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Kölner Dom: Klima-Protest von Extinction Rebellion vor Messe – Polizei schreitet ein

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Von: Lukas Rogalla

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Besucher der Christvesper im Kölner Dom
Klima-Aktivisten protestieren vor Beginn einer Messe im Kölner Dom. (Symbolbild) © Henning Kaiser/dpa

Extinction Rebellion protestiert im Kölner Dom – kurz vor Beginn einer Messe. Zwei Domschweizer verletzen sich.

Köln – Aktivistinnen und Aktivisten haben mit einer Klima-Protestaktion am Donnerstagabend (06.01.2022) eine Messe im Kölner Dom gestört. Zwölf Männer und Frauen hätten mit Spruchbändern und Lautsprechern auf die Umweltzerstörung aufmerksam machen wollen.

Dabei legten sie sich vor Beginn des von einem Weihbischof geleiteten Gottesdienstes in den Mittelgang der Kirche, sagte eine Sprecherin der Kölner Polizei auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Kölner Dom: Klima-Aktivisten protestieren kurz vor Messe

Den mehrfachen Aufforderungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, den Dom zu verlassen, seien einige Demonstrierende nicht nachgekommen. Domschweizer hätten schließlich versucht, die verbleibenden Aktivistinnen und Aktivisten, die keinen Widerstand leisteten, aus der Kirche zu tragen, hieß es. Dabei hätten sich zwei Domschweizer verletzt – Rettungskräfte hätten die beiden am Rücken behandelt, hieß es.

Laut einem Bericht des Kölner Stadt-Anzeigers handelte es sich um Aktivistinnen und Aktivisten der Umweltschutzbewegung Extinction Rebellion, die vor allem durch Mittel des zivilen Ungehorsams auf sich aufmerksam macht.

„Im KölnerDom wandten wir uns an die Kirchengemeinschaft, die gelähmt dabei zusieht, während wir Menschen den Planeten bis zur Unbenutzbarkeit ausnutzen, Dörfer und auch Kirchen abreißen, um fossile Brennstoffe aus der Erde zu baggern“, schrieb die Extinction-Rebellion-Ortsgruppe Bochum am Donnerstagabend auf Twitter.

Extinction Rebellion: Klima-Protest im Kölner Dom

Auf Bildern ist zu sehen, wie Aktivistinnen und Aktivisten ein Banner hochhalten, auf dem geschrieben steht: „RWE: für Profit zerstören wir alles. Hand in Hand mit der Politik.“ Aufgemalt sind neben zerstörten Häusern ein Kohletagebau sowie ein Kraftwerk. Die Aktivistinnen und Aktivisten beziehen sich wohl auf den Energiekonzern RWE. Mehrere Dörfer wie Keyenberg sollen dem Braunkohle-Tagebau Garzweiler von RWE weichen* oder wurden bereits zerstört. Der Protest richtet sich gegen die Weiterführung des Tagebaus. Die Aktivistinnen und Aktivisten fordern einen zügigen Kohleausstieg.

„Heute am Dreikönigstag war der Dom rappelvoll“, begründete Extinction Rebellion Bochum die Aktion. „Die Kirche, die eigentlich „die Schöpfung bewahren“ will, kommt ihrer Verantwortung nicht nach. Und das machten wir heute deutlich!“, hieß es weiter.

Die hinzugerufene Polizei ermittelt nun wegen Hausfriedensbruch und erstattete Strafanzeigen gegen die zwölf Aktivistinnen und Aktivisten. „Auch ein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz muss geprüft werden“, sagte die Polizeisprecherin. Festnahmen habe es nach der Aktion am Kölner Dom nicht gegeben. (lrg/dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser, in einer früheren Version stand in der Überschrift, dass der Klima-Protest während der Messe stattgefunden hatte, und nicht kurz vor Beginn der Messe. Das war ein Fehler und wir bitten, dies zu entschuldigen.

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