom 29. August, 14.48 Uhr: In Kabul soll es erneut zu einer Explosion gekommen sein. Das berichten Journalisten der Nachrichtenagentur AFP. Nähere Informationen sind bislang nicht bekannt. Mehrere Nutzer schrieben auf Twitter, sie hätten eine „starke“ Explosion gehört. Gleichzeitig wurden Bilder und Videos geteilt, auf denen eine große, schwarze, aufsteigende Rauchsäule zu sehen war. Ein Beamter der ehemaligen afghanischen Regierung sagte laut AFP, die Explosion sei von einer Rakete verursacht worden, die nach ersten Informationen „ein Haus getroffen“ habe.

Der Vorfall ereignete sich nur drei Tage nach dem verheerenden Selbstmordanschlag am Flughafen der afghanischen Hauptstadt mit mehr als hundert Toten, zu dem sich der regionale Ableger des Islamischen Staat (IS) bekannte. Die USA hatten erst am Samstag vor einer anhaltend hohen Anschlagsgefahr in Kabul gewarnt.

Afghanistan-Abzug: Schwere Vorwürfe gegen das Auswärtige Amt

Update vom 29. August, 12.45 Uhr: Die private Initiative „Luftbrücke Kabul“ hatte eigenen Angaben zufolge mit großem Aufwand einen Rettungsflug aus der afghanischen Hauptstadt Kabul organisiert. Mit einem gecharterten Flugzeug schafften es die Organisatoren demnach auf dem Flughafen zu landen. Der Transport von 170 gefährdeten Menschen zum Flughafen sei mithilfe katarischer Sicherheitskräfte ebenfalls vorbereitet gewesen. Das Flugzeug musste dennoch mit lediglich 18 geretteten Menschen abheben – 180 Sitze blieben leer.

Die Initiative wirft nun dem Auswärtigen Amt vor, die Aktion aktiv blockiert zu haben. „Wir haben als zivilgesellschaftliche Kabulluftbrücke angekündigt, Schutzbedürftigen, die bisher auf offiziellen Listen nicht berücksichtigt oder evakuiert wurden, bei der Evakuierung zu helfen und haben es trotz großer Herausforderungen und massiver Widerstände seitens der deutschen Bundesregierung geschafft“, heißt es in einem Statement auf kabulluftbruecke.de.

18 gefährdete Ortskräfte konnten demnach aus Kabul in Sicherheit gebracht werden. „18 Menschenleben, dabei hätten es hunderte mehr sein können, wenn unsere Rettungsaktion nicht aktiv vom Auswärtigen Amt blockiert worden wäre“, schreibt die Initiative weiter. „Aber jedes einzelne Menschenleben war es wert, die Kabulluftbrücke zu starten.“

Afghanistan-Abzug: Lage am Flughafen von Kabul weiterhin brisant

Erstmeldung vom 29. August: Kabul - Die Lage in Afghanistan* - vor allem am Flughafen der Hauptstadt Kabul - ist weiter höchst brisant. Nach Deutschland haben sich auch weitere Nato-Staaten komplett aus dem Land zurückgezogen. Nur die USA kontrollieren noch den militärischen Teil des Flughafens. Derweil steigt die Anschlagsgefahr, wie die US-Botschaft in Kabul am Samstag warnte: Es bestehe eine „spezifische, glaubwürdige Gefahr“ in der Nähe des Flughafens.

„US-Bürger in der Umgebung des Flughafens sollten das Gebiet sofort verlassen“, appellierte die Botschaft in der Sicherheitswarnung. Gefahr bestehe am South Gate, am Neuen Innenministerium und am Tor in der Nähe der Pandschir-Tankstelle an der Nordwestseite des Flughafens.

Afghanistan-Abzug: Joe Biden warnt vor weiteren Terroranschlägen am Flughafen

Zuvor hatte bereits US-Präsident Joe Biden gewarnt, dass nach dem verheerenden Selbstmordattentat vom Donnerstag ein weiterer Anschlag unmittelbar bevorstehen könne. „Die Lage vor Ort ist nach wie vor extrem gefährlich, und die Gefahr von Terroranschlägen auf den Flughafen bleibt hoch“, erklärte Biden am Samstag. Nach Einschätzung der Armeeführung sei „ein Anschlag in den nächsten 24 bis 36 Stunden sehr wahrscheinlich“.

Um weiteres Blutvergießen zu verhindern, sind die US-Truppen nun zu einer engeren Zusammenarbeit mit den radikalislamischen Taliban gezwungen, die vor zwei Wochen die Macht in Kabul übernommen haben.

Evakuierte, während sie das Evakuierungskontrollzentrum am Flughafen in Kabul durchlaufen.

Bei dem Anschlag am Donnerstag waren dutzende afghanische Zivilisten sowie 13 US-Soldaten am Kabuler Flughafen getötet worden. Biden kündigte am Samstag weitere Vergeltungsangriffe auf den regionalen Ableger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) an, der den Anschlag für sich reklamiert hatte.

Bomben am Flughafen von Kabul: Deutschland und Großbritannien haben ihre Truppen abgezogen

Nach den perfiden Anschlägen am Flughafen von Kabul hat nicht nur Deutschland seine Truppen in einer Blitz-Aktion abgezogen*. In den Tagen darauf zog sich auch Großbritannien vollständig aus dem Krisengebiet zurück. Frankreich hatte seine Truppen bereits zuvor zurückgeholt.

Mit dem Ende der deutschen Luftbrücke ist vorerst unklar, wie die in der chaotischen Lage verbliebenen 300 Deutschen und rund 5000 Ortskräfte* Afghanistan verlassen sollen. Klar scheint lediglich: Bleiben ist für die Helfer der Besatzungstruppen keine Option. Unter den Taliban schweben sie als Verräter in Lebensgefahr.

Afghanistan: USA reagieren mit Drohnenangriffen auf IS-Bombenattentat in Kabul

Bei einem Drohnenangriff der USA am Samstagmorgen wurden nach Angaben des Pentagon zwei ranghohe Mitglieder der Miliz Islamischer Staat Provinz Chorasan (IS-K) getötet. Dies sei „nicht der letzte“ Angriff auf diejenigen gewesen, die verantwortlich seien für den Anschlag „auf unsere Truppen und unschuldige Zivilisten in Kabul“, sagte der US-Präsident. (dpa/nai) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Khwaja Tawfiq Sediqi/dpa

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