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Medizin-Nobelpreis 2021: Auszeichnung geht an David Julius und Ardem Patapoutian

  • Chistian Stör
    VonChistian Stör
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In Stockholm wird in dieser Woche bekanntgegeben, wer die Nobelpreise 2021 bekommt. Für den Medizin-Nobelpreis steht die Entscheidung fest. Der News-Ticker.

+++ 11.50 Uhr: Für ihre Entdeckung von Rezeptoren für Temperatur und Berührung im Körper erhalten haben die beiden Molekularbiologen David Julius und Ardem Patapoutian den Medizin-Nobelpreis 2021. Das Wissen werde genutzt, um Behandlungen für eine Reihe von Krankheiten zu entwickeln, darunter chronische Schmerzen, wie das Karolinska-Institut in Stockholm miteilte.

Die Entdeckungen durch die diesjährigen Nobelpreisträger „haben es uns ermöglicht zu verstehen, wie Wärme, Kälte und mechanische Kräfte die Nervenimpulse auslösen, die es uns ermöglichen, die Welt um uns herum wahrzunehmen und uns an sie anzupassen“, hieß es vom Komitee. Die Forscher verwendeten demnach druckempfindliche Zellen, um eine neue Klasse von Sensoren zu entdecken, die auf mechanische Reize in der Haut und in inneren Organen reagieren.

David Julius nutzte Capsaicin, eine scharfe Verbindung aus Chilischoten, die ein brennendes Gefühl hervorruft, um einen Sensor in den Nervenenden der Haut zu identifizieren, der auf Hitze reagiert. Ardem Patapoutian entdeckte mithilfe druckempfindlicher Zellen eine neue Klasse von Sensoren, die auf mechanische Reize in der Haut und in inneren Organen reagieren.

Der Medizin-Nobelpreis 2021 geht an David Julius und Ardem Patapoutian.

+++ 11.32 Uhr: Es geht los. Die Entscheidungsträger betreten den Saal. Thomas Perlmann verkündet jetzt die Medizin-Nobelpreisträger 2021. Und es sind andere Namen als gedacht. Ausgezeichnet werden der US-amerikanischer Sinnesphysiologe David Julius und der im Libanon geborene Forscher Ardem Patapoutian für ihre Entdeckung von Rezeptoren für Temperatur und Berührung im Körper.

Julius ist Professor an der University of California, San Francisco (UCSF), Patapoutian ist Molekularbiologe und Neurowissenschaftler am Scripps Research in La Jolla, Kalifornien.

+++ 11.30 Uhr: Nun ist es soweit. Das Nobelkomitee gibt jede Sekunde bekannt, wer den Medizin-Nobelpreis 2021 erhält..

+++ 11.08 Uhr: In wenigen Minuten beginnt die Bekanntgabe des Nobelpreises 2021 im Bereich Medizin. Vor zwei Stunden kamen die Jury-Mitglieder zusammen, wie das Nobel-Komitee auf Twitter bekannt gab. Eine Stunde später stand der Sieger fest. Nun wartet die Welt auf die Verkündung.

Update vom Montag, 4.10.2021, 9.30 Uhr: Jedes Jahr im Oktober stellt sich die Frage, wer wohl die Nobelpreise erhalten wird. Vor der offiziellen Bekanntgabe weiß aber niemand außerhalb der erlesenen Jurorenkreise in Stockholm und Oslo, wer für die Preise in den Kategorien Medizin, Physik, Chemie, Literatur, Frieden und Wirtschaftswissenschaften näher ins Auge gefasst wird.  Die Spekulationen kochen deshalb jedes Jahr hoch.

Das ist auch diesmal der Fall. Im Mittelpunkt steht dabei ein kleines Virus. Nichts hat die Welt zuletzt derart in Atem gehalten wie die Corona*-Pandemie. Als unschätzbare Hilfe entpuppte sich das mRNA-Verfahren, auf dem die Corona-Impfstoffe* von Biontech/Pfizer* und Moderna* beruhen. Katalin Karikó und Drew Weissman können sich deshalb Hoffnungen auf den Medizin-Nobelpreis 2021 machen.  

Katalin Karikó und Drew Weissman gelten auch als Anwärter auf einen Nobelpreis.

Auch andere Namen sind beim Medizin-Nobelpreis im Gespräch. Dazu gehören die Krebsforscherin Mary-Claire King sowie die Immunologen Max Cooper und Jacques Miller. Und auch ein Geheimtipp sei noch erwähnt. In Stockholm macht seit einigen Tagen das Gerücht die Runde, dass US-Immunologe Anthony Fauci den Medizin-Nobelpreis 2021 erhalten könnte. Das wäre eine echte Überraschung – aber möglich ist alles. Um 11.30 Uhr wird die Nobelversammlung in Stockholm bekanntgeben, wen sie diesmal auserkoren hat.

Nobelpreis 2021: In dieser Woche werden die Preisträger:innen bekanntgegeben

Erstmeldung vom 1.10.2021: Stockholm – Die Nobelpreise sind die wohl renommiertesten Auszeichnungen der Welt. In fünf Kategorien werden sie seit dem Jahr 1901 verliehen: Physiologie/Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Friedensbemühungen. Die fünf Nobelpreise werden aus dem Vermögen des Chemikers und Erfinders Alfred Nobel finanziert, dotiert ist jeder Preis mit zehn Millionen schwedischen Kronen (etwa 981.000 Euro). Außerdem gibt es den Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften, der von der Schwedischen Nationalbank gestiftet wird.

Die Preisträger sämtlicher Preise werden traditionell innerhalb einer Woche bekannt gegeben. Die Nobel-Woche fängt montags mit der Bekanntgabe des Preisträgers oder der Preisträgerin des Medizin-Nobelpreises an und geht weiter mit dem Physik-Nobelpreis (Dienstag), dem Chemie-Nobelpreis (Mittwoch), dem Literaturnobelpreis (Donnerstag) und dem Friedensnobelpreis (Freitag). Am darauffolgenden Montag wird schlussendlich der Preisträger oder die Preisträgerin des Wirtschaftspreises bekannt gegeben.

Nobelpreis 2021: Preisträger:innen erhalten ihre Auszeichnung am 10. Dezember

Verliehen werden die Preise traditionell am Todestag von Preisstifter Alfred Nobel, dem 10. Dezember. In der Regel überreicht der schwedische König die Nobelpreise in den Kategorien Physik, Chemie, Medizin, Literatur und Wirtschaft in Stockholm, der Friedensnobelpreis wird dagegen in Oslo verliehen.

  • Montag, 4. Oktober 2021, 11.30 Uhr: Medizin-Nobelpreis 2021
  • Dienstag, 5. Oktober 2021, 11.45 Uhr: Physik-Nobelpreis 2021
  • Mittwoch, 6. Oktober 2021, 11.45 Uhr: Chemie-Nobelpreis 2021
  • Donnerstag, 7. Oktober 2021, 13.00 Uhr: Literaturnobelpreis 2021
  • Freitag, 8. Oktober 2021, 11.00 Uhr: Friedensnobelpreis 2021
  • Montag, 11. Oktober 2021, 11.45 Uhr: Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften 2021

Nobelpreis 2021: Wer den renommierten Preis im Jahr 2020 gewonnen hat

Im vergangenen Jahr ging der Medizin-Nobelpreis an drei Forscher aus den USA: Harvey J. Alter Michael Houghton und Charles M. Rice wurden für die Entdeckung des Hepatitis-C-Virus ausgezeichnet. Der Physik-Nobelpreis ging an drei Forschende, darunter einen Deutschen: Reinhard Genzel (Deutschland), Roger Penrose (Großbritannien) und Andrea Ghez (USA) wurden für ihre Forschung zu schwarzen Löchern geehrt. In der Kategorie wurden die Forscherinnen Emmanuelle Charpentier (Frankreich) und Jennifer Doudna (USA) für die Entwicklung von Methoden zur Erbgut-Veränderung (Genschere CRISPR/Cas) mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Den Literaturnobelpreis erhielt die US-amerikanische Lyrikerin Louise Glück, während der Friedensnobelpreis an das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen verliehen wurde – als Auszeichnung für dessen Kampf gegen den Hunger.

Zu den Favoriten für den Nobelpreis 2021 zählen unter anderem Forschende, die mit ihrer Grundlagenarbeit die mRNA-Impfstoffe gegen Corona erst möglich gemacht haben (allen voran die „Mutter des mRNA-Verfahrens“, Katalin Karikó) – ihnen könnte der Medizin- oder Chemie-Nobelpreis verliehen werden*. Als Favoriten für den Friedensnobelpreis gelten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Klimaaktivistin Greta Thunberg. Wer letztendlich einen der renommierten Preise erhält, wird die kommende Nobel-Woche zeigen. (Tanja Banner) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © JONATHAN NACKSTRAND

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