Hamburg Rathaus
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Das Hamburger Rathaus auf einem Archivfoto.

Überraschende Entdeckung

Hamburg: Grusel-Fund mitten in der City - Auf einmal stinkt es ganz entsetzlich - Experten rücken an

  • Armin T. Linder
    vonArmin T. Linder
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Ein gruseliger, entsetzlich stinkender Fund am Rathaus in Hamburg sorgte für einen Polizei-Einsatz. Und überrascht sogar Experten.

  • Bei Bauarbeiten an einer U-Bahn-Station am Rathaus in Hamburg stank es plötzlich entsetzlich.
  • Es kam ein Sarg zum Vorschein.
  • Ein Experte erklärt die möglichen Hintergründe.

Hamburg - Wer rechnet denn mit so etwas? Die Arbeiter auf der Baustelle am U-Bahnhof Rathaus in Hamburg dachten wohl kaum, dass sie beim Buddeln einen derart ungewöhnlichen Fund machen würden. Einen Sarg! Von der Entdeckung am Dienstagmorgen (3.11.) berichten nun das Abendblatt sowie NDR 90,3, das auch ein Foto zeigt (siehe Facebook-Post).

Ein Arbeiter sagt, es habe plötzlich entsetzlich gestunken. In sechs Metern Tiefe war bei Arbeiten an einem behindertengerechten Zugang den Berichten zufolge ein Baggerfahrer mit der Schaufel gegen einen Gegenstand gestoßen, aus dem „muffig“ riechende Flüssigkeit geflossen sei. Dieser entpuppte sich als hölzerner Sarg. Wurde hier ein Mordopfer begraben? Die Anwesenden dürften sich die Hintergründe in den schaurigsten Bilder ausgemalt haben.

Prompt wurden Polizei, Feuerwehr und Umweltbehörde alarmiert. Doch es stellte sich schnell heraus, dass es sich um keinen Kriminalfall handelt. Sondern um einen historischen Fund. Wie die Baustellenleiterin gegenüber NDR 90,3 erklärte, habe es vor langer Zeit an der Stelle ein Kloster gegeben. Die Theorie: Der Sarg könnte zu einem vergessenen Friedhof gehören. Dafür spricht auch, dass bereits Tage zuvor bei den Arbeiten menschliche Knochen, zwei Schädel und Mauerreste gefunden wurden.

Das Abendblatt nennt die wahrscheinlichen Details. An dem Ort in Hamburg, der heute als Rathausmarkt bekannt ist, sei 1245 von den Dominikanern das von Graf Adolf IV. von Schauenburg gestiftete Kloster gegründet worden. Der Abriss erfolgte im Jahr 1841. „Im nahen Umfeld solcher Kloster liegen gewöhnlich Begräbnisstätten“, erläutert Hamburgs Landesarchäologe Rainer-Maria Weiss. Er kritisiert, dass im Vorfeld keine Ausgrabungen durchgeführt wurden und das zuständige Museum nichts von den Arbeiten an der U-Bahn-Station wusste. Ab jetzt werden nun die Fachleute einbezogen. Sie begleiten auch das Freilegen des Sargs und die Untersuchungen daran. Die möglicherweise für weitere Überraschungen sorgen. Zu einem gruseligen Fund kam es auch vor mehreren Monaten nahe des Bodensees. (lin)

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