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Drostens einstige Corona-Prognose bitterer Realität - Virologe äußerte aktuelles Szenario bereits im Januar

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Von: Clara Marie Tietze

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Drosten
Christian Drosten. © Rolf Vennenbernd/dpa

Prognosen und Simulationen, eines der vielen umstrittenen Themen in der Corona-Pandemie. Christian Drosten soll nun mit einer davon leider Recht behalten.

München - Aktuell steigen die Fälle der Infektionen mit dem Coronavirus wieder rasant an. Allein am Donnerstag meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) über 50.000 Neuinfektionen in Deutschland. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Pandemie. In der ZDF-Talkshow von Markus Lanz am Mittwochabend (10. November) ging es unter anderem um die aktuelle Entwicklung der Zahlen und die Impfpflicht. In diesem Kontext las Lanz im zweiten Drittel der Sendung Zitate von Virologe Christian Drosten vor, der die aktuell stattfindende Entwicklung bereits Anfang des Jahres angekündigt hatte.

Corona-Prognose: Drosten sollte Recht behalten

Der Leiter der Virologie an der Berliner Charité erklärte schon im Januar dieses Jahres im Spiegel-Gespräch: „Wenn die alten Menschen und vielleicht auch ein Teil der Risikogruppen geimpft sein werden, wird ein riesiger wirtschaftlicher, gesellschaftlicher, politischer und vielleicht auch rechtlicher Druck entstehen, die Corona-Maßnahmen zu beenden.“

Die Folgen sind für Drosten schon damals klar: „Und dann werden sich innerhalb kurzer Zeit noch viel mehr Leute infizieren, als wir uns das jetzt überhaupt vorstellen können. Dann haben wir Fallzahlen nicht mehr von 20.000 oder 30.000, sondern im schlimmsten Fall von 100.000 pro Tag.“ Dies wirke sich vor allem auf die Jüngeren aus. Hier seien zwar keine schweren Verläufe die Regel zu sein. Eine hohe Ansteckungsrate bewirke aber trotzdem volle Intensivstationen und viele Tote. Nur dass diesmal die Jüngeren betroffen sein werden, erklärt der Virologe.

Drosten zu Corona-Entwicklung: Mit LKW den steilen Berg hinunter

Schon vor knapp einem Jahr sprach Drosten sinnbildlich von einem klapprigen LKW, mit dem wir einen steilen Berg hinunterfahren. Man weiß weder, welche Kurven noch kommen und auch nicht, ob die Straße noch steiler wird. Letzteres scheint sich zumindest für den Moment verschlimmert zu haben: Mit 50.196 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden scheint die Straße eher steiler als flacher zu werden.

Erst kürzlich erklärte Drosten zudem, dass es sich aktuell nicht mehr nur um eine „Pandemie der Ungeimpften“ handelt und widerlegt damit eine der unzähligen Fehlannahmen rund um Corona.

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