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Trophäenjagd - auch Löwen werden geschossen

"Jagd und Hund"

Tierschützer kritisieren Angebot von Jagdreisen auf Messe in Dortmund

In Dortmund beginnt am Dienstag die Messe "Jagd und Hund". Angeboten werden auch Jagdreisen, bei denen Löwen geschossen werden. Tierschützer sind empört.

  • Die "Jagd und Hund" ist die größte Jagdmesse in Europa
  • In den Westfalenhallen Dortmund gastiert die Messe vom 28. Januar bis 2. Februar 2020
  • Wie schon im vergangenen Jahr zeigen sich Tierschützer empört über die dort angebotenen Jagdreisen.

Dortmund - In den Westfalenhallen Dortmund gastiert in Kürze wieder die Messe "Jagd und Hund". Mit dabei wie in jedem Jahr: Anbieter, die Jagdreisen verkaufen, bei denen Löwen, Elefanten und andere geschützte Wildtiere gejagt werden können. Wie RUHR24* berichtet, zeigen sich Tierschutzorganisationen empört. In einem offenen Brief sprechen sie sich gegen die Vermarktung dieser Reisen aus.

Dortmund: Jagdreisen auf Messe "Jagd und Hund" angeboten

Es ist die Lust am Töten, die den Unterzeichnern des offenen Briefes übel aufschlägt. Noch dazu das Töten bedrohter Arten wie Elefanten, Löwen, Nashörner, Geparden oder Eisbären. Das, so heißt es in dem Brief, "kann heute kein akzeptables Freizeitvergnügen mehr sein".

Für eine Jagdreise in den Westen Tansanias müssen Jäger bei einem der Anbieter knapp 23.000 Euro hinblättern. Dafür bekommen sie dann aber auch das Versprechen, dass das Gebiet eine "sehr hohe Erfolgsquote auf die stattlichen Mähnen-Löwen" biete. Löwen gehören laut der Tierschutzorganisation Pro Wildlife wie viele andere Wildtiere zu den bedrohten Arten.

Tierschützer fordern Stadt Dortmund zum Handeln auf

Die Unterzeichner des Briefes sind Tier- und Artenschutzorganisationen wie Pro Wildlife, der Deutsche Tierschutzbund, Future for Elephants, PETA und viele mehr. Wie bereits im vergangenen Jahr fordern die Tierschützer von der Stadt Dortmund, dass Anbieter von tier- und artenschutzwidrigen Jagdreisen zukünftig keine Standflächen in den Messehallen der Stadt mehr erhalten.

Tatsächlich ist in Deutschland die Jagd auf Tiere, die allein darauf zielt am Ende eine Trophäe in den Händen zu halten, laut den unterzeichnenden Tierschutzorganisationen nicht erlaubt. Konkret heißt es in Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes, dass demjenigen eine Freiheitsstrafe oder Geldstrafe droht, der ein Tier ohne vernünftigen Grund tötet. Was laut Gesetz ein "vernünftiger Grund" ist, wird in dem Passus nicht weiter konkretisiert.

Dortmund: Anbieter auf der "Jagd und Hund" verkaufen Jagd auf Wildtiere

Doch nicht allein das die Tiere überhaupt abgeschossen werden, widerstrebt den Tierschutzverbänden. Auch das "wie" ist für sie nicht hinnehmbar. So sei es möglich, dass die Tiere mit Pfeil und Bogen, einer Armbrust oder einen Revolver gejagt würden. Zudem sei ein Jagdschein oftmals nicht erforderlich. Pro Jahr würden so allein in Afrika 100.000 Wildtiere getötet.

Viele Anbieter von Jagdsafaris, wie jene, die nun in Dortmund auf der Messe Jagd und Hund stehen, argumentieren in der Regel mit dem Artenschutz. Es ginge um die Kontrolle der Tierbestände. Nur bestimmte Tiere sollen demnach getötet werden. Außerdem würden die Reisen in den betroffenen Ländern Anreize schaffen, die den Tierschutz förderten und Einkommen generieren.

Video: Trophäenjagd in Texas

Doch laut WWF kann die Trophäenjagd nur in einem extrem engen Rahmen dazu beitragen, die Wildtierpopulation zu schützen. Zwar bezahlen Hobby-Jäger viel Geld dafür, um die Wildtiere zu erlegen -  Geld, das anschließend wieder in den Naturschutz fließen soll - doch häufig fließe das Geld "in die falschen Kanäle". 

Heißt: Vor allem Reiseanbieter und Jagdfarmen profitieren. Auch festgelegte Abschussquoten werden oft nicht eingehalten, sodass am Ende viel zu viele Tiere getötet würden.

msp

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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