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Großbrand in Wohnkomplex in Essen: Ermittler nennen neue Details zur Brandursache

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Von: Svenja Wallocha, Max Schäfer, Nail Akkoyun, Jan Trieselmann

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In Essen brennt ein Wohnblock nieder. Die Ermittlungen zur Brandursache am Brandort wurden abgeschlossen.

Update vom Mittwoch, 16.03.2022, 11.44 Uhr: Bei den Ermittlungen zu einem verheerenden Großbrand mit drei Verletzten in einem Wohnkomplex in Essen haben sich keine Anzeichen für eine vorsätzliche Brandstiftung ergeben. Es besteht jedoch weiterhin der Verdacht der fahrlässigen Brandstiftung, wie die Polizei in der Ruhrgebietsstadt am Mittwoch (16.03.2022) mitteilte. Demnach wurden die Ermittlungen am Brandort abgeschlossen, und die Staatsanwaltschaft gab das Gebäude für den Eigentümer frei.

Durch eine Vielzahl von Zeugenaussagen gebe es Hinweise auf einen möglichen Entstehungspunkt des Feuers. In diesem Zusammenhang seien zwei Bewohner befragt worden. Am Brandort seien zudem spezielle technische Geräte wie ein ferngesteuerter Roboterhund der Polizei und Drohnen zum Einsatz zu kommen. Die Kriminalpolizei ermittle nun weiter auf Basis noch ausstehender Gutachten

Völlig ausgebrannt ist ein großer Wohnkomplex im Essener Westviertel nach einem Feuer. Bei dem Feuer in der Nacht zum 21. Februar hatten mehr als 100 Menschen ihre Wohnungen und vielfach ihr komplettes Eigentum verloren.
Völlig ausgebrannt ist ein großer Wohnkomplex im Essener Westviertel nach einem Feuer. Bei dem Feuer in der Nacht zum 21. Februar hatten mehr als 100 Menschen ihre Wohnungen und vielfach ihr komplettes Eigentum verloren. © Christoph Reichwein/dpa

Großbrand in Essen: „Noch nichts Vergleichbares erlebt“ – Entscheidung über Wohnkomplex gefallen

Update vom Dienstag, 22.02.2022, 13.28 Uhr: Nach dem verheerenden Großbrand in der Essener Innenstadt muss der betroffene Wohnkomplex abgerissen werden. Das sagte der Chef des Eigentümerunternehmens Vivawest, Uwe Eichner, am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Essen. Der Schaden liege in zweistelliger Millionenhöhe. Abriss und Sanierung der Brandstelle inklusive der darunterliegenden Tiefgarage seien sehr langwierig. Vivawest kümmere sich nun vor allem darum, den 128 Betroffenen neue Wohnungen zu vermitteln.

Bei der Erkundung der Brandstelle kam am Dienstagmittag auch ein vierbeiniger Polizei-Roboter zum Einsatz. Der 35 Kilo schwere Laufroboter war erst vor wenigen Wochen bei einem Termin mit NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) in Duisburg vorgestellt worden. Er untersuchte mit Kameras und Sensoren das einsturzgefährdete Haus, das weiterhin nicht betreten werden darf.

Ein Feuerwehrmann macht ein Bild mit dem Handy von der Zerstörung. Der bei einem Brand am Montag zerstörte Wohnkomplex in Essen war ein Neubau von 2015, der gemäß den Bauvorschriften mit Brandschutztüren gegen eine schnelle Verbreitung eines Feuers ausgestattet war.
Ein Feuerwehrmann macht ein Bild mit dem Handy von der Zerstörung. Der bei einem Brand am Montag zerstörte Wohnkomplex in Essen war ein Neubau von 2015, der gemäß den Bauvorschriften mit Brandschutztüren gegen eine schnelle Verbreitung eines Feuers ausgestattet war. © David Young/dpa

Aussagen zur Brandursache und zu den Gründen für die sehr schnelle Ausbreitung des Feuers seien nach wie vor nicht möglich, betonte der Vivawestchef. Dazu müssten Sachverständigengutachten abgewartet werden. Es gebe nach Studium der Bauakten keinerlei Hinweise für Unregelmäßigkeiten oder Pfusch beim Bau des 2015 fertiggestellten Hauses, betonte der Essener Ordnungsdezernent Christian Kromberg. „Sowohl im Baugenehmigungsverfahren als auch bei der Bauabnahme hat es keine Schwierigkeiten gegeben. Wir können und müssen zum jetzigen Zeitpunkt davon ausgehen, dass alles korrekt gelaufen ist.“

Großbrand in Essen: „Noch nichts Vergleichbares erlebt“ - Experte äußert sich zur Brandursache

Update vom Dienstag, 22.02.2022, 09.53 Uhr: Nach dem Großbrand in der Essener Innenstadt mit drei Verletzten und 35 zerstörten Wohnungen ist die Frage nach der Brandursache groß. Was genau zu dem Feuer geführt hat, ist derzeit noch unklar. Ein Feuerwehrsprecher äußerte sich gegenüber Focus allerdings zu ersten Erkenntnissen.

Demnach könnte das Feuer auf einem Balkon des riesigen Wohnkomplexes ausgebrochen sein. Das berichtet auch Bild.de. Nicht nur der starke Wind, sondern auch die Wärmeverbundfassade aus Styropor könnte zudem eine Rolle bei der schnellen Ausbreitung des Feuers gespielt haben. Die genaue Brandursache und ob bestimmte Baustoffe einen Einfluss hatten, müsse nun allerdings erst einmal untersucht werden. Weil das Gebäude wegen Einsturzgefahr noch nicht betretbar ist, werde im Laufe des Tages geprüft, ob ein neuer vierbeiniger Polizei-Roboter mit Kamera den Brandort erkunden soll.

Brand in Essen: Experte hat bei Wohngebäuden noch nichts Vergleichbares gesehen

Auch gegenüber dem Spiegel äußerte sich ein Experte. „Ich habe bei Wohngebäuden noch nichts Vergleichbares erlebt“, sagte Dirk Aschenbrenner in einem Interview mit dem Nachrichtenportal. „Eigentlich gibt es im deutschen Baurecht Vorschriften, die dafür sorgen sollen, dass Brände sich nicht über das gesamte Gebäude ausbreiten“, so der Präsident der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (VFDB) und Direktor der Feuerwehr in Dortmund.

Nach den Aussagen und Bildern, die er bisher gesehen habe, halte er es für möglich, dass brennbare Baustoffe verwendet oder Bauvorschriften missachtet wurden. Ob das der Fall war, müsse nun sehr gründlich analysiert werden.

Die Feuerwehr macht sich ein Bild von den Schäden an dem Wohnkomplex.
Die Feuerwehr macht sich ein Bild von den Schäden an dem Wohnkomplex. © David Young/dpa

Großbrand in Essen: Brandursache noch immer unklar – Polizei-Roboter im Einsatz

+++ 18.37 Uhr: Am Tag nach dem Großbrand in der Innenstadt von Essen mit drei Verletzten und 35 zerstörten Wohnungen versuchen Feuerwehr und Polizei am Dienstag (22.02.2022), einen Überblick über den Schaden zu gewinnen. Die Ruine des Wohnkomplexes ist einsturzgefährdet, sie konnte am Brandtag bis zum Abend nicht von Ermittlern betreten werden.

128 Menschen hatten durch das am Montagmorgen ausgebrochene Feuer ihre Wohnungen und vielfach ihr komplettes Eigentum verloren, sie mussten zu Bekannten oder in Hotels ziehen. Die Ursache des Feuers ist noch nicht gänzlich geklärt.

Nach Angaben des Landesamts für Zentrale Polizeiliche Dienste soll bei den Ermittlungen möglicherweise auch ein neuer vierbeiniger Polizei-Roboter mit einer Kamera den Brandort erkunden. Der 35 Kilo schwere Laufroboter war erst vor wenigen Wochen bei einem Termin mit NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) in Duisburg vorgestellt worden. Damals wurde erläutert, dass er mit Kameras und Sensoren zum Beispiel Katastrophenorte erkunden könnte.

Großbrand in Essen: „Innerhalb von 20 Minuten stand das ganze Haus komplett in Flammen“

+++ 14.36 Uhr: Nach einem Großbrand in einem Wohnkomplex in der Innenstadt von Essen sind nach Einschätzung von Statistikern „große Teile des Wohnblocks“ einsturzgefährdet. Zunächst war deshalb unklar, ob und wann das Gebäude wieder betreten werden kann. Die Wohnungen würden weiter überprüft.

Mindestens drei Menschen wurden bei dem Brand verletzt. Ersten Erkenntnissen zufolge war zunächst ein Feuer auf einem Balkon ausgebrochen, wie die Essener Feuerwehr mitteilte. Angefacht durch Sturmtief „Antonia“ habe sich der Brand von dort aus „rasend schnell“ über die im Wind liegende Fassade und die Balkone ausgebreitet.

„Innerhalb von 20 Minuten stand das ganze Haus komplett in Flammen“, berichtete ein Bewohner des Wohnkomplexes nach dem Brand. „Man hat das Gefühl, das ist ein Feuer-Inferno, in dem man sich hier befindet.“ Laut Feuerwehrangaben kam es durch die Hitze sogar an 15 Metern entfernt stehenden Gebäuden zu Schäden: Die Wärmestrahlung ließ etwa Rollläden schmelzen und Fensterscheiben bersten.

Wohnkomplex-Großbrand in Essen „glich Inferno“ – Feuerwehr nennt Details

+++ 13.51 Uhr: Das Feuer in einem Essener Wohnkomplex hat sich von einem Balkon ausgebreitet. Wie die Feuerwehr am Montag mitteilte, sorgte das in der Nacht wütende Sturmtief „Antonia“ offensichtlich dafür, dass sich das Feuer dann rasend schnell über die im Wind liegende Fassade und Balkone ausdehnte. Das Gebäude mit einer Fassadenlänge von etwa 65 Metern mit viereinhalb Geschossen sei mit einer Wärmedämmverbundfassade ausgestattet. Bei dem Brand waren drei Menschen verletzt worden, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Insgesamt 128 Menschen haben ihre Wohnung und viele von ihnen ihr Hab und Gut verloren. 35 Wohnungen sind bei dem Feuer komplett ausgebrannt, weitere durch massive Rauchentwicklung oder Löschwasser betroffen.

Im Westviertel der Stadt stand seit dem frühen Montagmorgen ein ganzer Wohnblock in Flammen.
Im Westviertel der Stadt stand seit dem frühen Montagmorgen ein ganzer Wohnblock in Flammen. © Fabian Strauch/dpa

Wohnkomplex-Großbrand in Essen „glich einem Inferno“ – Feuer brennt noch immer

Update vom Montag, 21.02.2022, 12.11 Uhr: Das Feuer in einem großen Wohnhaus in Essen (Nordrhein-Westfalen) ist auch am Montagvormittag (21.02.2022) noch nicht gelöscht. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur unter Bezugnahme auf die Essener Feuerwehr. Noch immer seien in dem Wohnkomplex einzelne Brandnester vorhanden. Dass der Brand auf andere umliegende Häuser übergreift, dafür bestehe allerdings keine Gefahr.

Das Gebäude hatte in der Nacht zum Montag (21.02.2022) Feuer gefangen. „Die massive Brandausbreitung hat alle Einsatzkräfte sehr überrascht“, sagte ein Feuerwehrsprecher der dpa. Laut eines Sprechers des Hauseigentümers und Wohnungsunternehmens Vivawest handle es sich bei dem Gebäude um einen Neubau aus 2015, ausgestattet mit modernen Brandschutztüren, berichtet die dpa. In dem Komplex gebe es insgesamt 112 Wohnungen. Betroffen vom Feuer seien 39 davon mit etwa 100 Mietern. Vivawest habe ihnen kurzfristig Hotelzimmer in umliegenden Hotels auf Kosten des Unternehmens versprochen.

Die Polizei hat wie die Feuerwehr bislang noch keine Ursache für den Großbrand gefunden. Allerdings hatten die Windböen von Sturm „Antonia“ den Brand weiter angefacht, wie die dpa berichtet. Bei dem Brand erlitten drei Menschen eine Rauchvergiftung. Vermisst werde nach Angaben von Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU) aber niemand. Die etwa 180 Bewohner des Wohnkomplexes in Essen und aus umliegenden Gebäuden wurden vorläufig in einem benachbarten Hörsaal untergebracht.

„Feuer! Feuer!“: Bewohner schildern dramatischen Wohnblock-Großbrand in Essen

Eine 69-jährige Bewohnerin einer Dachgeschosswohnung berichtete der dpa, am frühen Morgen durch lautes Klopfen an der Haustür geweckt worden zu sein. Sie habe sich nur einen Mantel überwerfen und Schuhe anziehen können. „Mein Handy habe ich auf dem Nachttisch liegen gelassen.“ Auch ihre Brille sei dort geblieben – und mit ihrer Wohnung verbrannt.

Einer der ersten Augenzeugen des Großbrands war der 35 Jahre alte Lennart Diedrich. „So um zwei Uhr war‘s, als ich ins Bett gehen wollte und so die letzten Lichter ausgemacht habe und draußen ,Feuer! Feuer!‘ geschrien wurde“, erklärt Diedrich der Deutschen Presse-Agentur. „Und dann hab ich aus dem Fenster geschaut, und da kam da, wo die Jalousien so auf Halbmast hängen, Rauch raus. Da hab‘ ich gesagt: ,Ok, das ist ernster.‘“

Bewohner von Wohnblock-Großbrand in Essen schockiert: „Es glich einem Inferno“

Er versuchte, die Feuerwehr zu rufen, zog sich an und rannte raus. „Dann kamen schon von der ganzen anderen Gebäudeseite Flammen hochgelodert. Es glich einem Inferno. Der Wind peitschte die Flammen an – Funken“, zitiert die dpa Diederich. Kurze Zeit später sei der erste Feuerwehrwagen eingetroffen. Doch selbst die Feuerwehrleute hätten in dem Haus dann gerufen: „Wir brauchen mal Hilfe!“

Diedrich und zwei anderen Personen seien der Feuerwehr zur Hilfe gekommen. „Dann sind wir hochgelaufen in dem Treppenhaus da, zu dritt. Und da war ein Rollstuhlfahrer, der den Fahrstuhl natürlich nicht mehr benutzen konnte und nicht runtergekommen ist. Da haben wir den zu dritt runtergetragen. Zwei hinten, ich hab vorne angepackt, haben ihn runtergetragen. Dann kam die Polizei, und es wurde alles evakuiert.“ Danach sei alles sehr schnell gegangen. „Innerhalb von 20 Minuten stand das ganze Haus komplett in Flammen. Man hat das Gefühl, das ist ein Feuer-Inferno, in dem man sich hier befindet.“

Großbrand in Essen: Drei Menschen durch Feuer in Wohnblock verletzt

Erstmeldung vom Montag, 21.02.2022, 07.34 Uhr: Essen – Im Westviertel von Essen kam es in der Nacht zum Montag zum Brand eines kompletten Wohnblocks. Um etwa 2.15 Uhr ging der Alarm bei der Feuerwehr ein. „Es wurden alle verfügbaren Berufsfeuerwehren alarmiert“, erklärte der Sprecher der Feuerwehr. Das Feuer konnte jedoch noch nicht unter Kontrolle gebracht werden.

Die Ursache für den Brand des Gebäudekomplexes mit etwa 50 Wohnungen in der Essener Innenstadt ist bisher unklar. Die Feuerwehr evakuierte die Häuser und brachte die Bewohnerinnen und Bewohner in Sicherheit. Etwa 100 Betroffenen wurden in einem nahen Hörsaal der Universität untergebracht. Drei Menschen erlitten laut Feuerwehr Rauchvergiftungen und mussten ins Krankenhaus.

Essen: Gebäudekomplex steht in Flammen – Feuerwehr-Einsatz läuft

Die Feuerwehr warnte Anwohnende im Westviertel von Essen, wegen des Rauchs Fenster und Türen geschlossen zu schließen. Wegen der Löscharbeiten komme es außerdem zu Behinderungen im Berufsverkehr. Die Segerothstraße und die Friedrich-Ebert-Straße seien voll gesperrt, berichtete die Feuerwehr Essen auf Twitter. Den Angaben zufolge wurde auch eine Warnung über eine Warnapp abgesetzt. Das Westviertel grenzt unmittelbar westlich an den Essener Stadtkern an.

Erst kürzlich hatte die „WAZ“ über eine Serie von Bränden in der Stadt berichtet. Dreimal habe es innerhalb einer Woche im Eltingviertel nördlich des Stadtkerns gebrannt.

Erst kürzlich kam es in Hessen zu einem Großbrand, der einen Familienbetrieb* zerstörte. (Jan Trieselmann mit dpa, Max Schäfer mit dpa/afp) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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