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Babynamen: Umfrage enthüllt unbeliebteste Vornamen für Neugeborene – Auf diese Fünf verzichten Eltern 2022 gern

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Von: Anna Lorenz

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Einen geeigneten Vornamen zu finden, kann für frisch gebackene Eltern zur Mammutaufgabe werden. 2022 sind sich aber alle einig: Diese fünf Namen stehen definitiv nicht hoch im Kurs.

München – Vom Schwangerschaftstest bis zum Wehenschreiber vergehen in der Regel neun Monate. Während sich werdende Eltern vor allem Gedanken darüber machen, wie sich die Wohnung möglichst lückenlos in Luftpolsterfolie einwickeln lässt und in nahezu panischer Hektik den Volvohändler ihres Vertrauens kontaktieren, werden Gespräche – insbesondere die mit Verwandten – in dieser Zeit immer wieder von zwei Fragen dominiert, nämlich „Wisst ihr schon, was es wird?“ und „Habt ihr schon einen Namen?“.

Babynamen: Die Wahl ist für Eltern nicht selten eine Herausforderung

Auch wenn eine populäre TV-Serie einst das Gegenteil behauptete, auf das biologische Geschlecht des Kindes hat man weder mit Heringen noch Zitronen irgendeinen Einfluss. Bei der Frage der Namensgebung hingegen öffnet sich das Tor zu einem schier unendlichen Feld an Möglichkeiten. Während es in vielen Regionen Tradition ist, das Kind, zumindest mit Zweitnamen, nach einem Verwandten zu benennen, ist es beim Erstnamen nicht selten so wie beim Friseur: Man weiß weniger, was man will, als, was man nicht will.

Unsympathische Filmcharaktere, ablehnenswerte, historische Figuren, der Erzrivale aus Kindertagen oder der unliebsame Kollege – ein Haufen Namen steht von vornherein auf der schwarzen Liste. Dann soll es ein schöner werden, einer, der sowohl zu einem putzigen Kleinkind als auch einem respektablen Erwachsenen passt. Und abkürzbar soll er sein, aber bitte nicht auf nachteilige Art und Weise; selten, aber nicht zu ausgeflippt; zeitlos, aber nicht bieder. Es verwundert, dass Eltern überhaupt noch Namen für ihre Sprösslinge finden und vielleicht heißt Elon Musks Sohn nur deswegen ähnlich der Produktbezeichnung eines Staubsaugers, weil seinem Vater einfach nichts mehr einfiel.

Unbeliebteste Babynamen 2022: Das könnten die Gründe sein

Aber, wie gesagt, während sich die Suche nach dem Richtigen – wie in so vielen Lebenslagen – schwierig gestaltet, herrscht heuer einerYouGov-Umfrage zufolge zumindest Einigkeit, welche Buchstabenreihen nur selten auf die Armkettchen in den Wöchnerinnenstationen gefädelt werden. Die unbeliebtesten Babynamen 2022 sind nämlich Chantal, Kevin, Alexa, Mandy und Jaqueline, wobei sich wieder zeigt, in welcher Windeseile unser Gehirn Informationen verarbeitet und Assoziationen wachruft.

Chantal lässt an Jella Haase in ihrer Paraderolle denken. In der Reihe der „Fack ju Göthe“-Filme mimte die 29-jährige Berlinerin die Schülerin Chantal Ackermann, die sich von Pimpkie und Party zu Willenskraft und Wissenschaft entwickelte. Der Ausruf „Chantal, heul leise“ lässt sich trotzdem wohl als Formulierung bezeichnen, die sich allen Zuschauern unwiderruflich ins Gedächtnis gebrannt haben dürfte.

Kevin hat es sogar zu einer eigenen, wenn auch nicht offiziell anerkannten Kategorie an Namen gebracht: Der Kevinismus bezeichnet seit knapp 20 Jahren den Fall, dass Kinder mit unauffällig klingenden, deutschen Nachnamen exzentrische, unter Umständen auch ungebräuchliche Vornamen bekommen, die meist aus dem Amerikanischen stammen. Eine 2009 veröffentliche Masterarbeit der Lehramtsabsolventin Julia Kube an der Universität Oldenburg wies nach, dass Kevin im kollektiven Unterbewusstsein an Schulen – natürlich ohne Grundlage – als Synonym für auffällige und leistungsschwache Kinder gelte – oder wie eine befragte Lehrerin es ausdrückte: „Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose.“

Alexa mach das Licht aus. Alexa, schreib Mehl auf die Einkaufsliste. Alexa, leiser. Mehr ist dazu nicht zu sagen, die mit dem Namen einhergehenden, potenziellen Probleme aller Nutzer des Amazondienstes dürften deutlich geworden sein.

Mandy klingt wie eine Abkürzung, ist aber ein vollständiger Name und erinnert die älteren Generationen vermutlich an Glitzerlidschatten, Hubbabubba-Kaugummi und pinkfarbene Nicci-Anzüge, an deren Hosenbund ein Klapphandy mit Funkelanhänger klemmt – und das nicht nur, weil sich Handy so herrlich auf Mandy reimt. Die bekannteste Mandy hierzulande dürfte Özil-Ex Mandy Capristo sein, die mit der Girlsband Monrose Bekanntheit erlangte – und selbst die Sängerin wollte zwischenzeitlich lieber Grace genannt werden.

Jaqueline wäre grundsätzlich kein übler Name, würde er nicht in den meisten Fällen falsch ausgesprochen werden. Tschakeline hat eben leider nicht dasselbe Flair, wie es Namensschwester Jaqueline „Jacky“ Kennedy umgab. Und spätestens in der Pubertät, wenn die ersten Partys gefeiert werden, wird der Name zum albernen Dauerbrenner, wenn es heißt: „Schön langsam Jaqueline, sonst kotzt du wieder.“

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