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Hurrikan „Ian“: Ausmaß der Zerstörung wird deutlich – Mindestens 62 Tote

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Von: Tobias Utz, Erik Scharf, Sarah Neumeyer

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Hurrikan „Ian“ fordert viele Todesopfer, Teile von Florida sind komplett zerstört. Präsident Biden will den US-Bundesstaat besuchen.

Update vom Montag, 3. Oktober, 13.01 Uhr: Fünf Tage ist es her, als der verheerende Hurrikan „Ian“ erstmals das Festland der USA traf. Jetzt wird das ganze Ausmaß der Zerstörung deutlich. Neben komplett niedergewalzten Wohngebieten, zerstörten Brücken und Stromleitungen stieg die Zahl der Todesopfer nach Angaben der Behörden auf mindestens 62. Für Mittwoch (5. Oktober) werden US-Präsident Joe Biden und seine Frau Jill im am stärksten betroffenen US-Bundesstaat Florida erwartet.

Im US-Bundesstaat Florida hat der Hurrikan „Ian“ horrende Schäden angerichtet.
Im US-Bundesstaat Florida hat der Hurrikan „Ian“ horrende Schäden angerichtet. © Win McNamee/AFP

Die Kommission der Bezirksärzte in Florida erklärte am Sonntag (2. Oktober), sie könne 58 Todesfälle in Verbindung mit dem Hurrikan bestätigen. Der Gouverneur von North Carolina teilte mit, vier Menschen seien in seinem Bundesstaat infolge von „Ian“ gestorben. Rettungsmannschaften suchten auch am Sonntag noch nach Opfern. Die US-Küstenwache erklärte unterdessen, sie stelle die Suche nach 16 Migranten ein, die nach dem Kentern ihres Bootes während des Hurrikans als vermisst gelten.

Hurrikan „Ian“ trifft erneut auf US-Küste: Überschwemmungen und Stromausfälle

Update vom Samstag, 1. Oktober, 7.22 Uhr: Hurrikan „Ian“ ist erneut auf Land getroffen und hat im US-Bundesstaat South Carolina für Überschwemmungen gesorgt. Während sich die Windgeschwindigkeit allmählich abschwächte, warnten Behörden und Wetterexperten weiter vor Gefahren durch Sturmfluten.

Auf TV-Bildern waren komplett überflutete Straßen und ein teilweise zerstörter Pier zu sehen. Umfallende Bäume unterbrachen Stromleitungen. Allein im benachbarten Bundesstaat North Carolina, in den „Ian“ weiterzog, sprach der Katastrophenschutz von rund 300.000 Stromausfällen. In der Stadt Georgetown in South Carolina stand Wasser in der zentralen Einkaufsstraße. Die Kleinstadt Pawleys Island wurde von einer rund zwei Meter hohen Flutwelle getroffen.

In Florida wird unterdessen immer offensichtlicher, wie gewaltig die Sturmschäden sind. Der Wiederaufbau werde Monate und zum Teil auch Jahre dauern, betonten Behörden. Am Freitag gab es weiterhin keine umfassenden Angaben zu Opferzahlen. Die Behörden in Florida rechneten damit, dass mindestens 21 Menschen durch den Sturm ums Leben gekommen sind. Klarheit gebe es über diese Zahlen aber noch nicht, betonte Kevin Guthrie, Direktor der Behörde für Notfallmanagement in Florida.

Biden spricht von „tödlichstem Hurrikan in der Geschichte Floridas“ – zwölf Menschen gestorben

+++ 11.58 Uhr: Noch vor der Ankunft des Hurrikans „Ian“ in South Carolina hat US-Präsident Joe Biden für den Ostküstenstaat den Notstand ausgerufen. Bundesbehörden seien damit angewiesen worden, den Bundesstaat und örtliche Stellen bei Hilfs- und Rettungsarbeiten zu unterstützen, teilte das Weiße Haus am späten Donnerstagabend (Ortszeit) mit. „Ian“ befand sich am frühen Freitag vor der Küste von South Carolina und sollte im Laufe des Tages auf Land treffen.

Er gewann weiter an Stärke, wie aus dem jüngsten Lagebericht des Nationalen Hurrikanzentrums hervorging. Demnach erreichten seine maximalen Windgeschwindigkeiten 140 Kilometer pro Stunde, das entsprach weiter der Kategorie eins von fünf. Zuvor war „Ian“ am Mittwoch als Hurrikan der Stufe vier und mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern pro Stunde in Florida auf Land getroffen.

„Dies könnte der tödlichste Hurrikan in der Geschichte Floridas sein“, sagte US-Präsident Joe Biden über das Ausmaß von Hurrikan „Ian“.
„Dies könnte der tödlichste Hurrikan in der Geschichte Floridas sein“, sagte US-Präsident Joe Biden über das Ausmaß von Hurrikan „Ian“. © Thom Baur/Imago

Bei seinem Zug quer über den südlichen Bundesstaat hinterließ er Zerstörungen und Überschwemmungen.
Die Behörden hielten sich am Donnerstag mit Schätzungen zur Zahl der mutmaßlichen Todesopfer zurück - hatten aber keine Zweifel, dass der Hurrikan Menschenleben gekostet hat. Auch Biden äußerte düstere Befürchtungen: „Dies könnte der tödlichste Hurrikan in der Geschichte Floridas sein.“

Update Freitag, 30.09.2022, 07.30 Uhr: Im US-Bundesstaat Florida steigt die Zahl der Todesopfer infolge des Durchzugs von Hurrikan „Ian“ weiter. Wie der Sender CNN sowie Vertreter verschiedener örtlicher Behörden am Donnerstag berichteten, wurden mindestens zwölf Menschen durch den verheerenden Sturm getötet. Nachdem sich „Ian“ vorübergehend zu einem Tropensturm abgeschwächt hatte, stufte ihn das US-Hurrikanzentrum NHC im weiteren Verlauf wieder als Hurrikan ein und warnte weiterhin vor „lebensbedrohlichen, katastrophalen“ Sturmfluten, starkem Wind und Regen.

Der Hurrikan ist eine der stärksten Stürme, die die USA jemals erreicht haben. Es sei noch zu früh, um abzuschätzen, wie viele Menschen tatsächlich infolge des Hurrikans gestorben seien, sagte der Gouverneur von Florida, Ron DeSantis. Hunderte Menschen waren seinen Angaben zufolge weiterhin auf Hilfe durch Rettungskräfte angewiesen.

Womöglich „tödlichster Hurrikan in der Geschichte Floridas“

+++ 20.55 Uhr: Der Hurrikan „Ian“ hat in Florida eine Spur der Verwüstung hinterlassen. US-Präsident Joe Biden, der nach eigenen Angaben bald nach Florida reisen will, sagte am Donnerstag bei einem Besuch der Katastrophenschutzbehörde Fema in Washington, die Zahl der Todesopfer sei noch „unklar“. Es könnte aber einen „bedeutenden Verlust von Leben“ geben. Biden warnte, es könnte sich um den „tödlichsten Hurrikan in der Geschichte Floridas“ handeln.

Hurrikan „Ian“ hat im US-Bundesstaat Florida massive Verwüstungen angerichtet. Gouverneur Ron DeSantis sprach am Donnerstag von Schäden von „historischem“ Ausmaß und Überschwemmungen, wie sie nur „alle 500 Jahre“ vorkommen.

Hurrikan Ian hat Schäden von „historischem“ Ausmaß hinterlassen.
Hurrikan „Ian“ hat Schäden von „historischem“ Ausmaß hinterlassen. © SEAN RAYFORD/AFP

Hurrikan „Ian“ „zermalmt“ Bezirk in Florida: Todesfälle bestätigt

+++ 15.15 Uhr: Der Hurrikan „Ian“ hat den US-Bundesstaat Florida mit voller Wucht getroffen. Als einer der stärksten Hurrikans in der Geschichte des Bundesstaats verursachte er heftige Winde, Regen und Sturmfluten. Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern pro Stunde wurden laut Deutscher Presse-Agentur gemessen. Noch immer ist das Ausmaß des Hurrikans unklar. Bisher haben die Behörden von Volusia County an der Ostküste Floridas einen Todesfall via Twitter bestätigt. Doch es könnten weitaus mehr Todesfälle sein.

Der Sheriff von Lee County, Carmine Marceno, sagte gegenüber abc News: „Wir wussten nicht, wo er einschlagen würde. Ich kann nur sagen, dass er in Lee County sehr stark war und sich nur langsam bewegte.“ Außerdem erklärte er, dass es Todesfälle gäbe, die Anzahl der Toten jedoch noch nicht genau feststehe. Aktuell würden sie tausende von Notrufen annehmen und die Lage sei extrem unübersichtlich – zumal das Gebiet komplett „zermalmt“ sei und viele Menschen eingeschlossen sind. „Wir haben zu vielen Menschen in Not noch immer keinen Zugang“, so Marceno.

Der Hurrikan „Ian“ hat in Florida massive Schäden angerichtet.
Der Hurrikan „Ian“ hat in Florida massive Schäden angerichtet. © ZUMA Wire/Imago

Hurrikan „Ian“ sorgt für massive Stromausfälle in Kuba und US-Bundesstaat Florida

+++ 11.13 Uhr: Über elf Millionen Menschen sollen in Kuba ohne Strom gewesen sein, nachdem Hurrikan „Ian“ über das Land gezogen war. Mit Blick auf die Infrastruktur in der vom Sozialismus geprägten Nation befürchten Beobachter nun starke Proteste der Bevölkerung.

„Die Kubaner besitzen keine Generatoren; ihre einzige Energiequelle ist die Regierung. (...) Sollte der Stromausfall tagelang andauern, könnte dies zu Protesten und Beschwerden der ohnehin schon verzweifelten kubanischen Bevölkerung führen, die schon bei so vielen Dingen mit so wenig auskommen muss“, schreibt der Miami Herald. Am Mittwochnachmittag (Ortszeit/28. September) hätten einzelne Gebiete wieder mit Strom versorgt werden können, „aber die Regierung sagte, dass die Wiederherstellung der Stromversorgung in dichter besiedelten Gebieten komplizierter sein würde“.

Auch im US-Bundesstaat Florida kappte Hurrikan „Ian“ die Stromversorgung für rund 1,6 Millionen Menschen (siehe Update von 8.45 Uhr).

Hurrikan „Ian“ hinterlässt Schneise der Verwüstung

+++ 08.45 Uhr: Hurrikan „Ian“ hat auf Kuba und in Florida eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Zahlreiche Straßen wurden geflutet, Dächer abgedeckt, Bäume entwurzelt. Zwischenzeitlich waren 1,6 Millionen Menschen ohne Strom. Das zeigen Daten der Website Poweroutage. Floridas Gouverneur Ron DeSantis sprach von bis zu 3,5 Meter hohen Sturmfluten.

Zwischenzeitlich wies „Ian“ Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 km/h auf, was sich an der US-Küste schließlich abschwächte. Der Hurrikan erreichte Florida mit circa 150 km/h. Dennoch zog der Sturm auf einem breiten Landstreifen durch den südlichen US-Bundesstaat. Laut Angaben von DeSantis zählt „Ian“ bereits zu den fünf schwersten Hurrikans, die in Florida bislang aufgetreten sind.

Update vom Donnerstag, 29. September, 05.30 Uhr: Hurrikan „Ian“ ist am Mittwochabend mit einer Windgeschwindigkeit bis zu 150 mph, umgerechnet etwa 240 Kilometern pro Stunde, in Florida auf Land getroffen. Wie der CNN-Meteorologe Brandon Miller berichtet, handelt es sich bei „Ian“ damit zusammen mit Hurrikan „Charley“ aus dem Jahr 2004 um den stärksten Hurrikan, der an der Westküste Floridas an Land ging. Beide Stürme hatten demnach die gleiche Windstärke.

Mittlerweile sind laut einem Bericht der Website Poweroutage in Florida mehr als eine Million Menschen ohne Strom. Weitere große Schäden sind zu erwarten, denn der Wasserstand steigt in vielen Städten an der Westküste Floridas weiterhin an. Dabei wurden hinsichtlich der Hochwasser-Daten, die bis ins Jahr 1965 in Florida zurückreichen, nun in mehreren Orten neue Rekordwerte an Wasserpegeln gemessen. Darunter ist beispielsweise die Stadt Fort Myers.

Erstmeldung vom Mittwoch, 28. September, 08.00 Uhr: Florida/Kuba – Hurrikan „Ian“ hat ganz Kuba von der Stromversorgung abgeschnitten. Zudem sorgte der Hurrikan der Stärke 3 für schwere Schäden an Wohnhäusern. Vielerorts drohen immer noch Schlammlawinen und Sturzfluten. „Die Schäden sind groß, wenn auch noch nicht statistisch erfasst“, schrieb Staatspräsident Miguel Díaz-Canel nach einem Besuch der besonders betroffenen Provinz Pinar del Río auf Twitter.

Hurrikan Ian
Eine Satellitenaufnahme des Hurrikan „Ian“. © Geos NOAA / NOAA / Imago Images

Nun bewegt sich der Wirbelsturm auf Florida zu. Dort rufen die Behörden bereits zu Evakuierungen auf. Mehr als 2,5 Millionen Menschen sind von den Warnungen betroffen. Bereits am Dienstagabend (27. September) waren im Süden Floridas erste Auswirkungen des Hurrikans zu spüren, wie der US-Sender CNN berichtet. „Regen und starke Winde peitschten über die Region, und es bestand die Gefahr von Tornados, die über Nacht anhalten werden“, heißt es in einem Bericht.

Hurrikan „Ian“: Nach Zerstörung auf Kuba ist nun Florida in Gefahr

Fachleute aus der Meteorologie warnen seit Tagen vor „Ian“. Enorme Schäden seien durch den Hurrikan möglich, betonte das „National Hurricane Center“ in mehreren Mitteilungen.

„Ich bitte alle, die sich in einer Evakuierungszone befinden und aufgefordert wurden, zu evakuieren – die Zeit ist reif. Sie müssen jetzt evakuieren. Es wird eine Zeit kommen, in der es nicht mehr sicher ist, die Straßen zu befahren“, erklärte Kevin Guthrie, Direktor der Sicherheitsbehörden in Florida, am Dienstagabend auf einer Pressekonferenz.

„Es wird ein Zeitpunkt kommen, an dem die örtlichen Beamten der öffentlichen Sicherheit nicht mehr in der Lage sein werden, auf Ihre Hilferufe zu reagieren. Sie sind dann möglicherweise auf sich allein gestellt“, führte er laut CNN aus. „Die Vorhersagen können sich ändern, aber im Moment sagen die Experten, dass dies ein sehr schwerer Hurrikan sein könnte, lebensbedrohlich und mit verheerenden Auswirkungen“, warnte auch US-Präsident Joe Biden. (tu/esa/dpa/AFP)

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