+
Napoleon-Experte Oleg Sokolow gilt als Exzentriker und zeigt sich gern in historischen Gewändern. Jetzt steht er unter Mordverdacht.

Grausamer Fall in Russland

Napoleon-Experte zersägt Geliebte (24) - Polizei rettet ihn aus Fluss und macht schrecklichen Fund

  • schließen

Ein bekannter Historiker soll seine Geliebte getötet und zersägt haben. Anschließend retteten ihn Polizisten aus einem Fluss - mit Leichenteilen im Rucksack. Der Fall liest sich wie das Drehbuch zu einem Horrorfilm.

  • Der bekannte russische Historiker und Napoleon-Experte Oleg Sokolow (63) soll seine Geliebte (24) ermordet haben.
  • Er hat gestanden, die Frau, die zuvor seine Studentin war, getötet und zerstückelt zu haben.
  • Nach der Tat hatte die Polizei den Mann aus einem Fluss gerettet - er hatte die Arme seiner Frau im Rucksack.

Moskau - Die Vorwürfe sind erschütternd, die Details der Tat grausam und absurd zugleich: Der bekannte russische Historiker Oleg Sokolow (63) steht im Verdacht, seine junge Geliebte (24) zersägt zu haben. Anschließend wollte er betrunken ihre Leichenteile in einem Fluss entsorgen, wobei er von Polizisten entdeckt wurde. 

Jetzt sitzt der unter Mordverdacht stehende Mann in Untersuchungshaft. Der 63-Jährige hat gestanden, seine 24-jährige Geliebte getötet und zerstückelt zu haben. Er muss mindestens bis zum 8. Januar im Gefängnis bleiben, wie ein Richter in St. Petersburg entschied. Der prominente Historiker hatte in der Gerichtsanhörung zuvor unter Tränen behauptet, sein Opfer habe ihn vor der Tat angegriffen.

Polizei will Sokolow aus Fluss retten - und macht Horror-Fund

Sokolow war am Samstag bei dem Versuch festgenommen worden, Leichenteile seiner ehemaligen Studentin im Fluss Moika in St. Petersburg zu versenken. Die Polizei rettete Sokolow aus dem eiskalten Wasser. Dabei machten die Beamten einen schrecklichen Fund: Sie entdeckten in seinem Rucksack die Arme einer Frau.

Russland: Napoleon-Experte Oleg Sokolow zersägte seine Geliebte

In der Wohnung des Napoleon-Experten fanden die Beamten die enthauptete Leiche der 24-Jährigen, mit der Sokolow mehrere Bücher geschrieben und zusammengelebt hatte. Außerdem fanden die Polizisten eine blutverschmierte Säge. Laut einem Bericht der russischen Nachrichtenagentur Interfax entdeckte die Polizei am Montag weitere Leichenteile im Fluss.

Bei der Anhörung behauptete Sokolow nun, seine Geliebte sei "in letzter Zeit verrückt geworden", wenn es um seine Kinder aus einer früheren Ehe ging. Ihm zufolge habe sie ihn "mit einem Messer angegriffen". Der Anwalt des renommierten Professors will nach eigenen Angaben wohl auf Notwehr plädieren.

Blass und unrasiert zeigte sich der russische Professor Oleg Sokolovr bei der Anhörung, bei der er gestand, seine Geliebte getötet zu haben.

Russischer Historiker ermordet Freundin: War Eifersucht das Tatmotiv?

Der Bruder des Opfers, Sergej Tschetschenko, sagte der Nachrichten-Website RBK, dass "Eifersucht" der Grund für das Verbrechen gewesen sei. Sokolow habe seine Schwester zusammengeschlagen, als sie auf die Geburtstagsfeier eines Kommilitonen gehen wollte. "Sie ist trotzdem gegangen", sagte der Bruder.

Anschuldigungen gegen russischen Professor: War er schon zuvor gewalttätig?

Laut der Zeitung Moskowski Komsomolez soll Sokolow bereits zuvor in Gewalttaten verwickelt gewesen sein. Gegen den Professor habe es mehrere Anschuldigungen von Studenten gegeben, trotzdem habe es keine Disziplinarmaßnahmen vonseiten seines Arbeitgebers, der staatlichen Universität von St. Petersburg, gegeben, schreiben auch die Verfasser einer Online-Petition.

Eine Studentin, die 2008 eine Affäre mit Sokolow gehabt haben soll, behauptet laut Moskowski Komsomolez, der Professor habe sie an einen Stuhl gefesselt, ihr ins Gesicht geschlagen und gedroht, sie zu töten, wenn sie ihn verlasse. Der Student Iwan Pustowoit sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass die gewalttätigen Tendenzen des Professors bekannt gewesen seien. "Es gab Warnungen, aber niemand hat auf sie geachtet."

Studenten beschreiben russischen Professor als „Freak“

Sokolow ist der Autor mehrerer Werke über Napoleon Bonaparte und trat als Geschichtsexperte in mehreren Dokumentarfilmen auf. Studenten beschrieben den Gelehrten, der sich mit seiner Geliebten gern in Historienkostümen zeigte, als begabten Dozenten, aber auch als "Freak" und Exzentriker. Die Universität von St. Petersburg kündigte nach der Festnahme an, Sokolow zu entlassen.

Der Fall hat in Russland eine Debatte über Gewalt gegen Frauen ausgelöst. Die Frauenrechtlerin Alena Popowa prangerte ein "verfaultes Rechtssystem" an, "das gewalttätige Männer bis zu dem Moment schützt, an dem man eine Leiche hat". Kreml-Sprecher Dimitri Peskow verurteilte das "schreckliche Verbrechen".

Auch in Berlin gab es kürzlich einen rätselhaften Mord - die Hinweise auf eine russische Beteiligung verdichten sich.

spl/AFP

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare