1. Wetterauer Zeitung
  2. Panorama

Untersee-Vulkan im Pazifik ausgebrochen: Tsunami-Warnungen - Japans Bürger sollten Anhöhen aufsuchen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Magdalena Fürthauer

Kommentare

Ausbruch des Untersee-Vulkans im Pazifik nahe Tonga.
Der Vulkanausbruch nahe des Inselstaates Tonga sorgt im Pazifik-Raum für Tsunamis. © New Zealand High Commission/ZUMA Press Wire Service/dpa

Nahe des Inselstaates Tonga mitten im Pazifik ist am Freitag ein Vulkan ausgebrochen. Die Tsunami-Warnungen reichten bis nach Japan, nun sichert auch die USA ihre Unterstützung zu.

Update vom 16. Januar, 10.55 Uhr: Der gewaltige Ausbruch eines Vulkans sowohl am Freitagabend als auch am Samstagmorgen in der Nähe des Inselstaates Tonga versetzt die Pazifik-Region weiterhin in Alarmbereitschaft. Selbst in Japan wurden Tsunami-Wellen registriert, weswegen die Bevölkerung laut dpa aufgerufen wurde, Anhöhen aufzusuchen. Erst Sonntagmittag (Ortszeit) wurde die Warnung wieder aufgehoben.

Das Ausmaß der Schäden ist jedoch noch immer nicht bekannt, es gibt lediglich vereinzelt Berichte, dass in Tonga selbst Boote und Häuser beschädigt wurden. Grund für die Ungewissheit ist offenbar die noch immer dichte Aschewolke, die vom Vulkan ausgeht. Am Montag sollen neuseeländische Verteidigungskräfte schließlich einen ersten Überwachungsflug starten. Noch sein in rund 20 Kilometern Höhe Asche gesichtet worden, die das Fliegen unsicher mache, so die dortigen Behörden gegenüber der dpa.

Währenddessen zeit sich auch UN-Generalsekretär António Guterres besorgt über die Folgen des Ausbruchs. Die UN beobachteten die Situation genau und stünden bereit, Unterstützung zu liefern. Auch US-Außenminister Antony Blinken zeigt sich „zutiefst besorgt“ über den Ausbruch und die Folgen für die Bevölkerung. „Die Vereinigten Staaten sind bereit, unseren Nachbarn im Pazifik Unterstützung zu leisten.“

Untersee-Vulkan im Pazifik ausgebrochen: Behörden warnen vor Tsunami - Video zeigt das Ausmaß

Erstmeldung vom 15. Januar: Tonga - Mitten im Meer nahe des Inselstaates Tonga ist am Freitag ein unterseeischer Vulkan ausgebrochen. Nun wurden für weite Teile des Pazifiks Tsunami-Warnungen ausgesprochen, unter anderem für den Osten Australiens. Davon berichtet die dpa. Ob jemand verletzt ist und wie groß das Ausmaß der Schäden ist, ist offenbar noch unklar.

Vulkan-Ausbruch im Pazifik: Behörden warnen vor Tsunami - Video zeigt Ausmaß

Nach dem Ausbruch des Vulkans Hunga-Tonga-Hunga-Ha‘apai berichteten lokale Medien am Freitagabend von Flutwellen, die Grundstücke auf der Hauptinsel Tongatapu überschwemmt hätten. Außerdem habe es Asche geregnet und Telefonverbindungen seien ausgefallen. Selbst der König des Inselstaates, Tupou VI., sei aus dem Palast evakuiert und in der Hauptstadt in Sicherheit gebracht worden.

Australische Wetterbehörden* berichten indes von einer 1,2 Meter hohen Welle in der Hauptstadt Nuku‘alofa. Auch die Behörden weiterer Pazifik-Staaten gaben Tsunami-Warnungen heraus, darunter Fidschi, Samoa und Neuseeland. Menschen wurden aufgefordert, von Küstengebieten fernzubleiben.

Vulkan-Ausbruch nahe Tonga: Video zeigt riesige Aschewolke

Wie stark der Ausbruch wohl gewesen ist, zeigt die Reaktion Neuseelands. Obwohl die Küsten rund 2,300 Kilometer vom Vulkan entfernt liegen, würden die Behörden die Bevölkerung vor „starken und ungewöhnlichen Strömungen“ und „unvorhersehbaren Brandungen“ an den Küsten warnen, so die australische ABC. Menschen in Tonga selbst hätten sich umgehend in Sicherheit bringen müssen. Ein Video auf Twitter zeigt dabei den Ernst der Lage. Zu sehen ist eine riesige Aschewolke, der Nutzer nennt den Ausbruch einen „Albtraum“.

Auch auf den Fiji-Inseln, die rund 800 Kilometer weit von der Eruptionsstelle entfernt liegen, habe man den Ausbruch in Form von „lauten Donnergeräuschen“ gehört. Währenddessen habe der Vulkan Asche, Dampf und Gas 17 Kilometer weit in die Luft katapultiert, so die ABC. Noch am Samstag gab es demnach eine Eruption, die Gefahr für Tonga scheint also noch nicht gebannt zu sein.

Mitten im Pazifik: Vulkan nahe Tonga schon länger aktiv

Allein für Amerikanisch-Samoa hob der Nationale Wetterdienst der USA (NOAA) die Tsunami-Warnung wieder auf. Demnach sei wegen der vorliegenden Daten davon auszugehen, dass für die Region das schlimmste vorbei sei. Es könne jedoch noch zu Schwankungen des Meeresspiegels kommen.

Vor dem Ausbruch des Vulkans seien laut örtlichen Behörden bereits Tsunami-Wellen von bis zu 30 Zentimetern gemessen worden. Außerdem sei der Vulkan bereits seit Dezember wieder aktiv gewesen, allzu überraschend dürfte die Eruption selbst nicht gewesen sein. Die Schwere des Ausbruchs ist jedoch momentan noch nicht bekannt. Doch selbst in Deutschland könnte ein Vulkan ausbrechen. (mef/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare