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Harvey Weinstein mit Gehilfe vor Gericht.

Im Interview mit der New York Post

Harvey Weinstein als Held der Frauen? „Ich fühle mich wie ein vergessener Mann“

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Harvey Weinstein fühlt sich nicht fair behandelt. Vor allem werde, laut einem Interview, vergessen werde, was er alles Gutes für die Frauen getan habe.

  • Harvey Weisntein gab der New York Post ein Interview.
  • Er fühlt sich von der Öffentlichkeit nicht fair beahndelt, da seine Arbeit vergessen werde.
  • Er stellte sich als Held der Frauen dar. 

Harvey Weinstein - einer der erfolgreichsten Filmproduzenten, der mehr als80 Frauen sexuell belästigt und missbraucht haben soll, zeigt sich in letzter Zeit als gebrochener Mann. Schwankend präsentiert er sich im Gerichtssaal, eine Gehhilfe dient zur Unterstützung. Ab dem6. Januar muss er auch in New York wegen Vergewaltigung vor Gericht erscheinen. Alles nur Show? Man wirft ihm auch hier Täuschung vor. Um zu zeigen, dass es ihm wirklich nicht gut gehe und damit er in einem anderen Licht erinnert werde, gibt er der New York Post ein Interview

Harvey Weinstein will nicht als Monster gesehen werden

Trotz Anschuldigungen und Aussagen, wie die von Rose McGowan, Weinstein sei ein Monster, will Weinstein in dem Interview auch klarstellen, dass er eben kein Monster ist. Denn obwohl so viele Frauen gegen ihn ausgesagt und sich offenbart haben, fühlt er sich ungerecht behandelt. Er habe viel Gutes für die Frauen getan und sie vor allem gefördert, erklärt er im Interview. Er habe mehr für die Frauen in professioneller Hinsicht getan, als sonst jemand jemals zuvor. 

Andere Schauspielerinnen, wie etwa Emily Ratajkowski sehen das anders. Sie positionierte sich mit ihrem „Tattoo“ unter dem Arm klar gegen Weinstein. 

„Meine Arbeit tritt in Vergessenheit“, so Harvey Weinstein

„Ich fühle mich wie ein vergessener Mann,“ sagt Weinstein der Reporterin der New York Post, die ihn im „Presbyterian/Weill Cornell Medical Center“ in New York trifft. Dort ist Weinstein aktuell im Luxus-Flügel untergebracht und wurde am vergangenen Freitag an der Wirbelsäule operiert. „Ich habe mehr Filme produziert, die von Frauen Frauen und über Frauen gemacht wurden, wie sonst kein anderer Filmproduzent. Damit meine ich vor allem vor 30 Jahren und nicht jetzt, wo alles en vogue ist. Ich habe es zuerst gemacht. Ich war der Pionier dafür.“ so Weinstein weiter. „Aber das ist nun alles vergessen, nachdem was passiert ist. Meine Arbeit tritt in Vergessenheit.“ 

Dank Weinstein soll Gwyneth Paltrow mehr als ihre männlichen Kollegen verdient haben

„Ich will, dass die Stadt sich daran erinnert, wer ich war und nicht was aus mir geworden ist. Über die Anschuldigungen und auch den Vergleich mit mehr als 30 Anklägerinnen über 25 Millionen Dollar, kommentiert er nicht. Stattdessen stellt er heraus, welch guten Deal er Gwyneth Paltrow, die Weinstein ebenfalls beschuldigt (*tz.de) sich ihr unsittlich genähert zu haben, verschafft habe. Weinstein soll die damals 22-Jährige unter Berufung auf ein geschäftliches Gespräch, in sein Hotelzimmer gelockt haben und sie dann versucht haben zu massieren. Mit den 10 Millionen Dollar Gage für den Film „View from the Top“ habe sie mehr verdient als ihre männlichen Kollegen: „Sie war die bestbezahlte Schauspielerin in einem Independent Film. Sie bekam mehr als alle Männer.“

Havery Weinstein stellt seine Charity-Arbeit heraus

Vor allem will Weinstein, dass auch seine Charity-Arbeit gewürdigt wird. Er habe immerhin nach 9/11 ein Konzert für die Opfer und Hinterbliebenen organisiert und 100 Millionen Dollar zusammengetragen. „Ich habe mir den Erfolg selbst erarbeitet. Ich hatte kein Geld und habe ein Imperium mit Miramax geschaffen und wollte etwas zurückgeben“, sagt Weinstein zur New York Post und weiter: „Wenn Sie sich erinnern, wer ich früher war, würden sie wahrscheinlich einige von den Dingen in Frage stellen.“

Ein Anzeichen von Reue war jedoch nicht zu erkennen. Viel mehr droht Harvey Weinstein, wenn das Gespräch auf die Anschuldigungen kam, es sofort abzubrechen. Er sieht sich eher als Held und Förderer der Frauen und nicht als Unterdrücker, der etwas böses getan haben soll.

Auch Prinz Andrew muss sich wegen Missbrauchsvorwürfen verantworten. 

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

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